TuneUp Utilities bei der ComputerBild–Praxistest

Da haben sich ja wieder mal zwei gefunden: auf der einen Seite die ComputerBild, das deutsche Magazin des Computer-Halbwissens und die TuneUp Utilities, die angeblich unverzichtbare “Tuning” und “Cleaning” Software. Auf einer der letzten Heft-DVDs wurde mit großem Tamtam eine ein Jahr lauffähige Vollversion der letzjährigen “TuneUp Utilities 2011” mitgeliefert.

Man darf vermuten, dass die Anfragen von Usern, die sich dank dieser Software-Beilage diverse Windows Einstellungen verbogen haben, dann demnächst auch wieder in den Foren und Newsgroups auftauchen werden. Aber mal abgesehen von dem Geschreibsel der CB Jubelperser, was bringt denn nun TuneUp wirklich?

Es wird versprochen, dass der PC schneller startet, alles viel sauberer ist, Platz geschaffen wird  und Probleme gelöst werden, die angeblich ständig in Windows vorhanden sind. Insbesondere das Thema Geschwindigkeit scheint viele Leute dazu zu bringen, sich tatsächlich eine solche Software oder auch ein Konkurrenzprodukt zu installieren. Zeit für einen kleinen Praxistest, der – anders als bei der CB zu vermuten – definitiv nicht von TuneUp Software bezahlt oder beeinflusst wird. Es wird übrigens absichtlich die Version verwendet, die die ComputerBild unters Volk bringt und nicht die aktuelle 2012er Version.

Das Opfer ist in diesem Fall ein ziemlich vernachlässigter alter PC mit Windows XP, der hier jahrelang alle möglichen Testinstallationen von Programmen über sich ergehen lassen musste. Die Datenträgerbereinigung lief nie, Defrag nicht dass ich mich erinnern könnte und diverse installierte Software hat ihre Spuren in Registry und Autostart hinterlassen. Dazu ist die Maschine doch beim Booten arg zäh und die Hardware (Pentium 4 3 GHz, 2 GB Ram, Intel Grafik, WD 74 GB HDD) auch eher von vorgestern – läuft aber ansonsten problemlos. Keine Fehlermeldungen von Windows, keine Softwareprobleme. Sie tut ihren Dienst etwas lahm aber problemlos.

Nun wird also TuneUp installiert. Grafisch ist das alles sehr schick und sehr einsteigerfreundlich gemacht und nach der Installation begrüßt einen zugleich der Assistent der “1-Klick-Wartung” mit erschreckendem Fazit

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Der Normaluser wird spätestens in dieser Sekunde erleichtert aufatmen, dass diesem hoch beeinträchtigten System jetzt Abhilfe zuteil kommen wird. Nun, noch will ich keine Wartung, sondern erst einmal Details sehen. Was ist denn nun alles genau nicht in Ordnung?

Die Registry in Windows ist eine Datenbank, in der Windows und seine Anwendungen Einstellungen ablegen. Sie wächst mit der Zeit an, da viele installierte Anwendungen bei der Deinstallation ihre Daten nicht entfernen. Dies ist erst einmal nicht schlimm, da die entsprechenden Einträge halt einfach nicht mehr ausgelesen werden. TuneUp listet aber alles mögliche an Einträgen auf und behauptet, sie seien ein Problem. Ob dem wirklich so ist, kann der Normaluser meist kaum beurteilen – er wird die Probleme einfach lösen lassen und genau so bin ich auch verfahren.

Auch die weiteren Punkte wie fehlende Verknüpfungen und Temporäre Dateien wurden wie vorgeschlagen abgearbeitet. Ein wenig Verwirrung kommt auf, wenn die Probleme beim Starten angezeigt werden.

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Windows meldet angeblich im Gerätemanager, dass eine PS/2 Maus nicht funktionieren würde. Es erfolgt der Hinweis auf die Problembehebung…nur findet sich im Gerätemanager keine PS/2 Maus. Es findet sich auch überhaupt gar kein Gerät, was nicht ordnungsgemäß funktioniert. Auch in den Ereignisprotokollen findet sich nichts, was auf einen solchen Fehler hin deutet.

Nun gibt es einige Hinweise, wie denn das System noch schneller und besser gemacht werden kann. Unter anderem sollen jetzt Einstellungen verändert werden, die das Beenden von Programmen und Diensten schneller machen soll. Der Hintergrund dabei ist, dass beim Klick aufs “X” oder beim Herunterfahren des PCs jedes aktive Programm den Befehl bekommt, sich zu beenden. Manche brauchen dabei länger als andere – manche warten auch beim Herunterfahren noch auf den Benutzer, so z.B. die Office Programme mit einer “Dokument speichern?” Abfrage. Wie lange Windows jedem Programm Zeit gibt, sich ordnungsgemäß zu beenden, ist festgelegt. Man kann nun diesen Wert verkürzen. Was passiert im Ernstfall? Anwendungen, die halt immer etwas länger brauchen, werden nie ordnungsgemäß beendet, sondern einfach abgebrochen. Interessant wäre es also eher, herauszufinden welches Programm warum lange zum Beenden braucht anstatt es einfach schneller abzuwürgen. TuneUp leistet dies nicht.

Noch viel wichtiger als das Herunterfahren ist aber natürlich der Start. Die “1-Klick-Wartung” hat ja schon manches optimiert, und nun kann man auch noch bei den Autostart-Programmen ansetzen. Dies erscheint sinnvoll, hier dürfte man am meisten Performance herausholen können. Dies geht mit Bordmitteln oder kostenlosen Tools wie SysInternals Autoruns ganz problemlos, allerdings muss man bei diesen Programmen schon genau wissen, welche Anwendungen beim Autostart man deaktivieren kann. Die TuneUp Utilities bieten hier eine Bewertungsfunktion, die auf den ersten Blick sinnvoll wirkt, bis man sie das erste Mal ausführt.

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Die Mehrzahl der Programme werden als “Optional” beurteilt, allerdings wird diese Empfehlung auch gleich wieder als nicht eindeutig eingestuft. Nur der Realtek Soundmanager wird als unbedingt benötigt eingestuft. Eine Einstufung, die zumindest diskussionswürdig ist.

Der Programm-Deaktivator bietet dann auch noch an, angeblich ressourcenfressende Programme zu deaktivieren. Ganz oben wird “Microsoft Office 2007” genannt. Deaktivieren? Damit wird doch gearbeitet. Nun ja, der Klick auf die Deaktivierung bringt nach einigem Festplattengeratter die Meldung, dass es dem Computer jetzt soundsoviele Punkte besser gehen würde.

Der Disk Space Explorer von den TuneUp Utilities durchsucht die Platte nach großen Dateien und zeigt die Verteilung an. Also quasi das, was das Freeware Tool WinDirStat macht. Empfehlungen gibt es hier nicht. Nachdem die Temporären Dateien schon beim ersten Lauf des 1-Klick-Wartungstasks gelöscht worden waren, bietet die Festplattenreinigung von TuneUp nur noch das Löschen des Caches von IE und Firefox an. Könnte man auch im Browser direkt mit einem Klick machen.

Nachdem nun über eine Stunde mit dem Programm herumoptimiert, gecleant, getunt und alles nach Herstellervorgaben verbessert wurde, gehts um die Wurst: was wurde jetzt wirklich messbar besser?

Vorher Nachher Erfolg
Systemstart 1:20 1:20 keiner
Registry (System) 4.608 kB 4.608 kB keiner
Registry (Software) 39.168 kB 38.288 kB fast keiner
Festplatte frei 44,9 GB 44,8 GB im Gegenteil

Der ganze Aufwand hat letztlich und endlich nur dazu geführt, dass durch TuneUp selber und dessen Backups die Festplatte etwas voller wurde. Es gab trotz diversen angeblichen Optimierungen keinen messbaren Erfolg. Die Verkleinerung der Registry um ein paar kB kann man an sich auch nicht als Erfolg verbuchen, denn weder sind diese geringen Datenmengen auf der Festplatte relevant, noch hat man auch nur irgendeinen Performancezuwachs dadurch, dass die Registry kleiner ist. Selbst eine Registry, die durch TuneUp um die Hälfte geschrumpft werden konnte, führt nicht zu einem schnelleren System.

Im Gegenteil laufen seit TuneUp zwei zusätzliche Dienste im Hintergrund mit, die rund 21 MB Arbeitsspeicher fressen. Auf knapper bemessenen Systemen möglicherweise gerade der fehlende Speicher für ein zügiges Arbeiten.

Das Fazit: alle sinnvollen Funktionen, die die TuneUp Utilities mitbringen, lassen sich mit Windows Bordmitteln oder zwei drei Freeware-Tools ebenfalls erreichen. Dann allerdings ohne die Installation zusätzlicher Dienste und die Gefahr sinnloser bis gefährlicher Tipps. Das System wird durch die Installation zusätzlicher Software definitiv nicht schneller! Die Windows Datenträgerbereinigung und das integrierte Defrag sorgen stattdessen für eine Bereinigung (Defrag seit Vista sogar automatisch im Hintergrund) ohne Nebenwirkungen.

Vermutlich wird aber die gute Werbung der “Tuning” Software Hersteller und das Image von Windows als “verschmutzendes” System weiterhin dafür sorgen, dass sich Massen von Leuten unnötigerweise stundenlang mit dem “Aufräumen” ihres Windows Systems befassen und Herstellern wie dem der TuneUp Utilities Geld in den Rachen werfen – unterstützt von kritiklosen “Tests” in Magazinen wie ComputerBild.

Am Ende bleibt nur eines: immer wieder über die Unsinnigkeit solcher Software aufzuklären.

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Datensicherung in der Cloud?

Das Thema “Cloud” ist eigentlich ja wirklich nicht neu, aber mittlerweile in (fast) aller Munde. Die Daten zentral im Netz, von überall her erreichbar – dieser Gedanke ist sowohl interessant als auch beängstigend. Für wen sind die Daten am Ende verfügbar? Wo liegen sie wirklich?

Die meisten Anbieter von Cloudspeicher sitzen in den USA. Und selbst bei denjenigen, die in anderen Ländern ihren Firmensitz haben, kann man nicht wirklich sicher sein, wo letztlich der Server mit den Daten steht. Strafverfolgungsbehörden dürften in jedem Land der Welt Zugriff auf Server und darauf gespeicherte Daten bekommen können. In manchen Ländern sicherlich einfacher als in anderen und vor allem auch aus anderen Gründen. Wie kann man nun trotzdem Daten sicher in der Cloud verstauen?

Und was passiert, wenn der Anbieter – aus welchen Gründen auch immer – zeitweise oder auch dauerhaft offline geht? Wo sind dann die Daten hin?

Grundsätzlich eignen sich die Cloudspeicher heute vor allem für eines: dezentrales Backup. Falls der Anbieter zeitweise offline ist, ist kein Zugriff aufs Backup möglich, was meist zu verschmerzen sein dürfte. Selbst im Falle eines dauerhaften Ausfalles hat man immer noch alle Daten und kann diese bei einem anderen Anbieter hochladen – oder man speichert vorher schon bei zwei verschiedenen Diensten. Daten ausschließlich in der Cloud zu speichern ist demnach mindestens genauso unsicher, wie wenn man sie ausschließlich auf einer heimischen Platte speichert.

Ohne Verschlüsselung geht nichts! Schon vom Prinzip her hat ein Server-Administrator Zugriff auf alles, was auf seinem Server liegt. Somit kann auch ein Anbieter von Cloudspeicher grundsätzlich erst einmal auf alle Dokumente zugreifen. Oder auch ein Hacker, der sich Zugriff verschafft.

Verschiedene Anbieter bieten unterschiedlich viel Speicher zu unterschiedlichen Konditionen und mit unterschiedlichen Einschränkungen an. Microsofts SkyDrive hat sich für mich erst einmal als interessanteste Möglichkeit erwiesen. Es gibt 25 GB Platz kostenlos mit der Einschränkung, dass die Dateien nicht größer als 50 MB sein dürfen.

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Unter https://skydrive.live.com/ kann man sich mit einer LiveID anmelden. Wer somit den Live Messenger oder einen sonstigen Microsoft Dienst nutzt, hat eh schon ein SkyDrive zur Verfügung. Ein Ordner für die Sicherung ist schnell angelegt und kann dann ganz einfach per Drag & Drop mit Daten befüllt werden.

Halt, da war noch was: Die Verschlüsselung! Hier kommt der Opensource Packer 7-zip ins Spiel. Unter 7-zip kann man ein verschlüsseltes Archiv anlegen und dabei auch gleich angeben, dass das Archiv in 50 MB große Häppchen aufgeteilt wird. Damit erstellt man von den gewünschten Dokumenten eine Ansammlung von 7z Dateien.

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Auch die Namen der Dateien im Archiv sollte man mit verschlüsseln lassen. Damit gibt es keinerlei Hinweis auf die Inhalte des Archivs. Und ganz klar sollte sein, dass das Passwort lang und kompliziert genug sein sollte. “Hallo” ist kein sicheres Passwort. “H4llO” übrigens genauso wenig. Sichere Passwörter sind in solch einem Fall mindestens 12 Zeichen lang, eher länger und bestehen aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und mindestens einem Sonderzeichen.

Die erstellten Dateien kann man dann bequem ins SkyDrive hochladen. Übrigens klappt Drag & Drop ins SkyDrive nicht mehr nur wie früher einzig und alleine im Internet Explorer.

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Nachteile gibt es natürlich dabei auch: muss man nur an eine einzige Datei aus dem gesamten Paket, muss man zuerst alle Teile herunterladen, damit man das Archiv öffnen kann. Es empfiehlt sich also, nicht ein einziges, mehrteiliges Archiv mit allen Daten anzulegen, sondern z.B. thematisch sortiert mehrere Archive mit kleineren Anzahlen von Dateien.

Übrigens kann man auch Passwörter und ähnliche Daten gut in der Cloud speichern. Allerdings auch hier gilt: nichts wird unverschlüsselt gespeichert. Mit dem Opensource Passwortmanager KeePass kann man eine verschlüsselte Passwortdatenbank anlegen und diese dann ebenfalls online speichern. Das sichere Master-Passwort ist natürlich auch hier unbedingt erforderlich.

Was jetzt noch fehlt? In Deutschland nur noch Internet-Zugänge mit vernünftigen Upstream-Raten. Mit 1 Mbit/s Upstream macht ein Upload von mehreren 100 MB keinen Spaß.

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MP3 Dateien richtig taggen

Es scheint eine Wissenschaft für sich zu sein, eine Musiksammlung im MP3 Format so aufzubauen, dass sie mit verschiedenen Programmen und Geräten abgespielt und durchsucht werden kann, ohne dass die ganze Sache im Chaos endet.

Die Ordnerstruktur ist dabei an sich erst einmal völlig unwichtig und auch Dateinamen stehen in der Wichtigkeit eher weiter hinten. Wichtig ist stattdessen, dass die ID3 Tags in den Dateien möglichst vollständig gepflegt sind. Und auch sinnvoll sollten die Angaben sein, denn auch ein Doppel-Album soll ja auch als solches erkannt und in der passenden Reihenfolge abgespielt werden.

Leider helfen einem Programme wie Apples iTunes oder Microsofts Zune Software nicht großartig dabei. Solange man die Musik einzig und alleine mit genau einem dieser Programme rippt, abspielt und verwaltet, mag die Sache vielleicht noch ausreichen, aber wer etwas mehr will, der scheitert. So setzt iTunes beim Rippen eines Doppel-CD Samplers zwar brav die Tags für die CD Nummer, vergisst aber dann, den Album Artist zu setzen. Und nachdem CD 1 und CD 2 auch noch einen anderen Albumnamen bekommen, endet die Sache unschön. Zune macht es nicht besser, hier wird zwar der Album Artist brav gesetzt, aber dafür fehlt die CD Nummer. Beides an sich vollkommen unbrauchbar.

Es braucht also eine einfache, kostenlose Software wie MP3tag, um die Tags sauber zu verwalten. Und wer beim Rippen noch ein wenig mehr Einstellmöglichkeiten haben möchte, der muss auch nicht die Funktionen vom Media Player, Zune oder iTunes nutzen, sondern kann sich fre:ac anschauen.

Sowohl iTunes als auch Zune und WMP nutzen ID3 Tags im modernen ID3v2 Format. Während Apple nur ID3v2.2 nutzt, ist bei Microsoft ID3v2.3 angesagt. Zur Kompatiblität schreibt Zune auch noch ID3v1. MP3tag schreibt standardmäßig ID3v2.3, womit aber iTunes auch keine Probleme bekommt.

mp3tag

Wichtige Tags

Zuerst einmal sind folgende Tags wichtig und sollten ausgefüllt werden (ich beziehe mich hier auf die Bezeichnungen der Felder in MP3tag, nicht auf die originalen Namen der Tagfelder in der ID3 Spezifikation):

Titel – der Titel des jeweiligen Songs

Interpret – der Interpret des jeweiligen Songs

Album – der Name des Albums, von dem der Song stammt

Track – die Nummer, die der Song auf dem Album hat

Man sollte dabei darauf achten, nicht aus Versehen führende oder abschließende Leerzeichen mit in die Tags zu bringen. Diese werden gespeichert und bringen nachher die Sortierung in den Programmen durcheinander.

Die Verwendung von ganz normaler Schreibweise erhöht die Leserlichkeit deutlich, d.h. die ausschließliche Verwendung von Groß- oder Kleinbuchstaben sorgt nicht für mehr Übersicht und sieht nebenbei auch noch besch…eiden aus.

Tracknummern werden ganz normal von 1 an begonnen und als Zahl geschrieben. Es gibt Leute, die Tracknummern als 1/15 angeben, d.h. hinter dem Schrägstrich noch die Anzahl der Tracks. Diese Angabe wird allerdings von den Programmen nicht ausgewertet und ist in meinen Augen überflüssig.

Sobald der Name des Interpreten nicht über das gesamte Album gleich ist, also z.B. ein Song von “Armin van Buuren” und der nächste von “Armin van Buuren feat. Sharon den Adel” ist, sollte der Tag Album-Interpret gesetzt werden, in diesem Fall auf “Armin van Buuren”. Zusammen mit dem Namen des Albums können die Programme so erkennen, dass trotz unterschiedlicher Interpreten all diese Songs zu einem Album eines Interpreten gehören.

Sampler und CD-Sets

Bei Samplern ist es natürlich, dass die Titel von unterschiedlichen Interpreten stammen. Hier hat es sich bewährt, als Album-Interpret “Various Artists” einzusetzen.

Für Sets aus mehreren CDs gibt es das Tag CD-Nummer. Hier ist nicht etwa die Nummer der CD in der persönlichen Sammlung gemeint, sondern die Nummer der CD im Set. Begonnen wird auch hier mit der 1 und auch hier ist ein Schrägstrich mit der darauf folgenden Angabe der CDs im Set optional und meines Erachtens unnötig.

Eine Angabe der CD-Nummer im Albumnamen ist unsinnig. Wenn man möchte, dass das Doppel-Album “Mirage” auch als solches angezeigt wird, der vergibt nicht als Albumtitel “Mirage (Disc 1)” und “Mirage (Disc 2)”, sondern sorgt für die Unterscheidung der CDs über den CD-Nummer Tag und belässt den Albumtitel so wie er sein soll.

Optionale Tags

Um Songs besser suchen und kategorisieren zu können, gibt es die Tags für das Genre, das Erscheinungsjahr und den oder die Komponisten. Diese Tags sehe ich als optional an. Das Genre ist nicht immer wirklich zu bestimmen und man kann sich wunderbar darüber streiten. Erscheinungsjahr und Komponist sind interessante Punkte, aber wenn sie nicht vorhanden weil nicht bekannt sind, ist dies auch kein Beinbruch.

Das Erscheinungsjahr wird natürlich als vierstellige Jahreszahl angegeben, der oder die Komponisten in Reihenfolge, wobei das Komponisten Tag ein einfaches Freitextfeld ist. Genau so ein Freitextfeld ist das Kommentarfeld, was man sicher für allen möglichen Unsinn nutzen kann, aber nicht muss. In den meisten Fällen ist es überflüssig und wird von den Programmen auch nicht weiter genutzt.

Cover

iTunes und Zune können aus Musikstücken die Coverbilder lesen, speichern sie aber nicht unbedingt auch wieder im Musikstück. iTunes tut dies zum Beispiel nur bei einer manuellen Bearbeitung, aber nicht, wenn man aus dem Netz automatisch Cover nachladen lässt.

Wenn man mit MP3tag ein Coverbild in ein oder mehrere MP3s einbaut, sollte man sich etwas beschränken. Eine Größe von 600×600 Pixeln sollte ausreichen, JPG Format ist allgemein am gebräuchlichsten und die Dateigröße sollte dabei an sich wenige Kilobytes nicht überschreiten.

Man kann mehrere Coverbilder in einer MP3 Datei unterbringen, sinnvoll ist aber normalerweise nur das Anlegen eines Front Covers.

Dateinamen und Verzeichnisse

Sind die Tags einmal sauber gesetzt, kann man die Dateien in eine passende Struktur bringen. Über den Konverter in MP3tag kann man automatisiert aus den ID3 Tags die Dateinamen erstellen lassen. Ich empfehle dabei den folgenden Konverter-String:

$num(%track%,2). %artist% – %title%

Damit wird eine zweistellige Tracknummer erzeugt, je nach Notwendigkeit mit führender Null und darauf folgen Interpret und Titel.

Der Name des Interpreten sowie der Name des Albums werden jeweils einzelne Unterorder im Dateisystem. Teilt sich das Album oder der Sampler in mehrere CDs finden sich unterhalb des Ordners mit dem Albumnamen die Ordner “CD1” bis zum Ende des Sets.

Tipps & Tricks

Während der Bearbeitung mit MP3tag sollte man die Dateien an einem Ort liegen haben, der nicht durch iTunes, WMP oder Zune überwacht wird. Das verwirrt die Programme nur.

Zune überwacht im laufenden Betrieb auch größere Ordnerstrukturen auf Änderungen. Fügt man Musikstücke in einen von Zune überwachten Ordner ein während Zune läuft, sollten die Daten sofort gefunden werden. Bearbeitet man hingegen Dateien, die schon in einem überwachten Ordner liegen, kann es sinnvoll sein, nach Änderung der ID3 Tags diese Dateien einmal bei laufender Zune Software in einen nicht überwachten Ordner zu verschieben und dann wieder zurück an ihre eigentliche Stelle.

Der Windows Media Player durchsucht die Sammlung und legt dabei einige Mülldateien wie AlbumArt*.jpg in den Verzeichnissen an. An sich schon ziemlich unschön, nur arbeitet er dabei auch noch reichlich dämlich. Findet er einen Ordner, in dem nur ein Song ein Coverbild hat, wird dieses Coverbild dann für alle weiteren Musikstücke in diesem Ordner verwendet – egal ob das nun passt oder nicht. Ab einer gewissen Datenbankgröße fängt der WMP dann völlig an zu spinnen und setzt dieses Coverbild dann an Stelle jedes Musikstücks ohne Cover ein, egal aus welchem Ordner es kommt.

Entweder meidet man daher den WMP oder nutzt ihn rein als Abspielprogramm ohne Datenbankfunktion und ohne dass er die Bibliotheken durchsucht und seine Hinterlassenschaften in die Verzeichnisse müllt. Wie das geht? Man sucht die Datei CurrentDatabase_372.wmdb unter C:\Benutzer\<Name>\AppData\Roaming\Media Player und setzt darauf schlichtweg das Schreibschutzattribut. Der WMP spielt weiter brav alles ab, aber kommt nicht auf die Idee, irgendetwas an der Musiksammlung ändern zu wollen.

Wenn man all dies beachtet hat, können iTunes, WMP und Zune und vermutlich auch diverse andere Programme die getaggte Sammlung einlesen, zeigen Cover passend an, zeigen Sampler und Alben zusammengehörig und spielen alles in passender Reihenfolge ab. Und auch die Synchronisation zum passenden Smartphone sollte jetzt kein Thema mehr sein. Dem Musikgenuss steht dann nicht mehr viel im Wege.

Höchstens noch etwas Arbeit zum Rippen der CD Sammlung… Zwinkerndes Smiley

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Windows Live SkyDrive im Explorer einbinden

Bei Microsoft gibt es für jeden, der bei Windows Live angemeldet ist, 25 GB kostenlosen Speicherplatz im Netz, genannt “SkyDrive”. Man sollte zwar immer daran denken, dass die Dateien irgendwo im Netz (Neusprech “in der Cloud”) liegen und diesem Speicher keine wichtigen Dokumente oder unverschlüsselte, persönliche Daten anvertrauen, aber für den kurzen Datenaustausch eignet sich das SkyDrive problemlos.

Zugriff aufs SkyDrive kann man über verschiedenste Geräte und Methoden bekommen. Die einfachste Variante ist dabei zuerst einmal der Zugriff im Browser über https://skydrive.live.com/

Windows Phone 7 greift von sich aus aufs SkyDrive zu, um auf Wunsch Bilder oder Dokumente zu speichern. Außerdem gibts eine App für den bequemen Zugriff auf die Daten, welche übrigens auch fürs iPhone verfügbar ist.

Wer nicht mit dem Smartphone arbeitet und den Browser zu unflexibel oder zu unbequem empfindet, kann das SkyDrive auch ganz einfach in den Explorer einbinden und wie auf ein Netzlaufwerk darauf zugreifen. Wir brauchen dazu nur eines: den CID Code. Wer sich, wie oben beschrieben, per Browser angemeldet hat, sieht in der Adressleiste eine Codenummer in der Adresse, die hinter #cid= beginnt und vor &id= endet. Diesen Code müssen wir einfach nur aus der Adresse herauskopieren.

Nun kann per Rechtsklick auf “Computer” ein neues Netzlaufwerk hinzugefügt werden. Die Adresse wird dabei wie folgt eingegeben:

\\docs.live.net@SSL\CIDcode\Ordnername

Für CIDCode wird jetzt der oben ausgelesene CID Code eingefügt. Um den Ordnernamen auszuwählen, ist als wichtiger Hinweis zu beachten, dass die vordefinierten Ordner wie “Öffentlich” mit ihrem englischsprachigen Namen mit einem führenden ^2 angegeben werden müssen. Aus “Öffentlich” wird so ^2Public.

Am Ende kommt dann eine Adresse wie folgende heraus:

\\docs.live.net@SSL\1234567787891\^2Public

Der Zugriff im Hintergrund erfolgt per WebDAV. Nachteil dieser Lösung ist übrigens, dass die Dateierweiterungen nur drei Zeichen lang sein dürfen. Dateien mit längeren Erweiterungen werden mit Fehlermeldungen abgewiesen und lassen sich nur per Browser hochladen.

skydrive

Die “Füllstandsanzeige” im Explorer zeigt übrigens nicht die Werte des SkyDrives an, sondern die der lokalen Festplatte. Ich denke mal, dass der Zugriff mit Windows 8 im kommenden Jahr etwas vereinfacht wird.

Man kann übrigens auch schon länger Daten automatisch über das SkyDrive zwischen verschiedenen PCs synchronisieren. Mit Windows Live Mesh können lokale Ordner einfach zur Synchronisation freigegeben werden und alle Änderungen tauchen automatisch im SkyDrive und auf allen verbundenen PCs auf. Damit kann man dann seine Office Dateien zu Hause erstellen, im Internet Café per Browser oder auch per Smartphone Änderungen vornehmen und alle Geräte gleichen sich untereinander ab. Geht übrigens schon deutlich länger als man in Kreisen der angebissenen Äpfel das Wörtchen “Cloud” in den Mund genommen hat…

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ICP 5085BR und Festplatten größer 2 TB

Seit langer Zeit tut hier im heimischen Keller-Server ein SAS RAID Controller seinen Dienst, ein ICP 5085BR mit acht Ports von ICP Vortex. An sich ist es eher schon ein Adaptec Controller, da Adaptec damals ICP Vortex übernommen hat und die letzten ICP Serien an sich nur noch umgelabelte Adaptec Designs waren.

Mit fünf Platten a 1 TB im RAID5 wurde es zuletzt etwas knapp, da auch die DVD Sammlung den Weg auf den Server finden soll. Also wurden 2 TB Platten geordert, in diesem Falle die Seagate Barracuda Green ST2000DL003. Die erste Platte wurde beim Tausch im laufenden Betrieb aber nicht akzeptiert, sondern sowohl als fehlerhaft abgeworfen und mit einer Kapazität von 0 MB angezeigt.

Eine testweise ausgepackte zweite Seagate wurde mit selbigem Fehler abgeworfen. Zum Test hatte ich noch eine 2 TB Hitachi zur Verfügung – aber auch hier kein Erfolg.

Auf der Adaptec Webseite steht die Firmware 5.2.0-15611 für den 5085BR zur Verfügung. Nur ist das schon genau die Version, die hier seit Ewigkeiten installiert ist. Die Supportanfrage bei Adaptec brachte dann die Lösung!

Bei Adaptec gibt es auf Nachfrage eine Firmware Version 5.2.0-15617 zum Download, die explizit auch Platten über 1 TB unterstützt und nebenbei auch noch weitere Fehler beheben soll. Also Firmware-Update durchgeführt (DOS Flasher…weia) und schon klappts auch mit der neuen 2 TB Platte. Warum man diese Firmware nicht direkt bereitstellt, ist da die große Frage.

Wer somit am 5085BR große Platten betreiben will, möge sich einfach an den Adaptec Support wenden. Und möglicherweise verstecken sich da ja noch Firmware Updates für andere Controller, die auch solche Funktionen nachrüsten.

Ach übrigens: die aktuellste Version vom Adaptec Storage Manager läuft auch problemlos mit dem alten ICP Controller und man muss sich nicht mit der uralten Java Basis der ursprünglichen Version herumquälen.

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Windows stabiler und sicherer? Geht nicht. Oder?

Es hat etwas länger gedauert seit dem letzten Artikel, aber manchmal muss man einfach Prioritäten setzen.

Wie schon im letzten Artikel gibt’s auch hier zuerst einen Blick in die Vergangenheit. Windows 9x und ME mit ihrem DOS Unterbau liefen auf Basis des (V)FAT Dateisystems bzw. FAT32. Das Dateisystem bietet dabei keinerlei Möglichkeiten, irgendwelche Rechte zu beschränken. Wer Zugriff aufs Dateisystem hat, hat überall Zugriff.

Selbiges gilt natürlich nicht nur für den Benutzer, sondern auch für jegliche Programme. Die schon erwähnte “DLL Hölle” wurde mit noch älteren Windows Versionen geboren und sorgte dafür, dass verschiedene Programme bei ihrer Installation einfach irgendwelche System-DLLs durch neuere oder ältere Versionen ersetzen konnten. Das führte früher oder später immer zum Chaos.

Wer einen Bluescreen unter Windows 9x sehen wollte, brauchte nur im passenden, falschen Moment eine Diskette aus dem Laufwerk zu ziehen, während noch darauf zugegriffen wurde.

Mittlerweile sind solche Macken zum Glück Geschichte, aber manches Mal läuft ein System trotzdem instabil und Windows Systeme sind immer noch die größten Verbreitungsquellen für Schadsoftware. Was schon bei den Fragen der Performance galt, gilt hier auch weiterhin: mehr und zusätzliche Software macht das System meist weder stabiler noch sicherer.

Firewall? Aber sicher!

Die Mehrzahl der Benutzer hat heutzutage von Antivirensoftware und Firewalls schon etwas gehört. Im professionellen Bereich ist eine Firewall kein Stück Soft- oder Hardware, sondern ein Konzept, bestehend aus vielen verschiedenen Komponenten. Auch wenn dies jetzt umständlich klingt, sollte jeder sich auch privat zumindest ein wenig damit beschäftigen. Eine einfache “Personal Firewall”, also ein Programm, was auf einem PC installiert wird, kann eine Sache leisten: sie kann den PC so verschließen, dass kein Zugriff von außen auf diesen PC möglich ist. Dies sollte auch die Grundeinstellung einer jeden Personal Firewall Software sein. Eines kann sie aber nicht: sie kann niemals verhindern, dass ein Benutzer oder eine Software sie von innen umgehen oder deaktivieren. Allerdings gibt es viele Produkte, die so etwas suggerieren.

Eine solche Software, die ausgehenden Netzwerkverkehr filtern möchte, kann immer nur die Programme filtern, die sich brav an alle üblichen Funktionalitäten des Betriebssystems halten. Insofern könnte sie also dazu dienen, ein normales Programm daran zu hindern, z.B. auf bestimmte Adressen zuzugreifen. Nur warum setze ich Software ein, wenn ich ihr nicht vertraue? Was ich auf dem heimischen PC an Software einsetze, könnte prinzipiell mit dem Internet kommunizieren, sobald ich eine Internet-Verbindung aufgebaut habe. Und gerade die Programme, die es drauf anlegen, schaffen das auch.

Im Gegenzug gab es in den letzten Jahren öfter Meldungen über Sicherheitslücken in verschiedenen Personal Firewall Produkten. Hiermit wird also ganz deutlich, dass die Installation zusätzlicher Software auch zusätzliche Angriffspunkte schafft. Die Windows Firewall ist seit XP SP2 standardmäßig aktiv und bei Windows 7 kann man sie recht bequem konfigurieren – selbst für die eher nicht so sinnvollen, ausgehenden Verbindungen. Insofern kann man hier ganz problemlos auf zusätzliche Software mit zusätzlichen Risiken verzichten.

Virus? Anti-Virus?

Antivirensoftware ist für viele Benutzer das zweite Allheilmitteln, oft auch in Zusammenhang mit einem Komplettpaket aus Personal Firewall und diversen weiteren “Sicherheitsfunktionen”. Die Antivirensoftware analysiert geöffnete Dateien und meist auch den Netzwerkverkehr und versucht, anhand von bekannten Merkmalen oder einem typischen Verhalten zu erkennen, dass eine Datei oder ein Netzwerkzugriff schädlich sind. Eines kann man daraus schon gleich ersehen: dazu muss entweder die Schadsoftware schon bekannt sein oder ihr Verhalten ist so typisch, dass die Verhaltensanalyse des Antivirenprogrammes anschlägt. Also eine Kombination aus Aktualität, Bekanntheit der Schadsoftware und gutem Ratevermögen, wenn man so will. Und wie auch schon bei der Personal Firewall kann eine unerkannte Schadsoftware, die einmal aktiv geworden ist, natürlich auf dem PC beliebige Dinge anstellen – auch mit der Antivirensoftware. Sich erfolgreich zu verstecken ist nur eine Möglichkeit.

Somit zeigt sich ganz klar: ein Antivirenschutz ist kein 100%iger Schutz! Er ist kein Rettungsanker, auf den man sich jederzeit voll verlassen kann. An sich ist ein Virenschutz auf dem PC immer nur eine Anzeige dafür, dass das Sicherheitskonzept versagt hat, wenn er eine aktive Schadsoftware erkennt. Oder halt ein Schutz vor alter Schadsoftware, die man zufällig irgendwo herunterlädt. Mehr nicht. Er gehört auf jeden PC mit drauf, aber ist auch nur ein Teil eines Sicherheitskonzeptes.

Der Mensch steht im Mittelpunkt und damit jedem im Weg!

Das größte Sicherheitsrisiko ist immer noch der Benutzer. Heutige Schadsoftware arbeitet viel mit sozialen Komponenten. Wenn einem Benutzer nur gut genug weisgemacht wird, dass er eine Software installieren will, dann wird er jegliche Sicherheitswarnungen ignorieren und diese auch installieren.

Andererseits gibt es immer noch Leute, die die automatischen Windows Updates deaktivieren. Ein ungepatchtes System ist aber leicht angreifbar und Lücken im System werden auch gnadenlos ausgenutzt. Es ist also existenziell wichtig, das System auf dem aktuellen Stand zu halten. Falls mal was bei den Updates schief gehen sollte: ein aktuelles Backup ist eh Pflicht, insofern können die Sicherheitsupdates im Extremfall höchstens etwas mehr Zeit kosten. Wenn das System aktuell ist, ist die größte, verbleibende Lücke nur noch der User, und der ist leider immer noch viel zu oft Administrator.

Windows Vista und 7 richten nach der Installation nicht mehr automatisch einen Benutzer ein, der jegliche Rechte hat. Der erste Benutzer ist zwar an sich Administrator, aber er hat nur das Recht dazu, nach einer Bestätigung eben jene administrativen Rechte zeitweise zu erlangen. Die berühmte UAC Abfrage und für viele zuerst sehr nervig. Allerdings eines der sinnvollsten Sicherheitsfeatures seit Windows Vista. Normal ausgeführte Programme laufen einfach nur mit Benutzerrechten und haben keinen Zugriff aufs System oder Daten anderer Benutzer. Will man eine Software ausführen, sieht man sofort recht deutlich, dass diese administrative Zwecke anfordert und kann dies ablehnen – wenn man denn nicht, wie im ersten Absatz angedeutet, sowieso zu allem zustimmt.

Für die Sicherheit kann man also zusammenfassend folgendes tun:

- automatische Updates aktivieren und das System darüber aktuell halten
- die Benutzerkontensteuerung verstehen und sinnvoll einsetzen, d.h. nicht deaktivieren
- nicht alles öffnen, was einem im Internet angeboten wird, insbesondere nicht ohne vorher nachzudenken.
- einen aktuellen Virenscanner nutzen, aber deswegen trotzdem nichts unüberlegtes tun
- die Windows Firewall aktiviert lassen, die Standardeinstellungen reichen aus

Stabilität ist alles!

Die Tipps zur Sicherheit wirken sich auch auf die Stabilität aus. Aber dazu gehört noch ein wenig mehr, nicht nur auf der Seite der Software.

Windows selbst ist heutzutage stabil. Ohne großes Wenn und Aber. An der Software selber kann man nichts selber verbessern – nur durch wackelige Hardware und Treiber verschlechtern.  PCs und Notebooks sind mittlerweile nicht nur preiswerter, sondern auch billiger geworden. Qualität hat aber immer noch ihren Preis und einen hochwertigen PC gibt es nun einmal nicht für 299 EUR im Lebensmittel-Discounter.

Worauf kommt’s bei der Hardware an? Viele schauen auf den Prozessor oder auf die Festplattengröße, aber das sind zweitrangige Dinge. Ein stabiles System hat ein qualitativ hochwertiges Mainboard, gute Speichermodule und ein ebenfalls hochwertiges Netzteil.

Das 750 Watt Netzteil für 24,99 EUR kann nur als Chinaböller angesehen werden. Die Gamer-Speicher, die erst bei nicht mehr spezifikationsgemäßer Spannung laufen, tragen ebenfalls nicht zur Stabilität bei. Wem die Auswahl der Komponenten zuviel ist, der sollte nach einem Komplettsystem aus den Business-Serien der Markenhersteller wie HP oder Dell Ausschau halten. “Business” ist alles das, was nicht beim Blödmarkt steht…

Bei guter Hardware sind normalerweise auch die Treiber von ganz anderer Qualität als bei Billigstware. Bei Herstellern wie z.B. Intel bekommt man über längere Zeit hinweg Updates, direkt Support bei Problemfällen und auch mal Listen von Änderungen zwischen Treiberversionen. Insofern hilft also auch ein wenig, eher nach bekannten Marken zu schauen.

Alles sonstige, was sich negativ auf die Stabilität auswirkt, wurde schon im Artikel über die Tuning-Tools erwähnt. Insofern alles kein Hexenwerk und das stabile und sichere System ist absolut keine Utopie, sondern mit einer guten Basis und ein wenig Eigendisziplin leicht zu realisieren.

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Die besten Windows Tuning Tipps…

…findet man seit Jahren an jeder Ecke. Zeitschriften und Webseiten bringen einen mit immer imposanteren, reißerischeren Überschriften dazu, sich das Heft zu kaufen oder die Webseite (und die Werbung dort) zu konsumieren. Nachdem sich mittlerweile ein ganzer Gewerbezweig damit finanzieren kann, diverse Tools zu verkaufen, die all diese Tipps und noch viel mehr umsetzen und das System angeblich schneller, besser, stabiler und sicherer machen wollen, scheint zumindest die Notwendigkeit des Tunings und Windows-aufräumens ja bewiesen. …oder?

Wer jetzt zuallererst “Ja” rufen wird, sind genau die Firmen, die einem auch gleich die passenden Werkzeuge zum Aufräumen, Tunen und Sicherermachen verkaufen wollen. Warum diese Firmen so erfolgreich sind? Da braucht man dann wohl nur einen kleinen Blick auf die Geschichte von Windows zu richten. Die auf DOS basierenden Windows Systeme bis einschließlich Windows Me waren dank eben jenes DOS Unterbaus teilweise auf recht wackeligen Füßen unterwegs. Die Windows Registrierung als Datenbank, wie sie mit Windows 95 eingeführt wurde, konnte anwachsen – und das auf ein vielfaches des damals normalen Arbeitsspeichers eines üblichen PCs. Und die DLL Hölle mit gleichnamigen DLLs in unterschiedlichen Versionen, die von intelligenzlosen Installern stumpf ersetzt wurden, tat ihr Übriges. Kurz gesagt, es lief irgendwie. Aber zumindest wer immer mal wieder neue Programme installierte und deinstallierte, erlebte oftmals ein Chaos.

Wo Probleme auftauchen, tauchen auch schnell Leute auf, die Lösungen versprechen. Die Registry zu säubern wurde zu Windows 95 Zeiten sogar von Microsoft als probates Mittel angesehen. Uninstaller Programme überwachten das System, diverse Registry Parameter konnten gesetzt werden, um möglicherweise doch das System zum gewünschten Verhalten zu bringen. Für eine große Masse von Menschen wurde das System zum Selbstzweck. Mit dem PC wurde gespielt, gearbeitet und es wurde Windows “gepflegt”. Die Notwendigkeit, Windows halt öfter mal neu zu installieren, lebte auf.

Gestorben ist sie schon lange, zusammen mit vielen anderen Problemen, die heute einfach nicht mehr aktuell sind oder teilweise einfach durch leistungsfähige Hardware irrelevant wurden. Was nicht gestorben ist, sind viele Tipps zum Tuning aus der damaligen Zeit. Und nach dem Microsoft die heilige Kuh der Kompatibilität brav streichelt, funktionieren viele davon auch noch – das heißt, es gibt die entsprechenden Registry Schlüssel noch. Ob sie heute aber noch notwendig sind? Kaum. Im Gegenteil. Was damals als Notbehelf sinnvoll war, ist heute mindestens unnötig und im schlimmsten Fall gefährlich.

Die Programmierer der diversen Tools wissen dies vielleicht – aber je mehr Optionen man im Tuningprogramm verändern kann, je schicker das aussieht, desto besser kann man solch ein “Werkzeug” verkaufen. Aus dem amerikanischen Sprachraum kommt dafür die Bezeichnung “snake oil”. Schlangenöl.

Wie macht man Windows denn nun schneller?

Weniger ist mehr! Zumindest gilt das für jegliche Pflege- oder Tuning-Programme. Kein System wird dadurch schneller, dass man mehr Software installiert – selbst wenn diese angeblich das System schneller machen soll. Alle notwendigen Programme liefert Microsoft bereits mit. Kostenlos.

msconfig

msconfig ist für den Anfang das wichtigste Programm, um Windows “schneller” zu machen. Schneller in Anführungszeichen, weil das System selber nicht langsam wird. Es werden nur im Laufe der Zeit diverse Programme installiert, die sich automatisch mit dem System starten und den Bootvorgang verlangsamen sowie während des Betriebs Arbeitsspeicher kosten.

wintune1

Auf der Seite “Systemstart” finden sich alle Programme, die so mit geladen werden. Wie man im Beispiel sieht können das eine ganze Menge sein und viele davon braucht man gar nicht oder gar nicht bei jedem Start. Also einfach mal alle deaktivieren und testen. Wetten, dass der nächste Neustart plötzlich deutlich schneller ist?

Falls doch Programme wieder gebraucht werden, können sie auch einfach wieder in msconfig aktiviert werden.

Defrag

Wer noch keine SSD nutzt, kann durch die Defragmentierung der Festplatte einen gewissen Performanceschub erreichen. Allerdings sollte man es mit dem Defragmentieren nicht übertreiben. Defrag ist kein Allheilmittel. Die wunderbare Sache dabei: seit Vista defragmentiert Windows automatisch. Im Hintergrund. Ohne dass man sich drum kümmern muss. Und genau so muss es auch sein, schließlich ist der PC ja eben kein Selbstzweck. Das System wartet sich selber, der Benutzer braucht sich nicht drum zu kümmern.

Und weil die Defragmentierung eben kein Selbstzweck ist, sind bunte, nichtssagende Kästchen und tolle Erfolgsmeldungen darüber absolut sinnlos. Die Sinnlosigkeit wird nur noch durch die Defragmentierung von SSDs getoppt. Windows 7 deaktiviert dies sofort von alleine, aber die Verkäufer von Schlangenöl bieten natürlich auch hier entsprechende Produkte und versprechen Performanceschübe. Die wird man nie erreichen – dafür aber die SSD schneller verschleißen.

Datenträgerbereinigung

Diverse Software lässt gerne mal an allen möglichen Ecken, insbesondere in den temporären Verzeichnissen, diverse Dateien liegen. Diese Dateien, und zwar auch nur diejenigen, die schon eine gewisse Zeit an ihrem Ort liegen, entfernt die Datenträgerbereinigung.

wintune2

Starten, die angegebenen Punkte markieren und die Daten löschen lassen. Es bringt zwar nicht unbedingt mehr Performance, aber gerade bei den schon genannten SSDs ist der Platz ja doch geringer als bei modernen Festplatten und jedes Megabyte noch etwas wertvoller.

Und was ist mit der Registry? Cleanen? Defragmentieren?

Die Registry ist eine Datenbank. Sie wird nicht beim Booten des Systems komplett eingelesen, wie manch einer zu denken scheint. Wie bei allen Datenbanken liest das System genau aus den Bereichen Daten aus, die angefordert werden – und nichts mehr. Es ist also absolut völlig egal, wie groß die Registry ist. Die Registry wird nie so groß werden, dass man sie mit irgendwelchen Programmen verkleinern oder “aufräumen” muss.

Muss man nicht. Ganz einfach. Seit Windows XP sorgt das System übrigens von selber dafür, dass die Registry Dateien im Dateisystem nicht ernsthaft fragmentieren. Also auch da ist es unnötig, selber Hand anzulegen.

Und was ist mit überflüssigen Einträgen? Die Registry an diesem System hier ist insgesamt etwa 85 MB groß. Sollte es jetzt ein paar Dutzend Einträge geben, die hinterlassen wurden, wie groß mögen diese wohl sein? Wie viel würde es bringen, diese zu entfernen? Und woher soll ich es wissen, ob diese Einträge wirklich Hinterlassenschaften sind oder doch noch einmal gebraucht werden? Woher will es der Programmierer der “Cleaning” Software wissen? Und wie groß ist das Risiko, doch mal den falschen Eintrag zu löschen im Vergleich zum winzigen Vorteil, den man durch das Löschen hätte? Ergo: der Nutzen ist quasi nicht erkennbar, ein gewisses Risiko aber schon vorhanden. Und wie schon oben erwähnt: wieso sollte man sich als Benutzer überhaupt damit abgeben, so etwas langweiliges wie Registry Aufräumvorgänge durchzuführen? Ich hab da viele bessere Dinge zu tun.

Und das wars auch schon mit dem Tuning per Software. Die drei genannten Bordwerkzeuge, von denen eines eh automatisch arbeitet, sind der Kern eines sauberen und schnellen Systems von Seiten der Software her. Ehrlich!

Zeitaufwand: fünf Minuten einmal im Vierteljahr. Kosten: null Euro.

Und wie mache ich Windows stabiler und sicherer?

Das schreibe ich dann im nächsten Artikel in den kommenden Tagen. Smiley

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