DCOM Ereignis 10016 auf Windows per Script fixen

Das eigentliche Problem ist älter, aber mit Windows 10 leider immer noch nicht beseitigt: die Ereignisanzeige meldet nach jedem Systemstart ein oder mehrere Events mit der ID 10016 und einem seltsamen Fehler aus Richtung DCOM.

Unbenannt

Auch wenn die Meldung keinerlei merkbare Auswirkungen hat, ist es doch merkwürdig, dass hier immer wieder solche Meldungen auftauchen.

Genauso lange wie den Fehler gibt es auch schon verschiedene Anleitungen, wie man ihn beseitigen kann. Kurz gesagt, man setzt ein paar Registry-Berechtigungen und gibt dann in der DCOM Konfiguration dem Nutzer “Lokaler Dienst” die Rechte zum Ausführen.

Das kann man machen, aber spätestens, wenn man die gleiche Meldung auf dutzenden PCs oder mehr hat, ist das nicht mehr praktikabel. Ein Script muss her!

Ich habe einige vorhandene Scripte bzw. Teile daraus genutzt, die sich im Netz auf verschiedenen Seiten finden, da man das Rad ja nicht ständig neu erfinden muss. Zudem ist das Script nicht wirklich “schön”. Es gibt z.B. keine Fehlerbehandlung. Getestet wurde bisher auch nur auf wenigen PCs. Ich garantiere also für nichts.

Nutzung

Das Script in einen Ordner entpacken, dann eine Powershell mit lokalen Adminrechten starten und das Script aus diesem Ordner aufrufen. Dabei aus der Ereignismeldung die dort genannte CLSID und AppID als Parameter dem Script übergeben. Wichtig: die Anführungszeichen bitte nicht vergessen!

Für die Meldung aus dem Screenshot oben sieht der Aufruf dann also so aus:

.\FixDCOM.ps1 „{6B3B8D23-FA8D-40B9-8DBD-B950333E2C52}“ „{4839DDB7-58C2-48F5-8283-E1D1807D0D7D}“

Das Blog bricht das hier um, in der Powershell muss natürlich alles in eine Zeile. Falls mehrere Meldungen mit unterschiedlichen IDs gemeldet werden, ist ein Aufruf für jede neue ID notwendig.

Das Script kann außerdem per GPO als Systemstartscript ausgeführt werden, um eine größere Anzahl von Rechnern zu beackern.

Falls die Powershell die Ausführung des Scripts verweigert, ist beim Heimnutzer noch die Ausführung von Scripten überhaupt zu erlauben. Hierzu ist in der als Admin gestarteten Powershell einmalig dies einzugeben:

Set-ExecutionPolicy -ExecutionPolicy unrestricted

Für die Ausführung per GPO empfiehlt sich, das Script mit den eigenen Zertifikaten zu signieren, so denn eine eigene CA oder öffentliche Codesigning-Zertifikate zur Verfügung stehen.

Ich freue mich über Kommentare zu Erfolg oder Misserfolg.


Download

Das Script steht hier zum Download bereit.

Systemvoraussetzungen

Das Script erwartet Powershell 4.0 oder aktueller.
Es wurde ausschließlich auf Windows 10 entwickelt und getestet.

Vermutlich wird es auf älteren Windows Versionen genauso funktionieren.

Quellenverzeichnis

http://www.leeholmes.com/blog/2010/09/24/adjusting-token-privileges-in-powershell/
https://gallery.technet.microsoft.com/Set-DCOM-ACL-with-650fa48d
https://powertoe.wordpress.com/2010/08/28/controlling-registry-acl-permissions-with-powershell/

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Hardwaresupport unter Windows 10–Panik und Clickbait

Es geht mal wieder etwas um bei den Newsseiten und Blogs und das ist aktuell die Meldung, dass Microsoft mit kommenden Windows 10 Updates alle möglichen weit verbreiteten CPUs angeblich nicht mehr unterstützen wolle.

Belegt wird das mit allen möglichen Quellen, die voneinander abschreiben und sich am Ende eigentlich nur auf einen Satz von Microsoft beziehen:

“If a hardware partner stops supporting a given device or one of its key components and stops providing driver updates, firmware updates, or fixes, it may mean that device will not be able to properly run a future Windows 10 feature update.”

Aus diesem einen Satz konstruiert man einen Zusammenhang zu Intels Liste von nicht mehr unterstützten CPUs und vermeldet dann, dass Microsoft möglicherweise bald auch die CPUs dieser Liste nicht mehr unterstützen könnte.

Hintergrund ist, dass Microsoft das Windows 10 Upgrade auf die Version 1703 bei einer bestimmten Serie von Intel SoC blockt, nämlich den Intel Atom Z2xxx Modellen. Diese Tablet SoCs kamen 2012 auf den Markt und waren für preiswerte Tablets gedacht. Sie wurden offiziell für Windows 8 verkauft und Intel hat auch nur Treiber für Windows 8 geliefert.

Die problematische Komponente in diesem Fall ist wohl der Grafikkern des SoC. Dieser wurde nicht von Intel entwickelt, sondern ist ein PowerVR Kern von Imagination Technologies und wenn Intel eines mit diesen Grafikkernen hatte, dann waren es Treiberprobleme. Die Treiber für Windows 8 waren anfangs wackelig, unterstützten nicht die versprochenen Funktionen und mit Windows 10 gabs dann auch größere Bildfehler.

Mit Version 1703 wurde das Problem wohl so schlimm, dass Microsoft das Upgrade auf solchen Geräten schlicht nicht mehr ausliefert. Und damit die Kunden nicht im Regen stehen bleiben, hat man extra den Support für Version 1607 auf diesen Geräten bis 2023 verlängert – damit nicht diejenigen, die auf Windows 10 upgegradet haben, schlechter gestellt wären, als diejenigen, die bei Windows 8.1 geblieben sind.

Also es wird genau eine Serie von SoCs nicht mehr unterstützt. Und es gibt die Info, dass man auch in Zukunft Hardware nicht mehr unterstützen wird, wenn die Hardware-Hersteller keine Treiber mehr liefern. Daraus konstruiert dann manch einer wilde Geschichten, die am Ende nur Gerüchte sind und dann mit Clickbait-Überschriften verbreitet werden.

Wer also solche Gerüchte liest, bitte nicht in Panik geraten! Niemand hat irgendeine “Abschussliste” und es werden nicht plötzlich Millionen funktionierender PCs aufs Abstellgleis geschoben. Panikmodus aus.

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Windows 10 Lizenz läuft plötzlich ab

Windows 10 meldet plötzlich, dass die Lizenz demnächst ablaufen würde. In den Einstellungen unter “Aktivierung” steht, dass Windows von einem Aktivierungdienst der Organisation aktiviert worden wäre.

In diesem Fall denkt Windows, es müsse sich mit einem Key Management Service verbinden. Dieser wird in Firmen genutzt, um Windows zentral aktivieren zu können – ohne dass sich jedes Windows direkt bei Microsoft aktivieren müsste.

Was bei einer Firmenumgebung normal ist, ist für den Privatnutzer nicht hilfreich, denn dort gibt es keinen KMS. Ob Windows einen KMS fragt oder nicht wird über den in Windows hinterlegten Product-Key gesteuert. Und damit lässt sich das Problem auch lösen.

Man startet eine Eingabeaufforderung oder Powershell als Administrator und folgende drei Befehle deinstallieren den alten Key, installieren den generischen Windows 10 Key und aktivieren das System erneut.

Windows 10 Pro

cscript slmgr.vbs /upk
cscript slmgr.vbs /ipk VK7JG-NPHTM-C97JM-9MPGT-3V66T
cscript slmgr.vbs /ato

Windows 10 Home

cscript slmgr.vbs /upk
cscript slmgr.vbs /ipk TX9XD-98N7V-6WMQ6-BX7FG-H8Q99
cscript slmgr.vbs /ato

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CCleaner und der Dunning-Kruger-Effekt

Es ist manchmal schon erschreckend, mit welch fast religiös anmutender Vehemenz manche Nutzer doch unsinnige, aber liebgewonnene Gewohnheiten verteidigen – wider jeglicher Vernunft.

In diesem Fall geht es mal wieder um das vermeintlich notwendige Aufräumen der Windows-Registry. Was unter Windows 9x noch notwendig war, ist es schon jahrelang nicht mehr. Im Gegenteil, die fürs Aufräumen genutzten Tools ändern und löschen alle möglichen Einträge und niemand weiß, ob diese nicht doch noch benötigt werden. Oft genug schlagen in den Microsoft Foren die Leute auf, die nach solch einer Tuning-Aktion dann das System nur noch neu installieren können. Das Risiko, mit solchen Tools Schaden anzurichten, ist also definitiv vorhanden.

Als angeblicher Nutzen wird behauptet, dass das System schneller starten und die Registry verkleinert würde.

„Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. […] Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, die man braucht, um eine Lösung als richtig zu erkennen.“
– David Dunning

Der in der Wikipedia beschriebene Dunning-Kruger-Effekt ist da oft in seiner deutlichsten Form zu betrachten. Begründete Kritik an den Cleaning-Tools, Hinweise auf mögliche Gefahren für die Stabilität des Systems, alles wird einfach mal so davon gewischt. Man hat schon immer “cleanen” müssen, es gibt viele Tools, alle möglichen Leute sagen, man müsse das, also muss man das. Muss man?

Vom Gegenteil überzeugen werde ich vermutlich auch mit Argumenten und Zahlen niemanden, aber ich will es wenigstens noch mal versuchen.

Das Testgerät ist ein Notebook mit Windows 10, welches hier seit langem alle möglichen Windows 10 Previews mitgemacht hat. Software-Tests, alle möglichen Treiberinstallationen, sprich: das müsste eigentlich richtig schön zugemüllt sein. Das Bild zeigt die uralte Historie der ganzen Previews, seit denen die Windows-Installation schon existiert.

Screenshot (8)

Ich habe vor und nach der Nutzung des Registry-Cleaners von CCleaner einen Blick auf die Größen der Registry-Dateien geworfen. Außerdem habe ich vorher und hinterher jeweils mehrere Neustarts durchgeführt und über die BootCKCL.etl, das Windows-Bootprotokoll, die Startzeit ermittelt.

Screenshot (10)

CCleaner behauptet, dass die Registry an über 500 Stellen bereinigt werden müsse. Also lassen wir das mal einfach mit Standard-Einstellungen durchlaufen, wie auch der Normaluser es machen würde.

Screenshot (11)

Alles fixed. Super. Vorsichtshalber noch ein Neustart hinterher und dann werfen wir doch mal einen Blick auf die Registy…

Die Ergebnisse

Registry-Größe

Unbenannt

Die gesamten Registry-Dateien sind somit durch den Cleaning-Vorgang um knappe 4 MB geschrumpft. Bei einer Größe von gut 180 MB und typischen Plattengrößen im Gigabyte-Bereich also völlig irrelevant.

Auf der anderen Seite möchte CCleaner selber 20 MB Speicherplatz haben. Das Bereinigen kostet also am Ende nur Speicherplatz.

Bootzeit gemittelt über fünf Bootvorgänge

vorher 78 Sekunden, nachher 78 Sekunden.

Screenshot (12)

Das mag insgesamt lange klingen, ist aber halt der Zeitpunkt, an dem Windows den gesamten Bootvorgang als abgeschlossen ansieht. Das System ist schon deutlich früher benutzbar. Sowohl vor als auch nach CCleaner. Weder gibt es merkbare noch messbare Unterschiede.

Fazit

Es bleibt dabei, dass die Gefahren bei der Bereinigung der Registry definitiv vorhanden sind, ein Nutzen aber nicht nachgewiesen werden kann.

Wer sein Windows schneller starten möchte, sollte den Autostart ausmisten und unnötige Software deinstallieren. Jegliche Cleaning-Tools sollten dabei an erster Stelle stehen.

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Wie man eine Technik-News schreiben kann, aber nicht sollte

Manchmal rollt es einem ja die Fußnägel hoch, wenn man quer durchs Netz so liest, was die Newsseiten aus so manch einer Nachricht oder Pressemitteilung so fabrizieren. Besonders schön konnte man das aktuell mal wieder als Ergebnis auf einen Blog-Artikel in Microsofts Windows-Blog erleben.

Microsoft hat dort erklärt, wie die Verteilung von Upgrades auf neue Windows 10 Builds abläuft, z.B. gerade jetzt aktuell auf das Creators Update. Dabei empfiehlt man dann auch, lieber abzuwarten, bis Windows ein solches “Funktionsupdate” von sich aus anbietet, da die Verteilung zuerst mit den Systemen startet, bei denen keine Probleme zu erwarten sind. Es gibt dort also einen “kontrollierten Rollout” und keine Verteilung einfach mal so an alle.
Hingegen werden die Rechner, bei denen bestimmte, bekannt problematische Komponenten vorhanden sind, erst später mit dem Upgrade versorgt werden, wenn die entsprechenden Probleme abgestellt werden. Man nennt dazu als Beispiel einen Bluetooth Chip, dessen Treiber momentan Probleme bereitet.
Systeme mit diesem Chip bekommen das Upgrade momentan nicht angeboten.

Wer will, kann natürlich manuell upgraden, bekommt es dann aber mit Problemen zu tun, falls genau diese Komponente im PC steckt.

Also eigentlich alles ganz harmlos. Man gibt Tipps, wie es für die Nutzer am problemlosesten laufen kann und nennt ein Beispiel, warum man die Sache genau so verteilt.

Nun der Blick auf die Newsseiten – und was dort steht, fußt zwar irgendwie auf dem selben Microsoft Blog Artikel, hat aber mit der eigentlichen Information oft nicht mehr viel zu tun…

Fehler unterbricht Verteilung des Creators Update teilweise
Microsoft hat einen Fehler im Creators Update für Windows 10 entdeckt. Für bestimmte Geräte wird die Verteilung des Updates daher zunächst pausiert, bis der Fehler behoben ist. Microsoft rät Nutzern, auf die reguläre Update-Verteilung zu warten.”

https://www.golem.de/news/windows-10-fehler-unterbricht-verteilung-des-creators-update-teilweise-1704-127529.html

Windows 10: Microsoft sieht manuelle Update-Installation nicht gern
Grundsätzlich gibt es auch beim Creators Update für Windows 10 die Möglichkeit einer manuellen Installation. Microsoft sieht es allerdings lieber, wenn die Nutzer sich so lange gedulden, bis die Aktualisierung von allein im Windows Update angeboten wird – denn das macht weniger Probleme.”

http://winfuture.de/news,97331.html

Windows 10 – Warum Microsoft nicht will, dass Sie manuell updaten
Das Creators Update für Windows 10 wird noch lange nicht allen Nutzern angeboten. Wer es eilig hat und über ein händisches Update nachdenkt, sollte sich das genau überlegen, mahnt Microsoft.”

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/windows-10-creators-update-microsoft-raet-von-manueller-installation-ab-a-1145097.html

„Warten Sie lieber ab“: Microsoft warnt vor Windows-10-Update
Microsoft warnt Nutzer davor, manuell auf das Creators Update für Windows 10 upzudaten. Nicht alle Rechner seien jetzt schon bereit für die aktuellste Version des Betriebssystems.”

http://www.chip.de/news/Warten-Sie-lieber-ab-Microsoft-warnt-vor-Windows-10-Update_113683761.html

So schnell kann es also gehen. Microsoft empfiehlt, die Windows Update Funktion statt eines manuellen Upgrades zu nutzen. Daraus wird dann spontan, dass Microsoft ein Upgrade nicht wollen würde. Aus Geräten mit einer bestimmten, problematischen Komponente wird ein Fehler, der die Verteilung des Updates unterbricht. Und angeblich soll man sogar vor dem eigenen Update warnen.

Gerade Überschriften müssen da immer ordentlich knackig sein, selbst wenn deren Sachverhalt danach oft schon gleich am Anfang des Nachrichtentextes relativiert wird. Wer da nur die Überschriften überfliegt, bei dem bleibt am Ende etwas hängen, was mit der Realität und dem eigentlichen Artikel nichts mehr zu tun hat.

Es bleibt bei solchen Nachrichten also immer eines wichtig: die Originalquelle lesen.

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Ein wenig 3D und schon werden wir alle kreativ, oder?

Die Preview Phase für das neueste Windows 10 Update (eigentlich Upgrade) ist seit ein paar Tagen abgeschlossen und seit dem fünften April kann man das “Creators Update”, auch Version 1703 genannt, offiziell herunterladen.

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Microsoft trommelt ganz kräftig dafür, dass dieses Update speziell für Menschen Verbesserungen bringen würde, die Inhalte mit dem PC erschaffen und weist auf die verbesserten Features im Zusammenhang mit Windows Ink oder die neuen Apps Paint 3D und 3D Viewer hin. Ganz ehrlich? Vermutlich werden diese keinen Nutzer vom Hocker reißen.

Da man leider die mal angekündigte App zum Einscannen von 3D Elementen mit dem Handy bisher nicht veröffentlicht hat und auch nicht wirklich klar ist, ob dies noch jemals passieren wird, kann man in Paint 3D halt nur ein paar 3D Elemente zusammenbauen. 3D Drucker oder Hololens hat die Masse auch noch nicht zu Hause, insofern gehe ich stark davon aus, dass die Mehrzahl diese “Aufhänger” fürs Update mal anschauen wird – aber das wars dann auch.

Allerdings bleibt es zum Glück nicht bei diesen Änderungen, sondern es gibt eine doch ziemlich massive Anzahl von Neuerungen. Insbesondere dabei sind wieder viele Kleinigkeiten, die das Leben für den Nutzer einfacher machen sollen.

Was sich insgesamt alles ändert, haben schon Andere gut zusammengefasst, daher spare ich mir das jetzt einfach mal. Wer Details sehen will, findet die Liste der Änderungen z.B. hier bei Dr. Windows.

Für den Normalanwender interessant sind dabei z.B. die Änderungen in Sachen Skalierung. So unterstützt die MMC (Gerätemanager, Computerverwaltung usw.) jetzt endlich hochauflösende Bildschirme und gerade Nutzer mit mehreren Bildschirmen, die mit unterschiedlicher Skalierung pro Bildschirm arbeiten, freuen sich über saubere Schriften.

Ein auf High-DPI-Displays korrekt skalierter Gerätemanager, wie lange mussten wir darauf warten…

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Man schneidet alte Zöpfe ab, bietet mehr Einstellungen in der modernen Einstellungen-App an, während die Systemsteuerung weiter in den Hintergrund tritt. Man braucht letztere eigentlich nicht mehr aufzurufen. Genauso wird jetzt aus dem Win+X Menü standardmäßig die Powershell gestartet statt der alten cmd. Eigentlich lange überfällig.

Und selbst an wirklichen Kleinkrams hat man gedacht. So ignoriert Windows 10 im Login-Bildschirm jetzt bei der Eingabe einer PIN die Numlock-Einstellung. Man gibt also immer Ziffern ein, wenn Ziffern gefragt werden. Oder regedit hat nach Jahrzehnten eine Adresszeile bekommen, die Copy & Paste versteht.

Ein paar Nervereien wurden auch abgestellt. So installiert das System nicht mehr alle möglichen Apps wieder, die der Nutzer vorher deinstalliert hatte. Wer also bisher für ihn unnötige Apps deinstalliert hat, wird diese auch jetzt nach dem Upgrade nicht wieder sehen. Das gilt allerdings z.B. nicht für den Store selber.

Genau diese vielen, kleinen Änderungen machen das System runder, besser bedienbar und damit wird das Update auch für den Normalnutzer interessant.

Ab wann gehts los?

Seit dem 5. April kann man über den Windows 10 Upgrade Assistenten auf die Version 1703 aktualisieren. Auch wenn man das Media Creation Tool neu herunterlädt, bekommt man die neueste Version schon angeboten.

https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10

Ab dem 11. April startet die allgemeine Verteilung über Windows Update für normale Nutzer. Dabei verteilt Microsoft wie immer in Wellen, d.h. man kann damit rechnen, dass in den darauf folgenden Wochen schrittweise mehr und mehr PCs das Update bekommen werden.

Ab dem 25. April startet dann die Verteilung für Windows 10 Mobile. Auch hier wird sicherlich das Update über eine Zeit verteilt – und ältere Geräte bleiben mal wieder außen vor.

Was sollte man beachten?

Ein Backup vor einem Upgrade ist nie verkehrt! Ein Backup ist sowieso nie verkehrt, aber natürlich speziell vor solch einer größeren Änderung sollte man da mal dran denken.

Wer immer noch meint, er müsse irgendeine “Sicherheitssoftware” nachinstallieren, sollte diese vor dem Upgrade im Idealfall deinstallieren. Ein aktiver Virenscanner kann so einen großen Umbau am System nachhaltig stören, so dass das Upgrade entweder nicht sauber durchläuft oder das System hinterher Probleme macht.

Ich setze ja “Sicherheitssoftware” hier absichtlich in Anführungszeichen, denn mehr Sicherheit bringt solche Software eh nicht. Insofern sollte man sie nach der Deinstallation idealerweise auch gar nicht mehr installieren.

Das Upgrade lief hier auf allen bisher getesteten Systemen problemlos durch. Dabei waren alte Kisten genauso wie relativ aktuelle Systeme. Probleme konnte ich nirgendwo feststellen. Das heißt nicht, dass es keine geben wird. Wer getunt, gecleant und am System gebastelt hat, läuft da eher Gefahr als der ganz normale Nutzer, der die Finger von sinnlosen “Cleaning-“ und “Tuning-Tools” lässt.

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Der Datenschutz

Microsoft hat im Zusammenhang mit der neuen Windows 10 Version auch noch einmal das Thema Datenschutz auf die Tagesordnung gesetzt. Es gibt jetzt bei einer Neuinstallation, aber auch bei einem Upgrade, ganz klare Einstellungen, die gesetzt werden können. Man versteckt diese jetzt also nicht mehr hinter “Express-Einstellungen”. Auch wird deutlich erklärt, was eine Einstellung für Auswirkungen hat. Auch wurde versprochen, dass vorher gesetzte Einstellungen beim Upgrade beibehalten werden.

Zudem hat man die Datenschutzbestimmungen im Netz überarbeitet und erklärt jetzt bis ins kleinste Detail, was die Telemetrie für den Nutzer heißt und welche Daten in welchem Modus ggfs. übertragen werden.

https://technet.microsoft.com/en-us/itpro/windows/configure/basic-level-windows-diagnostic-events-and-fields

https://technet.microsoft.com/itpro/windows/configure/windows-diagnostic-data

Problem hierbei ist vermutlich, dass diese sehr transparente Angabe schnell zum Bumerang werden kann. Die schwammigen, aber kurzen Datenschutzbestimmungen der Mitbewerber lesen sich vergleichsweise viel harmloser. Dummerweise ist das für den Kunden aber deutlich schlechter, denn somit nehmen sich andere Firmen oft viel mehr Rechte heraus und erklären deutlich weniger, was sie für Daten wofür nutzen.

Updaten, ja oder nein?

Ja, auf jeden Fall – aber vielleicht nicht überall sofort!  Generell kann man natürlich auch jetzt schon loslegen. Aber wie immer gilt, dass man nicht unbedingt der Erste sein muss. Es werden in den nächsten Wochen sicherlich noch einige kumulative Updates erst nach dem Release gefundene Fehler in der neuen Version korrigieren.

Wer es also nicht eilig hat, sollte einfach abwarten, bis Windows Update die neue Version von sich aus anbietet und sich derweil auf die vielen, kleinen Änderungen freuen.

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Ein Blick zurück: Als 600 MHz noch begeisterten.

Eigentlich war ich ja nur auf der Suche nach einem leeren ATX Gehäuse, um ein paar PC Komponenten, die sich hier mit der Zeit angesammelt haben, wieder zu einem kompletten Gerät zusammenzubauen. Was da in der Ecke des Kellers stand, ist allerdings mehr als nur ein Gehäuse und auch mal wert, ein paar Sätze dazu zu schreiben.

Was macht man mit Hardware, die jahrelang ungenutzt im Keller stand? Nun ja, entstauben, anschalten und hoffen, dass sich irgendwas tut. In diesem Fall ist die Hardware ein MAXDATA Artist Minitower PC. Und der wäre schon vor Jahren verschrottet worden, wenn nicht seine Ausstattung auch damals schon eher untypisch für einen PC gewesen wäre.

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Ein typischer, beigefarbener Minitower, DVD-Laufwerk, Wechselrahmen für eine zusätzliche Festplatte, Diskettenlaufwerk und ein “Designed for Windows NT / Windows 98” Aufkleber – ja, das waren noch Zeiten. Keine, die man sich zurück wünschen sollte.

Genau lässt sich das Produktionsdatum nicht mehr rausfinden, aber es wird wohl irgendwann 1999 gewesen sein, als dieser PC als leistungsfähige Workstation bei MAXDATA in Würselen vom Band lief. Firma und Fertigung sind schon lange nicht mehr existent – und alles was damals sonst noch an PCs produziert wurde, ist vermutlich schon lange auf dem Schrott.

Apropos Schrott: das verbaute 200 Watt Seasonic Netzteil gehört an sich zu einer Serie mit Serienfehler. Damals sind eigentlich alle Netzteile dieser Modellserie gestorben und mussten getauscht werden. Ein riesiger Schaden war das damals für MAXDATA und ich hab aufgehört zu zählen, wie viele von den Netzteilen ich selber getauscht habe. Interessanterweise hat dieses eine Exemplar überlebt.

Mainboard und CPU

Das verbaute Mainboard ist ein ASUS P2B-DS, welches Intels quasi legendären i440BX Chipsatz verbaut hat. Das “D” in der Typenbezeichnung weist dann schon gleich auf die erste Besonderheit hin: “Dual-CPU”. Zwei Slot 1 CPUs können hier verbaut werden und sind es zum Glück auch. Intels Pentium III “Coppermine” mit 600 MHz werkelt hier in doppelter Ausführung. Das “S” in der Boardbezeichnung ist dann für “SCSI” zuständig. Während man normalerweise bei Desktop-PCs damals PATA (“IDE”) Anschlüsse für Festplatten und CD-Laufwerke verwendete, findet sich hier onboard ein Adaptec AIC78U2 Controller für Ultra160 SCSI.

ASUS hat das Board auch in vielen anderen Konfigurationen gebaut, meist als einfaches P2B, d.h. für eine einzelne CPU und nur mit PATA Anschlüssen. Abgelöst wurden die Boards damals dann von der CUBX Serie, welche ebenfalls mit i440BX Chipsatz ausgestattet war, aber für die Pentium III CPUs im Sockel 370 geeignet war.

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Das Board hier bietet vier Speicherslots für PC100 SDRAM und verträgt maximal 1 GB Ram insgesamt – eine irrsinnige Menge fürs Jahr 1999 – und diese sind auch tatsächlich verbaut. Sie wurden allerdings erst später nachgerüstet. Damals hätte sie wohl niemand bezahlen können oder wollen.

Tastatur und Maus wurden früher nur über PS/2 Schnittstellen angeschlossen und so “neumodisches Zeugs” wie USB brauchte kein Mensch. Trotzdem sind zwei USB Ports hinten vorhanden – natürlich USB 1.1 und damit sehr, sehr gemütlich.

Steckkarten

Die Grafikkarte war zu ihren besten Zeiten auch kein ganz preiswertes Modell, werkelt hier doch eine ELSA Gloria III im AGP Slot. Die Karte hat mit Nvidias Quadro2 Pro Chipsatz die quasi gleiche GPU wie eine Geforce 2 Ti. Nur BIOS und Treiber machen daraus dann eine für damalige CAD Anwendungen optimierte Grafiklösung. Auch ELSA ist seit 2002 nicht mehr existent. Somit hat auch diese Hardware ihren Hersteller überlebt.

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Eine Creative Labs Soundblaster Live! 5.1 PCI sorgt für Sound. Der EMU10k1 Chip war damals beliebt und es gab recht breiten Anwendungssupport. Das Mainboard selber bietet keinerlei Audio-Funktionen, für damalige Zeiten noch vollkommen normal. In vielen PCs waren damals eher die billigeren Soundblaster Karten eingebaut, welche nur Anschlüsse für Stereo Sound hatten. Die Onboard-Soundchips nach AC’97 Standard hatten gerade erst das Licht der Welt erblickt, aber wer etwas auf sich hielt, nutzte eine Soundblaster.

Auch Netzwerk onboard fand sich bei den wenigsten Mainboards. In einem weiteren PCI Steckplatz steckt daher eine 10/100 Mbit Karte 3C905C-TX von 3Com. An sich liegen im Keller auch noch ein paar Gigabit-Karten, nur erfordern diese einen PCI 2.2 Slot und das ASUS Board bietet nur PCI 2.1.

Inwiefern Grafik- und Soundkarte schon von Anfang an im PC steckten, kann ich nicht beurteilen. Es kann sein, dass da später noch auf- oder umgerüstet wurde.

Storage

Natürlich war auch damals schon schneller Plattenspeicher das Nonplusultra und bei PATA war zu dem Zeitpunkt gerade mal UDMA33, d.h. 33 MB/s spezifiziert. SCSI bot da im Vergleich schon deutlich mehr. Bis zu 160 MB/s auf dem Bus sind bei Ultra160 SCSI möglich. Allerdings musste das natürlich eine Festplatte auch erst einmal liefern können. Und keine konnte es.

Festplatten mit 10.000 1/min waren zwar verfügbar, aber nur im Serverumfeld gebräuchlich. Sie waren nicht leise und mussten auch aktiv gekühlt werden, denn sie wurden nicht warm, sondern ohne Lüftung glühend heiß.

In diesem Fall entschied man sich also, nur eine Festplatte mit 7.200 1/min zu verbauen, eine Quantum Atlas V mit 36 GB. Quantum wurde von Maxtor übernommen, Maxtor dann von Seagate und bei Seagate finden sich tatsächlich noch die originalen Datenblätter von Quantum. Stolz berichtet man da von 29 MB/s tatsächlichem Durchsatz und 6,3 ms durchschnittlicher Seek-Zeit. Ordentliche Werte für 1999, allerdings heutzutage quasi lächerlich. 9,9 Watt Stromverbrauch im Idle-Zustand sind da noch vergleichsweise moderat. 7200er Festplatten liegen auch heute noch bei 6 bis 8 Watt.

Ein Toshiba DVD-ROM Laufwerk mit SCSI Anschluss komplettiert das Ensemble. Es liest keine wiederbeschreibbaren CDs und DVDs, tut aber ansonsten immer noch seinen Dienst leise und unauffällig.

Lebt es?

Knopf drücken, es röhrt gewaltig und ein Bild erscheint…mit einer Fehlermeldung…

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Ja, nach so langer Zeit ist die originale CMOS Batterie dann auch mal leer. Also schnell ins BIOS Setup, Datum, Uhrzeit und die wichtigsten Einstellungen wieder gesetzt und dann steigt die Spannung, was ich da zuletzt eigentlich für ein Betriebssystem drauf hatte.

Es bootet ein altes Ubuntu Linux… zumindest versucht es das.

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Örks. Okay, das sieht jetzt nicht so umwerfend aus. Es scheint ein Ubuntu 12.04 installiert zu sein. Ich hatte das Gerät also vor knapp fünf Jahren wohl schon mal aus dem Keller gekramt. Egal wie, es bootet nicht. Parity Fehler auf dem SCSI Bus? Ob die Festplatte hin ist? Das Kabel? Der Controller? Das Board? Oder nur die Ubuntu Installation?

Also mal schnell auf die Suche, was überhaupt auf solcher Hardware noch laufen könnte. Ein antiX Linux ist für alte Hardware optimiert, also CD gebrannt und los geht’s. Leider bootet antiX nicht vom SCSI-DVD-Laufwerk. Vermutlich fehlt dem Kernel der Support für den Adaptec Controller. Und bei Linux mal eben einen Treiber nachladen? Vergessen wir’s!

Also muss eine Alternative her. Windows! Windows 7 bootet tatsächlich von DVD, möchte dann von Diskette einen Treiber für den Adaptec Controller haben und resettet danach immer fröhlich den SCSI Bus. Also doch Hardware defekt? Denn schon Ubuntu meckerte ja deswegen. Oder doch nur die SCSI Terminierung falsch?

Vielleicht muss es einfach noch ein älteres System sein…

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Man sehe und staune: Windows Vista startet, nimmt den Treiber von Diskette und installiert dann sauber durch!

Es lebt! Smile

Ja, das ist noch richtig Sound! Je ein Lüfter mit 6500 1/min auf beiden CPUs, Lüfter im Netzteil, auf der Grafikkarte und dazu das helle Singen der Platte sowie das “Geschraddel” der Platte bei Zugriffen.

Treiber

Gar nicht so einfach ist die Suche nach Treibern. Nachdem PC Hardware nach wenigen Jahren veraltet und für die Hersteller damit uninteressant geworden ist, manche Hersteller nicht mehr existieren und viele Leute durch Anbieten von Malware die Treibersuche erschweren, geht da einiges an Zeit drauf.

ASUS bietet tatsächlich noch das aktuellste BIOS von 2002, sowie einen SCSI Treiber von 1999 an. Letzterer ist allerdings für Windows NT 4.0 und mag mit Vista so gar nicht.

Adaptec selber ist verkauft worden, man findet den Treiber für den AIC78XX für Vista aber tatsächlich noch auf deren Seiten. Auch wenn sie mittlerweile Microsemi heißen. Die Umbenennung ging irgendwie an mir vorbei.

3Com ist auch nicht mehr und deren Webseiten ebenfalls nicht. Die alten Seiten verweisen auf HPe, welche 3Com vor Jahren geschluckt hatten. Treiber finden sich da allerdings nicht mehr. Nach einiger Sucherei fand sich ein Treiber v4.41 für Windows XP, welcher unter Vista funktioniert.

Nvidia gibt es noch und auch stellen sie weiter Grafikchips her, mit denen von vor knapp 20 Jahren wollen sie allerdings nichts mehr zu tun haben. Selbst wenn man noch Produktbeschreibungen auf den Nvidia Webseiten findet, sind die Treiberlinks verwaist. Nichts, was Nvidia zum Download anbietet, funktioniert mit der Quadro2 Pro. Auch hier hilft wieder nur die akribische Suche im Netz und ich bin bei einem Treiber “Forceware 71.90” für Windows 2000/XP fündig geworden, der sich tatsächlich manuell installieren lässt.

Creative Labs gibts auch noch und sie haben sogar Treiber-Downloadseiten für die alten Karten noch online. Leider gibts dort immer nur Treiber-Updates, die eine Installation des damaligen Treiberpaketes erfordern, welches sie nicht anbieten. Man findet es dann im Netz und bei der Installation friert das System komplett ein. Okay, also kein Sound.

Wie läufts denn nun?

Ein wenig zäh, aber es läuft tatsächlich. 1 GB Ram sind unterstes Minimum für Vista. Ich denke, da sollte man noch ein paar nicht unbedingt benötigte Autostarts wie die Sidebar deaktivieren. Die CPUs sind auch gut ausgelastet. Zum Glück sind ja zwei davon da, das macht die Sache erträglich. Und die Festplatte…nun ja, viel Lärm um wenig Geschwindigkeit.
An Aero Glass muss man auch keinen Gedanken verschwenden. DirectX 7 ist bei der Quadro2 Pro drin, mehr nicht.

Dual-P3_01 Dual-P3_02

Aber generell funktioniert es tatsächlich. Momentan ohne Sound, aber stabil. Hardware von 1999 und ein Betriebssystem von 2007, welches bis April diesen Jahres sogar noch offiziell Support bekommt. Das muss man erst einmal nachmachen.

Dual-P3_03

Einige Benchmark-Werte werde ich bei Gelegenheit noch nachreichen. Jetzt installiert grad mal der erste Schwung von 109 Windows-Updates… Winking smile

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