XP Alternative 3: Windows

Auch wenn es in der allgemeinen Meinung vielleicht nicht so aussieht, wird die Mehrzahl der Windows XP Installationen wohl durch ein aktuelleres Windows ersetzt bzw. wurde es schon. Welches Windows dabei sinnvoll ist und welche Hardware denn nun wirklich notwendig ist, möchte ich hier ein wenig beleuchten.

Momentan unterstützt Microsoft noch vier Versionen von Windows mit Updates. Windows Vista, 7, 8 und 8.1. Allerdings gibt es unterschiedliche Support-Laufzeiten. Normalerweise gibt es für die Windows Systeme zehn Jahre Support, wobei die letzten fünf Jahre nur Updates für sicherheitsrelevante Probleme veröffentlicht werden – der sogenannte erweiterte Support. Der Support für ein Windows ohne Servicepack endet normalerweise zwei Jahre nach dem Erscheinen des Servicepacks. Der Support für Windows 7 ohne Servicepack ist also bereits eingestellt, denn das Servicepack 1 für Windows 7 erschien Anfang 2011.

Die kleine Ausnahme ist Windows 8.1. Auch wenn das ursprüngliche Windows 8.1 von Microsoft an sich wie eine neue Version behandelt wird, gilt es im Produktlebenszyklus nur wie ein Servicepack für Windows 8. Zwei Jahre nach dem Erscheinen von Windows 8.1 wird demnach auch der Support für Windows 8 eingestellt. Da das Update auf 8.1 allgemein kostenlos ist, ist das im Normalfall kein großes Problem. Zu den Sonderfällen, wo es ein Problem wird, komme ich später.

Windows Vista

Windows Vista ist auch mit dem SP2 schon aus dem normalen Supportzeitraum raus, der erweiterte Support läuft noch bis April 2017. Vista ist ausgereift, benötigt aber nicht weniger Systemressourcen als Windows 7. Es spricht nichts wirklich gegen Vista, aber auch nichts dafür. Solange nicht eh die Vista Lizenz schon vorhanden ist und kein Geld für ein neueres Windows oder irgendwelche Hardware absolut nicht unter neueren Windows Systemen will, lohnt sich Vista nicht.

Windows 7

Zur Zeit ist Windows 7 die am weitesten verbreitete Windows Version. Das System gewinnt durch private Wechsler von XP und durch über längere Zeit durchgeführte Migrationen von Firmen sogar noch dazu. Der Support läuft bis Januar 2015, danach der erweiterte Support bis 2020.

Die Systemvoraussetzungen von Windows 7 sind aus heutiger Sicht nicht problematisch, auch nicht für viele ältere Rechner. Ein 32-bit Prozessor mit 1 GHz, 1 GB Arbeitsspeicher und 16 GB Festplattenplatz sowie eine DirectX 9 fähige Grafikkarte sind die Minimalvoraussetzungen. Sinnvoll nutzbar wird das System ab 2 GB Arbeitsspeicher. Grundsätzlich ist das Hardware, wie sie ab etwa 2006 verkauft wurde – oft also genau die Systeme, die bisher mit Windows XP genutzt wurden. Wichtiger als ein schneller Prozessor ist meist die Geschwindigkeit der Festplatte. Der Ersatz gegen eine SSD wirkt Wunder.

Auf alten Geräten ist meist die Nutzung von 32-bit Windows 7 angebracht. Sollen nicht 4 GB oder mehr Speicher verwendet werden, ist dies die sinnvollste Option. Für manche Geräte können dann sogar noch Treiber für Windows XP weiter verwendet werden. Empfohlen wird natürlich, nach aktuellen, passenden Windows 7 Treibern Ausschau zu halten.

Windows 8 und Windows 8.1

Windows 8 leitete die größten Änderungen an der Benutzeroberfläche seit dem Wechsel von Windows 3.x zu Windows 95 ein. Alles seit Windows 95 war ja mehr oder weniger nur eine Auffrischung und nun kam die erste wirklich merkbare Veränderung. Und wie es mit Änderungen so ist, werden sie von vielen Leuten zuerst mal abgelehnt. Aber es wäre zu einfach, dies jetzt nur der Unwilligkeit der Nutzer zuzuschieben. Microsoft hat seit dem Erscheinen von Windows 8 in recht kurzen Abständen Änderungen am System vorgenommen, um die zwei zu sehr getrennt wirkenden Welten ModernUI und Desktop weiter zu verheiraten.

Screenshot (6)

Nachdem Microsoft statt eines Servicepacks für Windows 8 gleich ein Windows 8.1 veröffentlicht hat, gab es ein paar Verwirrungen in den Benennungen. An sich ist Windows 8.1 ein Upgrade, d.h. es handelt sich um eine komplett neue Windows Version (intern 6.3 statt 6.2). Allerdings sprach Microsoft offiziell überall von einem Update. Und damit wird dann auch Windows 8.1 für alle Windows 8 Nutzer genau wie ein Servicepack nach spätestens zwei Jahren zur Pflicht.

Dies wird an einer Stelle problematisch: Windows 8.1 erfordert als 64-bit Version ein paar Befehle des Prozessors, die Windows 8 nicht forderte. Konkret sind dies die Unterstützung von LAHF/SAHF, PREFETCHW und CMPXCHG16B. Der Grund ist vermutlich nur für Programmierer nachvollziehbar. Ob das eigene System diese Befehle unterstützt, lässt sich mit dem Kommandozeilentool CoreInfo überprüfen.

Falls bisher auf einem solchen System Windows 8 64-bit genutzt wird und die genannten Befehle von der CPU nicht unterstützt werden, ist die Nutzung von Windows 8.1 64-bit schlicht nicht möglich. Es bleibt an der Stelle nur, auf ein 32-bit Windows 8.1 umzustellen oder eine CPU mit den entsprechenden Instruktionen zu verwenden – wenn dies denn möglich ist.

Grundsätzlich sind die sonstigen Systemvoraussetzungen gleich wie bei Windows 7 auch. Allerdings benötigt Windows 8.1 in der Realität weniger Speicher und startet schneller als Windows 7, selbst mit deaktiviertem Schnellstart. Auch hier gilt, dass eine schnelle Festplatte oder besser SSD erheblich wichtiger als ein schneller Prozessor sind.

Auf manchen Systemen bereitet die Schnellstartfunktion Probleme. So sind z.B. Notebooks mit älteren Intel 3945 und 4965 WLAN Adaptern gerne mal etwas zickiger und finden keine Funknetze, nachdem sie aus dem Schnellstart gestartet wurden. In diesem Fall hilft nur das Deaktivieren des Schnellstartmodus’, da Intel keine neueren Treiber mehr bereitstellt, um das Problem zu beseitigen.

Allgemein kommen mit jeder neuen Windows Version mehr aktuelle Treiber direkt über Windows Update. Waren Treiber über Windows Update bei XP noch eher die Ausnahme, installiert Windows 8.1 automatisch nach der Erstinstallation für eine große Menge an Geräten automatisch die passenden Treiber. Hierbei werden auch Treiber für Geräte angeboten, für die die eigentlichen Hersteller gar keinen Windows 8.1 Support bieten – so z.B. Intels alte 945 Grafikchips, wie sie in der ersten Generation der Atom Netbooks zu finden waren. Allerdings gerade bei diesen Geräten ist Vorsicht geboten: die Mindest-Bildschirmauflösung für die Ausführung von ModernUI Apps beträgt 1024×768 – die meisten Netbooks haben aber nur 1024×600 Pixel Displays. Windows selber läuft, es kann allerdings keine App genutzt werden. Meines Erachtens hätte man da die Grenze etwas niedriger setzen sollen, aber Microsoft hat sich dort leider anders entschieden.

Grundsätzlich läuft Windows 8.1 somit auch auf Hardware, die um 2006…2007 auf den Markt kam. Auf einem alten Sony Vaio Subnotebook mit einer 1 GHz Dualcore CPU und 1,5 GB Ram sowie einer fürchterlich langsamen 1,8” Festplatte brachte hier der Ersatz von Windows XP durch Windows 8.1 einen ordentlichen Geschwindigkeitsschub.

Support gibts für Windows 8.1 bis Januar 2018, erweiterten Support dann bis Januar 2023. Eine ziemlich lange Zeit.

Software und Kompatibilität

Bei Microsoft gibt es die teilweise schon fast wie eine heilige Kuh behandelte Kompatibilität. Auch wenn mancher dies als Innovationshemmnis ansieht, ist es für den Nutzer grundsätzlich gut. So kann auch uralte Software oft problemlos genutzt werden. Oft, aber auch nicht immer.

Mit der Einführung der Win32s API als Erweiterung für das eigenlich 16-bittige Windows 3.1 begann 1994 die 32-bit Windows Geschichte abseits der schon 1993 für professionelle Anwendungen eingeführten Windows NT Schiene. Als Demonstrationsprogramm wurde damals FreeCell mitgeliefert.

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Und dieses läuft heute noch auf einem aktuellen Windows 8.1 64-bit! Wir reden hier von einer Binärkompatibilität von über 20 Jahren! In der IT quasi mehr als nur eine Ewigkeit und z.B. bei Apple undenkbar. Es gibt seitdem keine grundsätzliche Einschränkung, die die Funktion von Programmen verhindert, die API existiert immer noch.

Warum läuft dann doch manch alte Software nicht mehr? Microsoft hat zu jeder Zeit Richtlinien für Programmierer herausgegeben. Jahrelang wurden diese aber viel zu oft ignoriert. Da wurde fest angenommen, dass überall auf der Welt Windows Programme in “C:\Program Files” installiert werden, anstatt das System nach dem Pfad zu fragen, wie es vorgesehen war. Da erforderten Programme sinnlos Zugriff auf Bereiche, für die administrative Rechte notwendig sind. Kein Problem in den Zeiten vor dem Internet, aber heute undenkbar. In vielen Fällen ist es also Schlamperei oder Faulheit oder auch Unwissen der damaligen Programmierer.

Oft ist es aber auch so, dass bestimmte Softwareschnittstellen oberhalb des eigentlichen Betriebssystems schlicht nicht mehr weitergeführt wurden oder Programme direkteren Hardware-Zugriff erfordern, als moderne Systeme erlauben. An diesen Stellen kann dann tatsächlich alte Software auf neuen Windows Systemen scheitern. Also nicht jede uralte Software läuft noch. Richtlinie ist immer: je einfacher und weniger systemnah programmiert, umso größer ist die Chance, dass auch alte Software heute noch auf neuem Windows läuft. Einen Versuch ist es also immer wert.

Fazit

Die Empfehlung geht eindeutig umgekehrt zum Alter: wenn Windows 8.1 grundsätzlich technisch möglich ist, ist es der beste Ersatz für Windows XP. Es ist schneller als die direkten Vorgänger, bietet langjährigen Support und wer von der ModernUI Oberfläche nicht viel mitbekommen will, der muss das auch nicht.

Ist die ModernUI ein so extrem hemmender Faktor oder gibt es Treiber oder genutzte Software, die absolut nur noch unter Windows 7 zur Mitarbeit zu bewegen sind, steht Windows 7 als zweitbeste Möglichkeit bereit.

Windows 8 sollte ohne die Möglichkeit des Updates auf 8.1 wegen der kurzen, verbleibenden Supportzeit eher gemieden werden, für Windows Vista fehlen wie bereits erwähnt die Gründe.

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XP Alternative 2: Apple

Während in den eher technischen Foren im Internet gefühlt drei Viertel der User von Windows XP auf Linux umsteigen wollen, sind anderswo mindestens drei Viertel der User jetzt gewillt, zu Apple zu wechseln.

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Wer den Fernseher anschaltet, muss eigentlich schnell denken, dass es auch mindestens so viele schon getan hätten. In Film und Fernsehen hat Apple eine Medienpräsenz, die sich nicht ganz mit den realen Zahlen deckt. Die weltweiten Marktanteile von OS X bewegen sich je nach Statistik irgendwo bei 7 bis 8 Prozent. Ende 2013 ist selbst das angeblich so gefloppte Windows 8 daran vorbei gezogen. In den USA liegen die Werte etwas höher, in Deutschland etwas niedriger. Je nach Laune zählen manche Statistiken bei den Hardware-Verkaufszahlen auch mal iPads und iPhones mit dazu und sehen Apple dann als weltweiten Marktführer bei Computern. An anderer Stelle unterlässt man das gerne, um Microsoft weiterhin als Monopolisten darstellen zu können – halt ganz wie es gerade beliebt. Aber zurück zum Thema…

Falls der bisher genutzte Windows XP PC einer der schon im letzten Beitrag genannten Rechner aus den XP Anfängen sein sollte, dann wäre das eine Voraussetzung, sich Gedanken über Apple zu machen. Während man in der Windows Welt immer die Wahl der PC-Hersteller und der einzelnen Komponenten hat, gibt es in der Apple Welt halt Apples OS X System, welches auf Apple Hardware läuft und das war es dann eigentlich auch schon. Legal ist es nach Apples Auffassung nicht, OS X auf fremder Hardware zu betreiben. Möglich ist es grundsätzlich, allerdings muss man bei jedem Systemupdate damit rechnen, dass das System nicht mehr funktioniert. Keine gute Basis und damit wirklich nur Bastlern empfohlen.

Die Übernahme von Programmen aus Windows ist so nicht möglich. Kein Windows Programm läuft direkt unter OS X. Falls weiter Windows Software genutzt werden soll, ist entweder eine parallele Installation von Windows notwendig oder die Nutzung einer virtuellen Maschine, in der ein Windows unter OS X virtualisiert wird. Für beides ist ein Windows XP kaum bis gar nicht zu gebrauchen – der Kauf einer Windows Lizenz würde dann also nötig werden. Für die Parallelinstallation über Apples “Bootcamp” stellt Apple Windows-Treiber bereit. Man sollte allerdings peinlich genau achten, dann auch eine unterstützte Windows Version einzusetzen. XP ist nicht mehr möglich. Auf dem neuen Mac pro läuft via “Bootcamp” nur noch Windows 8.1.

Wer jahrelang mit XP gearbeitet hat, wird den Umstieg bei der Bedienung sicherlich als gewöhnungsbedürftig empfinden. Die fest oben liegende Menüleiste, die sich passend zum gerade aktiven Fenster verändert, sorgt für ein einheitlicheres Aussehen, aber auch für längere Mauswege bei größeren Monitoren. Grundsätzlich sah das Apple Betriebssystem aber schon immer irgendwie so aus und jegliche Experimente bei der Bedienung hat man sich wohl verkniffen. Die verkneift man sich auch bei der Hardware, denn neue Geräteklassen wie leistungsfähige Tablets, die mit Tastatur zum vollständigen Notebook und mit Dock zum PC werden, sucht man leider vergebens.

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Will man das OS X System effizient nutzen, muss man diverse Gesten auf dem Trackpad und diverse neue Tastenkombinationen lernen. Dass Apple das @ Zeichen auf der Tastatur anders gelegt hat, ist vermutlich dem früheren “think different” geschuldet. Vielleicht hat ja auch jemand eine Story dazu, wieso Apple gerade dieses Zeichen anders legen musste. Über einen Kommentar mit der Aufklärung dazu würde ich mich freuen.

Zumindest auf den Tastaturen der Apple Macbooks fehlen auch einige der von Windows Notebooks bekannten Tasten. Logischerweise die Windows-Tasten, aber auch z.B. Entf oder die Tasten für Bild-Auf und Bild-Ab. Das ist vermutlich alles eine Gewohnheitssache, allerdings muss ich zugeben, mich nach fast drei Jahren am Macbook immer noch nicht dran gewöhnt zu haben.

Die Auswahl an Geräten ist übersichtlich und der finanzielle Einstieg in die Apple Welt ist ein Mac mini. Dieser ist ausreichend schnell, sehr stromsparend, aber im Vergleich auch nicht wirklich preiswert. Wer die Leistung und Qualität haben möchte, kann natürlich die Summe ausgeben. Aber wer einen einfachen PC für Office und Internet braucht, kommt abseits der Apple Welt auch mit deutlich weniger als 629 EUR zum Ziel. Ist ein iMac der Wunschkandidat, gehts ab 1.299 EUR los. Viel Geld für einen spiegelnden 21,5” Monitor plus eingebautem PC-Innenleben. Leider gibt es dafür serienmäßig nicht einmal mehr als ein Jahr Garantie. Drei Jahre kosten für den iMac noch mal 179 EUR drauf. Dafür soll der Support dann auch recht kulant sein. Wohl dem, der einen Apple Store in der Nähe hat.

Der – oder ein anderer Apple Fachhändler – wird auch gebraucht, wenn an der Hardware mal Dinge kaputtgehen wie z.B. eine Festplatte. Während man sich beim Mac mini “nur” von unten quer durch den kompletten Rechner schrauben muss, um diese zu erreichen (siehe iFixit Anleitung), scheitert man beim iMac schon daran, dass die aktuellen Modelle verklebt sind. iFixit vergibt da an den iMac die unterirdisch schlechte Note mit 2/10 Punkten. Was dann im Zusammenhang mit nur einem Jahr Garantie wirklich nicht gut klingt.

Der größte Vorteil ist auf jeden Fall, dass bei Apple quasi alles aus einer Hand kommt. Betriebssystem und Hardware, Firmware und Treiber und die ganze Basis an Anwendungsprogrammen, wie z.B. Browser oder Office Paket, alles ist aus einem Guss. Das kann sich irgendwo aber auch wieder als großer Nachteil erweisen. Spätestens dann, wenn sich Apple entschließt, die teuer gekaufte Hardware nicht mehr zu unterstützen. In der Vergangenheit konnte man sich nie sicher sein, wann dies der Fall sein würde. Auf einem Mac mini von vor März 2009 wird z.B. schon das aktuelle OS X “Mavericks” nicht mehr unterstützt. Aus der Windows-Welt kennt man solch kurze Zyklen nicht.

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Auch ist Apple nicht so sehr auf Abwärtskompatibilität erpicht wie Microsoft und schneidet auch mal alte Zöpfe ab. Technisch gesehen ist es kein grundsätzliches Problem, Programme für Windows 95 unter einem aktuellen Windows auszuführen. Die entsprechende API ist seit knapp 20 Jahren vorhanden. Bei Apple hingegen gab es auch mal Schnitte, die etwas härter sind. Vor den Intel CPUs verbaute Apple PowerPC Prozessoren, deren Befehlssatz zu Intels x86 nicht kompatibel ist. Damalige PPC Software wurde nach der Umstellung auf Intel noch eine Zeit emuliert (“Rosetta”, angelehnt an den Stein von Rosette, der zur Übersetzung der ägyptischen Hieroglyphen beitrug; den Zusammenhang zu PPC Code darf sich jeder selber denken…) keine Ahnung, wie man auf den Namen kam), mittlerweile ist die Emulation aber weggefallen. Man muss also auch in Zukunft davon ausgehen, dass da eher mal deutlichere Schnitte stattfinden können.

Wer sich auf Apples Welt einlässt, muss sich zwar nicht mit Haut und Haaren an Apple binden. Die wirklichen Vorteile tauchen aber erst dann auf, wenn man nicht nur Apples Hardware und System nutzt, sondern auch die komplette Welt aus Diensten, Inhalten und Zubehör drumherum. Ohne große Einschnitte kommt man dann später davon aber auch nicht mehr so einfach weg. Hardware von einem anderen PC-Hersteller zu kaufen kann dann schlicht nicht in Frage kommen, da darauf ja kein OS X läuft und somit alle für Apple gekauften Programme nicht mehr nutzbar wären. Wer auf Apple umsteigt, steigt also ganz um.

Fazit

Beim Umstieg sind auf jeden Fall Investitionen in neue Hardware und vielfach auch in neue Software notwendig. Wer das nicht scheut, setzt sich in einen goldenen Käfig, in dem schon ein paar andere Leute sitzen. Solange sie sich nicht an den Gitterstäben stören, scheinen sie da überraschend glücklich drin zu sein.

Update: Infos zu “Rosetta” nachgetragen, danke an @BokehBerlin.

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XP Alternative 1: Linux

Im Zusammenhang mit dem Supportende von Windows XP konnte man immer wieder auch die Empfehlung lesen, man solle die Gelegenheit zu nutzen und auf Linux umzusteigen. Eine große Fülle an Software, zentral aktualisiert, lauffähig auch auf sehr alter Hardware, genügsam und schnell. Und vor allem: kostenlos!

Windows XP kam 2001 auf PCs vom Schlage eines 350 MHz Pentium II mit 128 MB Ram und 8 GB Festplattenspeicher zum Einsatz. Wer tatsächlich noch solch ein altes Schätzchen unter dem Schreibtisch stehen hat, wird mit jeglichen Alternativen zu XP sehr schnell an die Grenzen stoßen. Die Mehrzahl der XP Nutzer dürfte vermutlich auch auf wenigstens etwas aktuellerer Hardware unterwegs sein.

Zaubern können aber auch die Programmierer der Linux Distributionen nicht. Selbst wenn die Oberflächen relativ sparsam sind, wie z.B. Xfce, brauchen Anwendungsprogramme wie aktuelle Browser nun einmal Arbeitsspeicher und nicht ganz schläfrige Festplatten. Die aktuellen, bekannten Distributionen wie z.B. Ubuntu und seine Derivate lassen sich mit unter 1 GB Arbeitsspeicher nicht wirklich angenehm betreiben. Eine zügige Festplatte ist vorteilhaft, eine unterstützte Grafikkarte ebenfalls. Die Rechenleistung eines einfacheren Prozessors reicht für das System locker – bei den Anwendungen kommt es auf die jeweilige Anwendung an. Empfehlenswert für Windows Umsteiger mit nicht ganz aktueller Hardware wäre meines Erachtens am ehesten Xububtu.

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Während die eigentliche Installation des Systems einfach ist und eine Menge an Hardware automatisch erkannt und eingerichtet wird, steckt der Teufel im Detail, wenn denn eben Hardware mal nicht erkannt wird. Ein Canon Drucker mit Netzwerkanschluss wurde hier zum Beispiel erst erkannt, nachdem manuell ein Paket für Canons BJNP Netzwerkschnittstelle heruntergeladen, kompiliert und installiert wurde. An sich ist das auch nicht kompliziert, nötigt einem aber schon etwas Mut zur Kommandozeile ab. Im Netz finden sich viele Foren, die teilweise auch Schritt-für-Schritt-Anleitungen bieten. Zumindest diejenigen XP Nutzer, die XP mangels des Computerwissens einfach weiter betreiben wollen, dürften aber vermutlich wenig Lust haben, sich für eine einfache Installation irgendeines Gerätes erst durch Foren wühlen zu müssen.

Auch manche WLAN Adapter benötigen zusätzliche Dateien, z.B. Firmware und laufen erst, nachdem man diese heruntergeladen, evtl. aus Windows Treibern extrahiert und ins passende Verzeichnis kopiert hat. Oder eben auch nicht, wie z.B. ein DVB-T Fernsehstick, der auch nach Installation der Firmwaredatei nicht von irgendeiner TV-Software entdeckt wird. Spaß macht das alles sicherlich für manche – ich vermute nur, dass die XP Nutzer eher nicht zu der Gruppe der Leute gehören.

Die Chance, dass eine alte Windows Software, die so “unkonventionell” programmiert ist, dass sie auf keinem aktuelleren Windows laufen kann, jetzt gerade unter dem Windows Emulator Wine auf einem Linux System funktioniert, dürfte auch eher gering sein. Wer somit wegen spezieller Software an XP festhält, für den nutzt der Rat zum Linux Umstieg auch wenig. Es sei denn, es gäbe dort eine Software, die die vorher genutzte Windows-Software wirklich ersetzt.
Das ist sicherlich für allgemeine Software mal der Fall, aber dann gibts auch noch die XP User, die XP z.B. zur Steuerung oder Überwachung von Maschinen einsetzen.

Und auch auf alter Hardware wird man nicht durchweg glücklich mit den aktuellen Linux Distributionen.
Wer einen Prozessor hat, der kein PAE beherrscht (oder das nicht korrekt angibt, wie manche Pentium M CPUs), kann z.B. Ubuntu und auch einige andere Distributionen nicht installieren.
Bei Grafikkarten sind die Treiber immer noch ein Problem. An sich wird Intel hier gerne gelobt, da diese wohl als einzige Opensource Treiber bereitstellen. Dem Normalnutzer hilft das aber auch nicht, wenn in der Praxis die Hardwarebeschleunigung der Grafik schlicht nicht genutzt wird.

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Als Beispiel: auf einem älteren PC mit Intel 945 Grafik, wie sie auch z.B. in vielen Netbooks zu finden ist, kann Chrome unter Windows 8.1 fast alle Funktionen der Hardwarebeschleunigung nutzen. Unter einem aktuellen Xubuntu sieht es im Vergleich dazu düster aus, die komplette Arbeit landet bei der CPU. Und das merkt man auch an deutlich schlechterer Performance. Selbst die etwas modernere GMA4500 Grafik der Intel Serie 4 Chipsätze steht im selben Vergleich noch schlechter da als unter Windows.

Wenn also geschrieben wird, dass man gerade für eine einfache Surfmaschine auf älterer Hardware doch Linux nutzen solle, ist das meines Erachtens nicht grundsätzlich eine gute Idee. Und gerade die Umstellung der oft mit XP ausgelieferten Netbooks auf Linux ist keine gute Idee – zumindest nicht, wenn diese zum Surfen genutzt werden sollen.

Während in vielen Bereichen Linux kaum wegzudenken ist, ist der Marktanteil auf dem Desktop immer verschwindend gering geblieben. Ich glaube, dass das nicht ganz grundlos so ist und wenn ich diesen Artikel lese, dann bin ich mit dem Gedanken auch nicht ganz alleine.

Fazit

Linux kann in manchen Fällen eine Alternative für Windows XP sein. Diese Anzahl der Fälle ist sicherlich etwas größer als der aktuelle Linux Marktanteil auf dem Desktop – aber auch nicht viel. Für die große Masse gerade der Windows XP Benutzer ist es aber auch weiterhin nicht die Alternative.

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Windows XP und wie weiter?

Der Tag nach dem Ende. Naja, eigentlich ist es ja kein wirkliches Ende, denn alle Systeme, auf denen bisher noch Windows XP läuft, laufen weiter. Aber was kommt nun? Einfach weiter nutzen oder doch umsteigen? Und wenn ja, auf was?

Eine ganze Menge PCs wird auch weiter mit Windows XP betrieben. Bei manchen Leuten vielleicht aus Unwissenheit, bei manchen absichtlich und bei vielen einfach, weil es ihnen schlichtweg egal sein dürfte. Insbesondere letzteres ist aber gefährlich.

Am 07. April 2014 wurde in der für die sichere, zertifikatsbasierte Kommunikation im Internet genutzten OpenSSL Bibliothek publik. Der “Heartbleed” getaufte Fehler sorgt dafür, dass sich gerade bei einem Sicherheitsfeature private Daten wie Zertifikate oder private Schlüssel dazu auslesen lassen. Und das zumindest bei Servern einfach indem man die entsprechenden Dienste aufruft. Bei Clients ist der Schlüsselklau wohl über eine “Man-in-the-middle” Attacke möglich. Nicht ohne Grund schreibt man schon von der wohl folgenreichsten Sicherheitslücke in der Geschichte.

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Was hat das mit Windows XP zu tun? Zuerst einmal gar nichts. Microsoft nutzt die genannte Bibliothek nicht und ist daher selber nicht von der Sicherheitslücke betroffen. Aber die “Heartbleed” Lücke zeigt eines ganz deutlich: es ist bei Systemen, die irgendwo an Netzwerke angebunden sind, absolut töricht, ein System einzusetzen, welches nicht weiter gepflegt wird. Im Falle der OpenSSL Lücke helfen keine Firewalls, da ja zu dem Zeitpunkt Daten ausgetauscht werden müssen und keine Virenscanner, die nicht erkennen können, ob dort nun legitim Daten gelesen werden oder nicht. Dort hilft einzig und alleine ein möglichst zügiges Update der fehlerhaften Komponente.

Das eigentliche Problem scheint tatsächlich schon seit zwei Jahren bekannt zu sein, allerdings gab es trotz des offenen Quellcodes von OpenSSL bisher keine Korrektur. Opensource alleine ist also kein Sicherheitsmerkmal.

Für die Linux Distributionen standen allerdings nach dem Bekanntwerden des Problems sehr schnell Updates bereit – allerdings müssen diese auch überall zuerst einmal eingespielt werden, bis die entsprechenden Dienste wieder sicher sind. Web- oder Mailserver sind sicherlich besonders betroffen, lassen sich aber auch relativ problemlos aktualisieren. Die entsprechenden Routinen stecken aber vermutlich auch in der Mehrzahl der Router, Switche, VPN-Gateways VoIP Telefone und sonstiger Systeme, die SSL nutzen.

Das Beispiel dieses SSL-GAUs zeigt eines ganz deutlich:
XP einfach weiter zu benutzen ist keine Alternative!

In den folgenden paar Beiträgen möchte ich einfach mal schauen, welche Alternativen es gibt und ob es wirklich Alternativen sind. Über die nächsten Tage gibts dann hoffentlich jeden Tag einen neuen Artikel zum Thema.

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Tschüss, grüne Idylle!

Nun ist der Termin da, der in den letzten Wochen die IT Fachpresse beschäftigt hat: der 8. April 2014, der letzte Microsoft Patch Day, an dem Sicherheitslücken in Windows XP gestopft werden.

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Im Oktober 2001 kam Windows XP auf den Markt, als lange erwartete Zusammenführung der professionellen NT Schiene und dem noch auf DOS basierenden Home Versionen. Und auch wenn manch einer heute mit vielleicht etwas verklärtem Blick zurück schaut, war es nicht von Anfang an so geliebt, wie manch einer das heute behauptet.

Das neue, bunte Design kam lange nicht bei allen Usern an. Man schimpfte wegen im Vergleich zu Windows 2000 gestiegenen Hardware-Anforderungen und die Umsteiger aus Richtung Windows 98 fluchten über vielfach nicht mehr kompatible Hardware. Scheinbar aus purer Bosheit hatte Microsoft Funktionen neu angeordnet oder die Kompatibilität verschlechtert – zumindest klang das damals so. Das Ende der Freiheit wurde ebenfalls bedroht, Microsoft führte den Zwang zu einer Aktivierung ein – online oder per Telefon. Die Meinungen kochten hoch, das System würde ständig nach Hause telefonieren und alles an seinen Hersteller melden. Mit der Sicherheit haperte es aber auch mit Windows XP noch. Der bei der Installation angelegte Benutzer ist Administrator mit allen Rechten, weitere Benutzer werden nicht angelegt und das Arbeiten ohne Adminrechte ist umständlich. Die Stabilität ließ auch teilweise zu wünschen übrig.

Erst das zweite Servicepack legte dann in Sachen Sicherheit nach – nachdem Bill Gates bei Microsoft wohl kräftig auf den Tisch hauen musste. Während man parallel schon am Nachfolger von XP (“Windows Longhorn”) arbeitete, bröselte die Sicherheit bei XP kräftig und angeblich mussten einige der Programmierer, die an sich schon an Longhorn gearbeitet haben, doch noch bei XP ran und eben jenes Servicepack 2 herausbringen, welches einiges an XP umbauen sollte. Sicherheit als Standard war die neue Marschrichtung. Und auch an der Longhorn Entwicklung ging das nicht spurlos vorbei. Die Zeit, die man zusätzlich an XP arbeiten musste, warf die Arbeit an Longhorn zurück. Das Thema Sicherheit machte einen viel größeren Schritt notwendig, als man ihn eigentlich geplant hatte. Und die Zeit lief…

xp02

Bei einem Releasewechsel macht normalerweise nicht jeder mit. Gerade Firmen überspringen mal eine Windows Version und aktualisieren erst zur nächsten Version wieder. Diejenigen Firmen, die mit Windows 2000 zufrieden waren, hatten vermutlich größtenteils gar nicht geplant, auf XP umzusteigen, sondern warteten auf einen Nachfolger. Nachdem dieser weiter auf sich warten ließ, liefen dann doch mehr und mehr Migrationen hin zu Windows XP. Und das zu einem Zeitpunkt, als eigentlich schon längst eben jener Nachfolger auf dem Markt sein sollte. Während man früher gerade bei den Firmen meist ein Gemisch aus verschiedenen Vorgängerversionen von Windows hatte, migrierte quasi jede Firma, die überhaupt Windows genutzt hat, zu XP. Der Anteil der kurz vor dem Erscheinen von Windows Vista installierten Windows XP Systeme dürfte gigantisch gewesen sein – die Vorgänger waren quasi ausgestorben.

Während der Schritt von 2000 zu XP technisch eigentlich eher klein war, stellte dann das schon deutlich verspätet kommende Vista einen anderen Ansatz dar. Das Thema Sicherheit hatte man endlich von Anfang an ernstgenommen, viele Benutzer, Programmierer und insbesondere die Hardwarehersteller aber damit wohl überfordert. Neue und vor allem stabile Treiber, insbesondere für Grafikkarten, Scanner und vor allem die jetzt standardmäßig mit angebotene 64-bit Version waren schlecht verfügbar.

Und diejenigen, die zum XP Start noch darüber geflucht hatten, waren mittlerweile nun doch umgestiegen und sahen jetzt eben Vista kritisch. Vielfach sicherlich zu unrecht, manchmal auch berechtigt. Mit dem Aufkommen der Netbooks musste man feststellen, dass deren typische Ausstattung knapp an der Grenze dessen war, ab der man mit Vista gut arbeiten kann. XP, welches ursprünglich mal auf Systemen mit 128 MB Ram angefangen war, war schlicht besser für die kleinen Prozessoren mit wenig Speicher geeignet.
Auch Firmen, die erst spät zu XP migriert hatten, sahen sicherlich keinen Grund, nun schon wieder auf einen Nachfolger umzusteigen. Die Zeichen für Vista standen also sowieso schlecht. Schlechte Presse, viele zufriedene XP User und viele gerade migrierte Firmen.

Nachdem man mit Vista relativ viele Neuerungen umgesetzt hatte, konnte man auf diese Basis setzen und mit Feintuning und einigen weiteren Verbesserungen relativ schnell Windows 7 hinterher schieben, welches sich an vielen Stellen einfach schneller und “runder” anfühlt als Vista. Und scheinbar war dann auch wieder die Zeit da, dass eine ganze Menge Privatnutzer und Firmen auf Windows 7 umstiegen – aber eben lange nicht alle.

In den letzten Jahren entwickelten sich verschiedene Dinge dann ganz anders, als in den Jahren zuvor. Während man früher ständig neue PCs kaufte, weil die neue Software nicht mehr auf den alten Systemen laufen konnte, von 16 auf 32-bit Prozessoren umstieg, diverse DOS und Windows Versionen in relativ kurzer Zeit erlebte, erreichte man nun einen Punkt, an dem die Hardware schlicht schnell genug war. Die Systemanforderungen der neuen Software – Spiele mal ausgenommen – stiegen nicht mehr so stark. Die Anforderungen von Windows Vista und Windows 8.1 unterscheiden sich nur in Details.

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Das Notebook vom Screenshot feiert nun auch schon fast sein Zehnjähriges und Windows 7 läuft immer noch drauf – und das ganz ordentlich. Wenn nun aber die Anforderungen für neue Hardware gar nicht so groß stiegen und dank der riesigen Marktpräsenz von XP quasi alles immer noch mit XP läuft, warum dann überhaupt umsteigen? Warum einen neuen PC oder ein neues Betriebssystem kaufen? Es läuft doch!?

Nun, technisch ist XP vollkommen veraltet. Eigentlich ist es auch ein Hemmschuh für weiteren Fortschritt, da viele Software immer noch Routinen speziell für XP mitschleppen muss. Diverse neueren Techniken müssen erst nachgerüstet werden, wenn überhaupt möglich. Die Angriffsszenarien für PCs, die am Internet hängen, sahen zu Zeiten der Windows XP Entwicklung noch völlig anders aus. Wie große Änderungen im System das notwendig machte, sieht man eben an jenen Schritten zu Windows Vista und 7. Die neueren Windows Versionen haben immer mehr Schutztechniken, bieten durchweg vom Design her mehr Sicherheit und machen es dem Benutzer auch einfacher, sich sicher zu verhalten.

Nun also, knappe 13 Jahre nach dem Erscheinen von XP, ist es wirklich Zeit, sich davon zu verabschieden. XP war lange auf dem Markt, hatte großen Erfolg, ist für viele Jüngere vermutlich das erste Betriebssystem überhaupt gewesen, lief überall auf der Welt und selbst im All und ist nun am Ende seines Weges angekommen.

Tschüß, grüne Idylle. Es wird Zeit für dich zu gehen…

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Windows 8.1 Update 1 ist fertig und kommt im April

Das erste, größere Update für Windows 8.1 soll laut verschiedener Quellen mittlerweile fertiggestellt worden sein und sich jetzt bei Microsoft im internen Test befinden. Auch die PC-Hersteller wurden wohl schon damit versorgt, um ihre Installationsprozesse für neue PCs anpassen zu können.

Die Version 6.3.9600.17031 soll laut der Gruppe WZor die finale Version des Updates sein. Ich habe hier mal ein paar Fragen und Antworten zum Update 1 zusammengestellt.

Update 07.03: das Update ist mittlerweile kurzzeitig bei Microsoft von den Update Servern herunterladbar gewesen – vermutlich versehentlich. Demnach ist das Update definitiv fertig.

Update 02.04.: das Update wurde heute offiziell vorgestellt. Die Angaben haben sich bestätigt und die geleakte Build 17031 ist die finale Ausgabe. Das Update steht ab sofort für MSDN Abonnenten zur Verfügung und kommt am kommenden Patch-Day, dem 8.04. über Windows Update für alle.

Die offizielle Bezeichnung ist “Windows 8.1 Update”, was meines Erachtens etwas verwirrend ist, denn ein weiteres Feature-Update wurde ebenfalls schon in Aussicht gestellt. Warten wir mal ab, wie das dann heißen wird.

Installationsmedien mit bereits integriertem Update finden sich via MSDN auch, momentan allerdings nur in englischer Sprache.

Screenshot (1)

Wer weitere Fragen zum hat, möge sie einfach in den Kommentaren stellen. Ich erweitere den Artikel dann gerne noch.

Was ist das Update 1 für Windows 8.1?

Das Update 1 ist eine Sammlung von neuen Funktionen und kleinen Verbesserungen an Windows 8.1, die insbesondere die Steuerung der neuen ModernUI Welt mit Maus und Tastatur verbessern sollen. Unter anderem wird bei Mausbedienung in Apps jetzt eine Leiste mit “Minimieren” und “Schließen” Buttons eingeblendet, die Funktionen zum Herunterfahren landen gut sichtbar auf dem Startbildschirm und an verschiedenen anderen Stellen wird das System noch ein Stück “runder”.

Unter anderem können mit Update 1 auch ModernUI Apps an die Startleiste angepinnt werden und auf Wunsch werden auch geöffnete Apps wie geöffnete Programme dort angezeigt. Die Funktion lässt sich aber konfigurieren und wer keine Apps nutzt, bekommt davon eh nichts mit.

Screenshot (5)

Auf einem frisch installierten System ohne Touch-Bildschirm wird mit Update 1 automatisch der Desktop nach den Anmelden aufgerufen und nicht der Startbildschirm.

Nebenbei verspricht man auch noch eine Senkung der Systemanforderungen, wie auch immer diese in der Praxis nachher aussehen soll. In Zukunft sollen 1 GB Ram und 16 GB Speicherplatz ausreichen.

Wann kommt das Update 1 für Windows 8.1?

Das Update wird laut verschiedenen Quellen am 2. April 2014 für MSDN Abonnenten zu beziehen sein und ab dem 8. April dann für alle. Am 2. April startet die Microsoft Entwicklerkonferenz BUILD und der 8. April ist auch gleichzeitig der Tag des Supportendes von Windows XP. Die Termine dürfen wohl feststehen, wurden aber meines Wissens noch nicht offiziell genannt.

Wie komme ich ans Update 1 für Windows 8.1?

Das Update wird als einzelnes Updatepaket und über Windows Update bereitgestellt. Wer die automatischen Updates aktiviert hat, wird also am 8. April wie an jedem Patch-Day auf alle bereitstehenden Updates hingewiesen und bekommt auch das Update 1 angeboten.

Wie siehts mit neuen ISOs oder der Integration in bestehende Medien aus?

Nachdem das Update als normales MSU Paket kommt, wird man es mit DISM auch in ein Windows 8.1 Installationsmedium integrieren können. Wichtig dabei wird nur sein, die für das Update 1 notwendigen Updates vorher ebenfalls zu integrieren.

Microsoft bietet momentan ISO Images nur für MSDN Abonnenten oder für Käufer einer Upgrade Version von Windows zum Download an. Ob hier neue Medien mit integriertem Update 1 kommen werden, ist noch nicht bekannt. Ich hoffe es mal.

Warum Update 1 und nicht Servicepack 1?

Bei Microsoft hängen an einem Servicepack noch ein paar mehr Dinge als nur der Name. Hintergrund ist der Supportzyklus, der “Product Lifecycle”. Ein Servicepack verlängert diesen, ein Update nicht. So ist zum Beispiel Windows 7 ohne SP1 schon lange aus dem Support raus, während Windows 7 mit SP1 noch einige Zeit unterstützt wird.

Microsoft hat mit dem Erscheinen von Windows 8 einiges an den Releasezyklen verändert und will schneller Neuerungen für Windows liefern, anstatt nur alle rund drei Jahre mal eine neue, große Version. Vermutlich möchte man sich hier jetzt keine zu langen Supportzyklen durch Veröffentlichung eines Servicepacks einhandeln.

Offiziell gibts da aber keinerlei Infos, das ist alles ein wenig Kaffeesatzleserei.

Welche Pakete gehören zum Update 1?

Das Update 1 besteht aus sechs einzelnen Paketen:

- den vorbereitenden Updates KB2919442 und KB2939087

- dem eigentlichen Update KB2919355

- den zusätzlichen Paketen KB2932046, KB2938439 und 2937592

Welchen Updatestand muss das System haben?

Die Pakete aus dem Update 1 können auf ein frisch installiertes Windows 8.1 ohne vorher installierte Updates installiert werden. Die oben genannte Liste der Updates ist auch gleichzeitig die passende Reihenfolge für die Installation.

Screenshot (6)

Es ist nicht notwendig, das System nach einer Neuinstallation zuerst mit den bisher erschienenen Updates zu versorgen.

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Panik und Hysterie brechen aus, WhatsApp wurde verkauft!

Man könnte meinen, der Teufel persönlich hätte die kleine, harmlose, offene und sichere Firma WhatsApp gekauft, um deren Kunden nun schlachten zu können, wenn man die Hysterie sieht, mit der plötzlich die Leute nach Alternativen für WhatsApp suchen.

Kaum ging die Meldung des Kaufs von WhatsApp durch Facebook quer durch die Presse, schlugen die Kommentatoren zu. Da wurde dann sofort die App deinstalliert, Facebook verflucht und zum großen Boykott aufgerufen. Man befürchtet, dass jetzt alle Daten überall landen, die totale Spionage, NSA, BKA und KGB haben nur drauf gewartet. Lustigerweise verkünden diverse Leute das auf ihren Facebook-Seiten oder in Kommentaren auf Facebook. Immerhin den Humorfaktor kann man der Sache also noch abgewinnen.

Was ist aber wirklich passiert? Die Firma WhatsApp, die es außer bei häufigen Sicherheitsproblemen recht gut schaffte, sich aus den Medien herauszuhalten, wurde von Facebook gekauft. Also vorher gabs eine US Firma und jetzt ist es immer noch eine US Firma. Vorher hat man sich bei Whatsapp kaum um Datenschutz gekümmert, jetzt wird sich im schlimmsten Fall nichts bessern. Schlechter gehts eh schon nicht. Das Geschäftsmodell war vorher undurchsichtig, da kann sich auch nichts mehr verschlechtern. Trotzdem haben dort Menschen insgesamt 450 Millionen Konten registriert, und von diesen Menschen hatte niemand mit dem undurchsichtigen Geschäftsmodell und der versteckten Firma Sorgen.

Facebook ist schon seit längerem den Datenschützern ein Dorn im Auge und ist dank Börsengang und bekanntem Chef in vielerlei Hinsicht zumindest vom Firmenkonstrukt her recht gut durchleuchtet. Man handelt mit Daten der Nutzer, auch das ist bekannt. Man sagt das auch eigentlich recht öffentlich. Trotzdem ist WhatsApp bisher gut gewesen und durch den Facebook Kauf plötzlich böse. Muss man das verstehen?

Normalerweise wird von den Hysterikern auch nicht der totale Verzicht auf Smartphones und Messenger verkündet, sondern der Umstieg auf ein anderes Produkt. Damit wäre dann ja wieder alles perfekt. Nun, auch die Alternativen kochen nur mit Wasser und wollen Geld verdienen. Mit einer App für wenig oder kein Geld alleine geht das nicht. Also ist wieder klar, dass der Kunde selber und mit ihm seine Daten die Ware sind.

In den letzten Stunden habe ich von Telegram und Threema, von WeChat, ChatOn, iMessage und anderen gehört. Teilweise stecken da ja auch gute Ideen drin, aber alles hängt am Ende wieder am Vertrauen zum Hersteller und der Verfügbarkeit.
Telegram bietet einen Quellcode an, aber ist in der App, die man dann ja binär installiert, evtl. noch mehr drin? Der Hersteller kommt aus Russland – da schauen also nur lupenreine Demokraten des Geheimdienstes in die Daten. Threema kostet Geld, ist nur für die zwei großen Plattformen verfügbar (eine Änderung ist wohl auch nicht geplant) und inwiefern man damit wirklich sicher ist, kann mangels Quellcode niemand beurteilen. Der Hersteller sitzt auch nicht in der EU, sondern der Schweiz. Das Adressbuch landet sowohl bei Telegram als auch bei Threema zuerst mal auf den Servern des Herstellers. Bei Facebook gabs da noch einen Aufschrei.
WeChat ist in China beheimatet, das wäre dann im Vergleich mit den USA die Pest/Cholera Frage. iMessage ist für genau eine Plattform verfügbar. Und so geht das weiter. Keine der Alternativen ist insgesamt besser. Und alle haben den Nachteil der geringeren Verbreitung bzw. Verfügbarkeit. Und keiner könnte man wirklich wichtige Dinge anvertrauen.

Wer bisher keine Probleme damit hatte über Whatsapp zu chatten, der braucht auch in Zukunft keine zu haben. Warum auch? Geheime Dinge tauscht man darüber nicht aus,  dass die Daten beim Hersteller ausgewertet werden, sollte jedem lange klar sein und dass die Geheimdienste darauf ebenfalls Zugriff haben, seit Edward Snowden ebenfalls. Der Rest ist nur ein hysterischer Sturm im Wasserglas.

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