Wenn das Notebook nach Luft schnappt…

Dass heute PC-Hardware relativ lange genutzt werden kann, ist an sich ein gutes Zeichen. Die Geräte sind haltbar und auch relativ “alte Schätzchen” können noch mit aktueller Software verwendet werden. An manchen Stellen zeigt sich dann aber doch das Alter. Genauer gesagt hört man es meist, wenn der Lüfter immer öfter aufdreht, obwohl er das früher bei selbigen Aufgaben viel seltener tat. Alternativ werden die Geräte irgendwann langsamer, weil die CPU zwangsweise runtertaktet oder schalten gar wegen Überhitzung ab.

Grund sind in den meisten Fällen Staub und eingetrocknete Wärmeleitpaste, die die Wärmeabfuhr stören. Mit ein wenig Arbeit kann man hier Abhilfe schaffen, solange man sich zutraut, in den Eingeweiden des Gerätes zu schrauben.

Vorweg sollte man sich folgende Dinge besorgen:

– einen kleinen Kreuzschraubendreher, meistens vom Typ PH1
– Wärmeleitpaste
– einen gut ausgeleuchteten Arbeitsplatz

Wir arbeiten hier mit statisch sensitiven Bauteilen, insofern kann ein Erdungs-Armband für Arbeiten damit nicht verkehrt sein. Es reicht für den Heimbastler allerdings normalerweise auch, zwischendurch immer mal wieder z.B. einen Heizkörper anzufassen.

Um herauszufinden, wie das Notebook nun zerlegt werden muss, gibt es zwei Varianten. Entweder stellt der Hersteller ein entsprechendes Handbuch bereit oder man muss mit etwas Gespür anfangen, die hoffentlich passenden Schrauben zu entfernen. Wer kein solches Service-Manual vom Hersteller findet und nicht probieren möchte, sollte hier aussteigen. Die Chance etwas zu beschädigen ist doch relativ groß.

Mein Testgerät in diesem Fall ist ein Lenovo R61 von 2007 – normalerweise eines der leisesten Notebooks, die ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe. Allerdings war die Temperatur der CPU mittlerweile bei etwas Last locker bei 90°C und der Lüfter hatte gut zu tun. Lenovo gehört zu den Herstellern, die für alle Modelle vorbildlich ein Handbuch online stellen, insofern ist das Zerlegen hier fast wie bei einem Lego Bausatz.

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In den Handbüchern wird oft erwähnt, dass Schrauben nur einmal zu verwenden sind. Die Schrauben haben an der Spitze einen kleinen Klecks Nylon-Beschichtung, der verhindern soll, dass die Schraube sich von alleine löst. Diese wird beim Lösen unwirksam gemacht. Da wir aber nicht in der Raumfahrt oder in einem Atomkraftwerk schrauben, ignorieren wir das einfach und nutzen die Schrauben weiter.

Manche Hersteller verwenden für ihre Geräte alle möglichen, ungekennzeichneten Schraubentypen. Es hilft hier, die Schrauben auf einem A4 Blatt abzulegen und genau zu kennzeichnen, an welcher Stelle sie verbaut waren. Gute Hersteller verwenden möglichst wenig verschiedene Schrauben und dokumentieren die Verwendung.

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Sind die Gehäuseteile entfernt, zeigt sich je nach Modell ein mehr oder weniger schöner Blick auf die Kühleinheit, bestehend aus Lüfter, Kühlkörpern und einer dazwischen verlegten “Heatpipe” zum Wärmetransport. Das Gebilde ist empfindlich gegen Verbiegen, ein wenig Vorsicht ist also angebracht.

Nach dem Entfernen sieht man dann auch schnell den Salat…

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Aus der Wärmeleitpaste ist ein trockener, krümeliger Kniest geworden. Am einfachsten entfernen lässt er sich mit einem Stück Toilettenpapier. Das CPU Die, die Fläche, auf der der Kühlkörper auf der CPU aufliegt, sollte vollkommen glatt und glänzend sein. In hartnäckigen Fällen kann eine kleine Menge Isopropanol-Alkohol helfen – auf dem Papier, nicht direkt auf der CPU!

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Auch der Kühlkörper selber muss von den Resten der Wärmeleitpaste befreit werden. Oben sieht man außerdem noch ein Wärmeleitpad – in diesem Fall für den Chipsatz. Diese Pads werden normalerweise nur dort verwendet, wo Chips nicht ganz so stark Hitze entwickeln, wie eine CPU. Solange sie noch gut aussehen, wie in diesem Fall, kann man sie einfach weiter verwenden.

Außerdem sollte man jetzt Lüfter und Kühlkörper ordentlich auspusten. Wer dazu Druckluft oder einen Kompressor verwendet, sollte unbedingt vorher das Lüfterrad blockieren, z.B. indem man eine aufgebogene Büroklammer durchsteckt. Die Lager mögen keine zu hohen Drehzahlen!

Die Geschichte der Wärmeleitpaste ist eine Geschichte voller Missverständnisse! Winking smile

Wärmeleitpaste ist ein schlechter Wärmeleiter! Klingt seltsam, sollte man aber im Hinterkopf behalten. Sie leitet deutlich schlechter die Wärme, als dies eine direkte Verbindung zwischen CPU Die und Kupferkühlkörper tut. Sie leitet allerdings besser Wärme als Luft das kann. Luft isoliert stattdessen. Und das ist dann auch der einzige Zweck, den sie vollbringt: sie soll Luft aus winzigen Unebenheiten des Kupfer-Kühlkörpers verdrängen.

Damit wird auch schon klar, dass Wärmeleitpaste nur dann gut funktioniert, wenn sie so hauchdünn aufgetragen ist, dass sie eigentlich nur kaum mehr sichtbare Unebenheiten im Material auffüllt, die Wärmeleitung zwischen Kupfer und Die aber nicht behindert.

In der Realität ist das so perfekt quasi nicht hinzubekommen. Wichtig ist nur, dass man nicht zu viel Wärmeleitpaste verwendet. Bei einer CPU wie dem Core 2 Duo reicht eine kaum reiskorngroße Menge vollkommen aus. Eine Verteilung per Scheckkarte o.ä. ist sinnlos, die Paste verteilt sich nach dem Aufsetzen des Kühlkörpers alleine und überschüssige Mengen (von denen es ja hoffentlich nicht viele geben wird) werden zur Seite rausgedrückt.

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Die Schrauben des Kühlkörpers werden vorsichtig über Kreuz angezogen. Das sorgt automatisch dafür, dass die Wärmeleitpaste nicht an einer einzelnen Stelle versammelt wird.

Apropos Festschrauben: bitte alle Schrauben vorsichtig anziehen. Insbesondere diejenigen, die einfach nur in Plastik geschraubt werden, sollten vorsichtig angezogen werden. Die Schrauben am CPU Kühlkörper greifen meist in Metall, können also ein wenig fester angezogen werden, aber auch hier gilt: wir schrauben an einem Notebook, nicht an einem Kreuzfahrtschiff.

Es folgt der Zusammenbau und der Funktionstest. Hilfreich dabei können der Packer 7-Zip und die Software HWMonitor sein. 7-Zip ist einerseits ein sinnvolles Programm zum Packen und Entpacken, hat allerdings auch eine eingebaute Benchmark-Funktion, die alle Kerne der CPU auf Dampf bringt. Alternativ kann man hierfür auch das Programm Prime95 verwenden. HWMonitor zeigt an, wie warm es denn wird.

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Und das Ergebnis überzeugt! Unter Volllast erreicht die CPU etwa 70°C, also rund 20K weniger als vorher. Im Leerlauf pendelt sich die Temperatur irgendwo zwischen 36 und 40°C ein und der Lüfter kann aus bleiben. Das ist nicht nur gut für die Ohren, es spart auch ein wenig Akku ein.

Manchmal hilft so eine Aktion auch, Schlampereien des Herstellers aufzudecken. In einem anderen Notebook musste ich vor einiger Zeit tatsächlich mal folgendes entdecken:

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Der Hersteller hatte dort einfach mal die Schutzfolie auf dem Wärmeleitpad gelassen und auf diese Schutzfolie noch Wärmeleitpaste geschmiert. Dass bei dem Gerät der Lüfter ständig auf vollen Touren lief, wundert sicherlich niemanden.

Die Anleitung lässt sich natürlich auch auf einen normalen PC übertragen. Hier ist die Schrauberei meist einfacher. Auf dem CPU Die verteilt man dann stattdessen eine etwa erbsengroße Menge Wärmeleitpaste.

Falls nach dem Zusammenbau Probleme auftauchen sollten, sind folgende Punkte zu kontrollieren:

– sind alle Kabel wieder sauber angeschlossen, die evtl. zwischendurch entfernt wurden?
– sitzt der Kühlkörper sauber? Im Ernstfall noch mal entfernen, Wärmeleitpaste wieder runter, frisch drauf und nochmals aufsetzen

Danach steht der Arbeite mit dem “alten Schätzchen” für einige weitere Jahre nichts im Wege!

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Support für Skylake CPUs unter Windows 7 und 8.1

Ein Blog Eintrag auf den Microsoft Seiten scheint momentan diverse Leute nachhaltig zu verwirren. Dies sorgt dafür, dass eine Verbesserung des Supports für Windows 7 als Einschränkung wahrgenommen wird.

Für jedes Windows gibt es seit einigen Jahren einen definierten Support-Zeitraum von zehn Jahren. Die ersten fünf Jahre ist das System im “Mainstream Support”, d.h. es werden Fehler und Sicherheitslücken behoben und es werden gegebenenfalls Funktionen nachgereicht, damit das System auf aktueller Hardware gut läuft.

Nach diesen fünf Jahren kommt die “Extended Support” Phase. In dieser werden normalerweise nur noch sicherheitsrelevante Updates geliefert. Sonstige Funktionsupdates sind in dieser Phase nicht mehr geplant.

Windows 7 mit SP1 ist seit einem Jahr aus der Mainstream-Support-Phase raus und bekommt ab sofort nur noch sicherheitsrelevante Updates, bis der Support im Januar 2020 endet. Windows 8.1 hat die Mainstream-Support Phase bis Januar 2018 und dann den erweiterten Support bis Januar 2023.

Intel hat nun Ende 2015 neue CPUs mit dem Codenamen “Skylake” herausgebracht, auch als sechste Core i Generation bezeichnet. Diese CPUs bringen neue Funktionen mit, die ältere Systeme logischerweise nicht kennen können. An sich hätte sich das Thema für Windows 7 jetzt schon längst erledigt gehabt, dann wie wir ja gerade festgestellt haben, ist Windows 7 schon aus der Mainstream-Support-Phase raus und somit kann man da keine Unterstützung mehr erwarten.

Nun kommen wir zu Microsofts o.g. Blog Eintrag. Dort wird jetzt klargestellt, dass auch Windows 7 noch für bestimmte Skylake Systeme unterstützt wird – und zwar bis Mitte 2017. Man erweitert also hier den Windows 7 Support, anstatt ihn einzuschränken. Man macht eine Support-Zusage für ein System, welches an sich aus dem Support raus ist. Das ist sinnvoll und man kann es nur begrüßen.

Trotzdem muss man an allen möglichen Stellen im Netz wütende Proteste lesen, da scheinbar die große Masse der Online-Magazine diese Erweiterung des Windows 7 Supports als Einschränkung und Verschlechterung verkaufen möchte.

“Clickbaiting” nimmt ja leider mehr und mehr zu, aber es wäre vermutlich sinnvoll, wenn man das nicht auch noch auf Basis von Unsinn machen würde. Dann gäbe es auch keinen ungerechtfertigten Shitstorm.

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Von Mäusen und Menschen und Werbebannern

Früher gab es den schönen Spruch “The internet is for porn”, welcher heute wohl in “Das Internet ist Werbung” umgedichtet werden muss. Die für viele Webseiten-Betreiber einzige Einnahmequelle im Internet ist Werbung, die in mehr oder weniger aufdringlicher Form auf der Seite untergebracht wird. Mit der Werbung und dazu noch mit dem Handel von Nutzerdaten finanzieren sich dann auch große Unternehmen wie Google und Facebook.

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In den letzten Jahren hat die Werbe-Durchdringung im Internet gefühlt immer weiter zugenommen. Fanden sich früher Banner über oder neben den eigentlichen Inhalten, überdecken mittlerweile oft animierte Video-Spots den Inhalt und müssen erst weggeklickt werden oder alleine beim Zeigen auf Texte springen einem Infos zu bestimmten Wörtern entgegen – in der Hoffnung auf das große oder zumindest das kleine Geld.

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Nimmt man bei solch einer Seite mal die reinen Werbe-Inhalte weg, zeigen sich plötzlich recht große, weiße Lücken.

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Nun ist Werbung ja an sich nicht schlecht. Sie ermöglicht es, dass wir Inhalte “kostenlos” lesen oder anschauen können und davon hat normalerweise jeder etwas. Zum Problem wird es an drei Stellen. Eine davon sieht man sehr gut am folgenden Screenshot.

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Erstens wird Werbung nämlich mehr und mehr übertrieben. Die eigentlichen Inhalte treten in den Hintergrund und die Werbung ersetzt den Inhalt. Wie man im obigen Screenshot von Focus Online sehen kann, sieht man nach dem Öffnen der Webseite schlicht überhaupt keinen Inhalt mehr. Null! Nada!

Und zweitens passiert es immer wieder, dass eben nicht nur für seriöse Firmen geworben wird, sondern unseriöse Inhalte beworben werden. Das geht los bei Werbung für zwielichtige Geldanlagen, geht über Potenzpillen aus seltsamen Quellen bis hin zu “Ihr PC ist verseucht!!!” Meldungen, die einen zum Kauf sinnloser Reparatur-Software animieren sollen. Wie man an meinem Artikel zu Reimage Repair sehen kann, kann auch so etwas eine teure Falle werden.

Teilweise wird mit Werbeanzeigen sogar direkt versucht, Schadsoftware auf PCs zu bringen. Die Skripte, die die Werbebanner nachladen, klopfen nebenbei auch gleich den PC auf mögliche Schwachstellen ab und versuchen, diese dann auszunutzen.

In allen drei Fällen wird das Blockieren solcher Werbung zum reinen Selbstschutz.

Folgende Werkzeuge zum Schutz vor der Werbeflut und missbräuchlichen Werbebannern sollen hier heute vorgestellt werden:

– die Erweiterungen “uBlock Origin” und “Ghostery” für Mozilla Firefox und Google Chrome
– die Tracking Protection Listen für den Internet Explorer

Allesamt sind dies Lösungen, die für den Normalnutzer ohne größere Probleme einzusetzen sind und vor allem ohne dass sie eine umständliche Konfiguration benötigen.

uBlock Origin für Firefox und Chrome

uBlock ist ein einfacher, wirkungsvoller Werbeblocker. Er kann in Firefox über diesen Link hinzugefügt werden. Chrome Nutzer rufen stattdessen diesen Link auf. Es werden automatisch verschiedene Listen bekannter Werbeserver abgefragt, so dass jetzt keine weitere Konfiguration notwendig ist.

Sobald eine Webseite nun neu geladen wird, sollte einem die deutlich schnellere Ladegeschwindigkeit sowie die erheblich bessere Übersicht auffallen.

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Über das uBlock Symbol, welches in der Symbolleiste von Chrome oder Firefox bei der Installation des Add-Ons hinzugefügt wird, lässt sich uBlock zeitweise oder für bestimmte Webseiten deaktivieren. Außerdem bekommt man ein wenig Statistik, wie viele Dinge auf der gerade geladenen Seite so ausgefiltert wurden.

Tracking Protection Listen in Internet Explorer

Die selben Listen, die uBlock und andere Adblocker-Add-Ons nutzen, können im Internet Explorer direkt eingebunden werden. Über diese Webseite findet sich eine Auswahl von Listen, von denen zumindest “EasyList Standard” und “German EasyList” eingebunden werden sollten.

Im IE können dann unter Einstellungen / Add-Ons die verwendeten Tracking-Schutz-Listen verwaltet werden. “Ihre angepasste Liste” muss dabei aktiviert sein, damit der Schutz insgesamt aktiv ist.

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Ghostery

Während “uBlock Origin” in der Hauptsache die Anzeige von Werbebannern unterdrückt, dient Ghostery dazu, die Verfolgung des Nutzers im Netz durch Werbe-Dienstleister zu erschweren. Hierfür ist allerdings eine gewisse Vorkonfiguration notwendig.

Die Installation erfolgt wieder aus den jeweiligen Downloadbereichen für Add-Ons der jeweiligen Browser. Also für Firefox User per Klick auf diesen Link und für Chrome User per Klick auf diesen Link. Nutzer vom Internet Explorer können Ghostery als Programm über diesen Link installieren.

Nach der Installation von Ghostery muss noch ausgewählt werden, was denn geblockt werden soll. Hierbei kann man zuerst einmal unter “Tracker” einfach “Alles auswählen” anklicken und auch die Frage mit Ja beantworten, ob auch neue Tracker automatisch geblockt werden sollen.

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Das Blockieren von Cookies sollte man zumindest im ersten Schritt unterlassen. Damit ist auch Ghostery konfiguriert.

Nach dem Laden einer neuen Webseite sieht man auch am Ghostery Symbol wieder, was dort geblockt wurde.

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Auch kann hier für jede Webseite und jeden Tracker einzeln ausgewählt werden, ob geblockt oder erlaubt werden soll.

Das Ergebnis zeigt sich dann bei der oben schon gezeigten Beispielseite so:

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Microsoft Edge und andere Browser

Ich habe mit Firefox, Chrome und IE die drei gebräuchlichsten Browser behandelt. Für weitere Browser existieren meist ähnliche Methoden, allerdings nutze ich diese Browser schlicht nicht.
Microsoft Edge kommt im Moment ohne jegliche Schnittstellen für Add-Ons oder Tracking-Protection-Listen. Die entsprechende Funktion soll wohl mit einem Update noch nachgerüstet werden. Bis dahin sollte man stark werbeverseuchte Webseiten nur mit einem der oben genannten drei Browser nutzen.

Ausnahmen über Whitelisten

Die Webseiten-Betreiber wollen leben und die Verwendung von Werbung zur Finanzierung ist ein legitimes Mittel dazu. Die komplette Filterung jeglicher Werbeanzeigen auf allen Webseiten kann somit ein sehr hartes Mittel sein, wenn man doch die Seiten nutzt und somit von ihren Inhalten profitieren möchte. Man sollte sich immer mal Gedanken machen, vertrauenswürdige Seiten von der Filterung auszunehmen – es zumindest zu versuchen.

Meine Versuche ohne Werbeblocker auszukommen endeten allerdings meistens relativ schnell mit dem nächsten automatisch loslaufenden Video-Banner oder dem nächsten Bild, welches sich erst einmal über den kompletten Inhalt legt und bei dem man ein Suchspiel betreiben darf, um es schließen zu können.

Adblocker-Blocker

Manche Webseiten weisen mittlerweile Besucher mit aktivem Adblocker darauf hin, dass der User doch bitte diesen deaktivieren möge. Hier kommen dann wieder die Überlegungen zur Aufnahme auf die Whitelist zum Tragen. Andere Seiten liefern Werbebanner über eigene Server aus, die nicht von den Listen der Adblocker erfasst werden. Da dies meist statische Banner mit geringem Störfaktor sind und hierüber auch keine Malware nachgeladen werden kann, dürfte dies unproblematisch sein.

Andere Seiten bieten mittlerweile einfach ein günstiges Abo für einen werbefreien Dienst an. Für Seiten, die man regelmäßig nutzt, kann auch dies eine Alternative sein. Als Beispiel sei hier Golem.de genannt.

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Ein gewisses Schundblatt hat hingegen in den letzten Monaten nicht nur Nutzer von Adblockern von seinen Angeboten gleich ganz ausgesperrt, sondern ist auch rechtlich gegen einen Anbieter eines Adblockers vorgegangen. Die dabei genannten Gründe sind teils hanebüchen. Würde selbiges Blatt einen Fernsehsender betreiben, würde man vermutlich demnächst den Klogang während der TV-Werbepause unter Strafe stellen wollen.

In solch einem Fall gibt es eine sehr einfache Problemlösung: diese Seiten besucht man schlicht und einfach nicht.

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Das Lumia 950–Unauffälliges Windows 10 Flaggschiff

Microsoft hat mit dem Lumia 950 und 950 XL jetzt die ersten Smartphones ausgeliefert, auf denen Windows 10 Mobile installiert ist. Da bietet es sich ja an, einen Blick drauf zu werfen. Das XL Modell stand mir leider bisher nicht zur Verfügung, aber das “kleine” 950 fand den Weg zu mir.

Das Lumia 950 ist ein 5,2” Gerät mit sechskernigem Qualcomm SoC, während das 950 XL mit 5,7” Display und acht Kernen aufwarten kann. Der Akku beim XL ist größer, damit wären dann allerdings die wichtigsten Unterschiede schon aufgezählt. Beide Geräte gibt es auch in einer Dual-SIM Version – das XL Dual-SIM allerdings bisher offiziell nicht in Deutschland.

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Als man die beiden Geräte entworfen hat, durften die Entwickler wohl aus dem Vollen schöpfen und vieles von dem, was bisher bei Smartphones immer wieder störend war, von Anfang an besser machen. Und so finden sich in einem Flaggschiff-Gerät sowohl ein wechselbarer Akku als auch ein Micro-SD Slot (z.Zt. freigegeben für Karten bis 200 GB). Beides nicht selbstverständlich – insbesondere nicht bei Flaggschiff-Geräten.

Dazu kommt ein AMOLED Display mit 2560×1440 Pixeln. Das ist nebenbei die selbe Auflösung, die mein 27” Monitor am Desktop-PC bietet, um das mal in Relation zu setzen. Bei 5,2” heißt das, wir haben 564 Pixel pro Zoll. Einzelne Pixel zu erkennen ist quasi unmöglich. Farbe und Helligkeit sind nahezu perfekt und auch beim Blick schräg von der Seite gibt es erst dann Farbverfälschungen, wenn man so schräg aufs Display schaut, dass man eh nichts mehr lesen kann. Schwarz ist tiefschwarz, wie man es von AMOLED Displays kennt.

Das Display unterstützt Display-Memory, bei Microsoft “Glance” bzw. “Blick” genannt. Hierbei können, während das Handy im Standby-Modus schläft, Benachrichtigungen auf dem Display angezeigt werden. Das Display verbraucht hierbei nur bei Änderungen des Bildschirminhaltes Strom. Ein einfacher Blick aufs Display reicht also schon, um zu schauen, ob Mails oder Nachrichten vorliegen, wie das Wetter ist oder wann der nächste Termin ansteht.

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Selbstverständlich findet sich die Möglichkeit, das Handy per Qi Ladestation drahtlos aufzuladen genauso, aber auch die Möglichkeit zur Schnellladung über den USB-C Port. Letzterer bindet auch externe Geräte an – sowohl direkt als auch über ein separates USB-C Dock.

In Sachen Funk gibt es neben Bluetooth 4.1 auch AC-WLAN mit MIMO, welches sich hier mit 866 Mbit/s zum Accesspoint im nächsten Stockwerk verbindet und LTE mit bis zu 300 Mbit/s. Die Verbindung zu T-Mobile wird hier dann auch tatsächlich mit 286 Mbit/s angegeben. Respekt!

Der 3000 mAh Akku ist bei meiner typischen Nutzung nach zwei Tagen leer. Das ist für ein Gerät dieser Leistungsklasse okay, wenn auch nicht überwältigend. Er lädt allerdings über das mitgelieferte USB-C Netzteil recht flott auf. Das Kabel ist an diesem übrigens fest angebracht. Ein zusätzliches USB-A auf USB-C Kabel wird allerdings mitgeliefert. Der Port spricht übrigens USB 3.1.

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Die Kamera mit Sechs-Linsen Zeiss Optik mit f/1,9 löst mit 20 Megapixeln auf, hat einen Dreifach-LED-Blitz, optischen Bildstabilisator und einen minimalen Fokusabstand von 10 cm. Im Video-Modus kann sie 4k Videos aufzeichnen. Eine 5 Megapixel “Selfie-Kamera” kommt noch dazu. Natürlich gibt es einen separaten Kamera-Auslöser, mit dem das Handy auch aufgeweckt werden kann.

Der 120 fps Zeitlupenmodus ist momentan noch nicht in der Kamera-App zu finden. Beim Lumia 930 ist dies aber bereits der Fall. Auch kann man dort in 60 fps Video aufzeichnen, während das 950 bisher nur die normalen 30 fps erlaubt. Schauen wir mal, was die kommenden Updates bringen werden.

Die Kamera selber startet quasi ohne Wartezeit. Hat man auf den Kamera-Knopf gedrückt, ist sie bereit. Nur bei starker Dunkelheit verhaspelt sich der Autofokus teilweise – ein Luxusproblem, andere Geräte machen dann schon gar keine Bilder mehr. Durch die hohe Lichtstärke des Objektivs und den Bildstabilisator gelingen auch in sehr dunkler Umgebung noch unverwackelte Bilder, selbst bei 1/5,6el Sekunden Belichtungszeit. Bei 800 ISO ist natürlich irgendwann der Bereich erreicht, an dem das Bild merklich rauscht.

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Als weitere Neuigkeit findet sich eine “Windows Hello” kompatible Infrarot-Kamera zur Iris-Erkennung im Gerät, mit der das Handy alleine durch einen Blick anstelle einer PIN entsperrt werden kann.

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Die Erkennung funktioniert nach kurzer Anlernphase überraschend gut, ist allerdings immer noch langsamer als die meisten Nutzer ihre PIN eintippen können. Somit ist dies momentan mehr ein Show-Effekt als eine sinnvolle Anwendung. Die Frage ist, inwiefern in Zukunft Anwendungen diese Funktion auch nutzen werden.

Der USB-C Port wurde ja schon erwähnt. Er taugt zum Verbinden von USB Geräten wie Speichersticks, Tastaturen oder Mäusen, führt aber auch ein Grafiksignal. Mit einem Adapter von USB-C auf HDMI lässt sich direkt ein Bildschirm verbinden.

Microsoft bietet allerdings auch ein USB-C Dock an, welches USB Ports für Tastatur und Maus und Displayport und HDMI für den externen Monitor mitbringt und zudem eine Buchse für die Stromversorgung.

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Damit bringt man dann Windows 10 Mobile auf den großen Bildschirm. Allerdings ist es nicht etwa so, dass einfach der Handy-Bildschirm geklont und dieser Inhalt dann vergrößert wird. Stattdessen wird der Monitor als eigenständiger Bildschirm angesteuert, d.h. man kann parallel das Handy weiter nutzen. Die normale Startoberfläche taucht am externen Bildschirm wie ein normales Windows 10 Startmenü auf und die mitgelieferten Apps starten wie an einem Windows 10 PC. Es sind schließlich auch die gleichen Apps. Somit laufen dann zum Beispiel Word oder Powerpoint Mobile, der Edge Browser oder die Mail-App wie auf PC oder Tablet.

Das Handy kann alternativ auch als Touchpad benutzt werden, um einen Mauscursor zu steuern – ganz ohne Tastatur. Werden Tastatureingaben nötig, wird dann eben eine Bildschirmtastatur eingeblendet.

Damit nicht genug, die ganze Sache funktioniert auch noch über WLAN zu einem Miracast-kompatiblen Empfänger! Im Test tat ein Amazon FireTV als Empfänger seinen Dienst. Und es steckt so viel Multitasking-Fähigkeit in Windows 10 Mobile, dass man parallel mit der Kamera des Handys den Fernseher fotografieren kann, auf dem selbiges Handy gerade via Continuum über WLAN seine Oberfläche samt Apps zeigt.

Eine Nutzung von Apps in mehreren Fenstern ist momentan noch nicht möglich. Aber das ganze Konzept ist für die Zukunft und mit weiter steigender Hardware-Leistung sicherlich in der Hinsicht ausbaufähig. Damit keine Verwirrung aufkommt: es handelt sich hier immer noch um einen ARM SoC und keine x86 CPU. Die Ausführung von Windows Desktop Anwendungen ist also nicht möglich.

In der Handhabung gibt sich das Lumia 950 schon recht problemlos, allerdings hatte ich bisher einen unerwarteten Neustart. Hoffentlich ein Einzelfall oder nur eine kleine Macke des frisch erschienenen Windows 10 Mobile, die mit einem der nächsten Updates abgestellt wird.

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Für die Apps gibt es momentan von Microsoft relativ häufig Updates und dabei werden immer wieder auch noch möglicherweise fehlende Funktionen nachgereicht. Die vorhin spontan sich selbst beendende Mail App wurde zumindest gerade mit einem Update bedacht. Hoffen wir, dass der spontane Ausstieg damit behoben wurde.

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Wo viel Licht ist, kann man natürlich auch versuchen, Schatten zu finden. In vielerlei Hinsicht ist Kritik natürlich immer von persönlichen Wünschen und Anforderungen abhängig. So habe ich z.B. keinerlei Probleme bei der Umstellung von Sensortasten bei meinen bisherigen Windows Phone Geräten zu den Bildschirmtasten des Lumia 950. Es soll Leute geben, die drüber fluchen.

Kritik zieht Microsoft sicherlich auch von manchen wegen des Designs auf sich. Das Lumia 950 ist sehr schlicht. Ein schwarzer oder weißer Barren, kein Metallrahmen oder -gehäuse, keine besonderen Design-Feinheiten. “Unauffällig” wäre die freundliche Umschreibung dafür. Ich habe auch schon unfreundlichere Beschreibungen gelesen. Durch den Wechsel der Rückenschale kann man dem natürlich entgegen wirken.

Größter Kritikpunkt dürfte zumindest momentan der Preis sein. Offiziell reden wir von einem Gerät für 599 EUR Listenpreis – beim 950 XL sogar 699 EUR. Der Straßenpreis liegt bisher kaum darunter. Das ist eine zumindest selbstbewusste Preisgestaltung. Denn dafür bekommt man zwar viele Funktionen und High-End-Ausstattung, aber kein Gerät, welches auch nach außen hin “ich hab grad viel, viel Geld für ein Smartphone hingelegt” zeigt.

Für wen ist das Lumia 950 nun interessant?
Windows Phone Nutzer, die auf den aktuellen Stand der Technik in Sachen Windows Smartphones wollen, kommen am Lumia 950 oder XL nicht vorbei.
Wer momentan Android oder iOS Geräte einsetzt, wird vermutlich wenig Gründe zum spontanen Wechsel finden. Die App-Vielfalt der beiden anderen Systeme hat Windows bisher immer noch nicht erreicht. Zu hoffen bleibt, dass sich das durch die Vereinheitlichung der Windows Plattform bessert.
Die Ausstattung selber kann mit den aktuellen Top-Geräten aus der Android und iOS Welt mithalten, die Besonderheiten wie Windows Hello oder Continuum reichen allerdings wohl ebenfalls nicht, um massiv Leute zum Wechseln zu animieren.

Microsofts einzige Chance ist, weiter kräftig an der Strategie zu arbeiten, mit der “Universal-App” Plattform zu punkten. Schon 120 Mio Windows 10 User am PC, die die selben Apps nutzen können, wie die Smartphone User und diese aus dem selben Store beziehen, das sollte eigentlich für App-Entwickler ein interessanter Markt sein. Kommt dieser Gedanke endlich auch bei den App-Entwicklern an, löst sich damit eines der größten Probleme, das viele Leute bisher vom Kauf eines Windows Smartphones abhielt.

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Adware Erkennung in Microsofts Virenscannern aktivieren

Seit kurzem können die Microsoft Virenscanner auch sogenannte “potentially unwanted applications” (PUA), also “potenziell unerwünschte Anwendungen” erkennen und beseitigen diese. Dazu gehört typischerweise Adware wie “OpenCandy”, die sich bei der Installation von Software mehr oder weniger dreist auf den PC schleicht.

Screenshot (6)

Folgende Produkte bekommen die zusätzliche Funktionalität:

– Windows Defender in Windows 8, 8.1 und 10
– Microsoft Security Essentials
– System Center Endpoint Protection und Forefront Endpoint Protection

Die Funktion muss allerdings zur Zeit noch manuell über einen Registry-Eintrag freigeschaltet werden. An sich richtet sie sich nur an Enterprise-Nutzer und wird offiziell auch nur für die Nutzer von SCEP und FEP verkündet. Allerdings basieren alle oben genannten Produkte eh auf ein und dem selben Programm. Damit lässt sich die Funktion auch überall aktivieren und nutzen.

Einfachster Weg, die Funktion zu aktivieren ist der, die folgenden Zeilen als adware.reg zu speichern, dann einen Doppelklick darauf auszuführen und schon werden sie importiert.

Windows Registry Editor Version 5.00

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows Defender\MpEngine]
“MpEnablePus”=dword:00000001

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Microsoft Antimalware\MpEngine]
“MpEnablePus”=dword:00000001

Die PUA Erkennung wird dann entweder nach dem nächsten Neustart oder dem nächsten Signatur-Update aktiv.

Screenshot (9)

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Bereits installierte und aktive Adware wird nicht erkannt, sondern es findet ausschließlich eine Erkennung im Download Ordner und in den Temp Ordnern statt. Außerdem werden Browserdownloads auf PUAs gescannt. Die Funktion ist also als reiner Schutz vor zukünftigen, verseuchten Downloads gedacht und nicht zum Bereinigen.

Die meiste Adware lässt sich allerdings – wie sonstige Programme auch – über die Systemsteuerung deinstallieren. Im Ernstfall können Tools wie der Adwcleaner helfen, Reste zu entfernen.

Die in diesem Artikel erwähnte Adware “CHIP-Installer” wird übrigens problemlos erkannt und der Download entfernt.

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Waren deine Daten wichtig?

Die Frage aus der Überschrift – in der Vergangenheitsform ausgedrückt – ist etwas, was leider immer noch viel zu viele Computernutzer zu hören bekommen. Und zwar immer dann, wenn sich gerade etwas ereignet hat, was den oft unwiederbringlichen Verlust von Daten zur Folge hatte.

Eine Festplatte oder SSD ist gestorben, ein Fehler im Dateisystem hat dessen Inhalt in die ewigen Jagdgründe geschossen, ein PC oder Notebook wurde gestohlen und von jetzt auf gleich ist unerwartet alles weg, was darauf gespeichert war. Zu diesem Zeitpunkt hilft normalerweise nur, wenn man vorher schon aktiv geworden ist und Daten gesichert hat.

NEU-4

Es ist zwar unfair, im Falle von Datenverlust noch nachzutreten, aber in vielen Fällen lernen Leute nicht einmal aus solchen Ereignissen. Daher hier noch mal ganz deutlich ein paar Worte in Richtung Datensicherung.

Von allen wichtigen Daten existiert mindestens eine Sicherung.
Von wirklich wichtigen Daten existieren mehrere Sicherungen an verschiedenen Orten.
Ungesicherte Daten sind grundsätzlich als unwichtig zu betrachten. Wären sie wichtig, würde ja eine Sicherung existieren.

So weit logisch und einleuchtend? Gut, denn diskutieren braucht man um diese einfachen Grundregeln nicht – nur beachten sollte man sie.

Wie sichert man als Normalnutzer Daten?

Das ist kein Hexenwerk und auch nicht umständlich. Wichtige Daten werden auf ein eigenständiges Sicherungsmedium kopiert. Fertig! Das kann je nach Datenmenge ein USB Stick, eine externe Festplatte, eine NAS Box im heimischen Netzwerk oder ein – hoffentlich verschlüsselter – Speicher in der Cloud sein.

Zur einfachen Sicherung reicht im ersten Schritt einfach das Kopieren der gewünschten Daten aus. Die Hauptsache ist nicht, wie elegant und bequem gesichert wird, sondern dass mindestens eine weitere Kopie der Daten vorhanden ist. Wer mehr will, sichert auf verschiedene Geräte und hat somit mehrere Kopien, sicher ist sicher.

Wie geht es bequemer?

Unter aktuelleren Windows Version kann man den Dateiversionsverlauf aktivieren. Hierbei wird auch wieder z.B. eine externe Festplatte angegeben, auf die ganz automatisch im Hintergrund Daten gesichert werden.

Unbenannt

Zudem gibt es diverse Anbieter von Programmen, die Daten oder gleich das komplette System sichern können. Acronis TrueImage 2016 ist dabei eine der bekannteren Lösungen. Der deutsche Hersteller liefert ein einfaches Komplettpaket, das auch gerade den Normaluser anspricht. Wichtig ist hier, dass man eine Version verwendet, die auch für die jeweils genutzte Windows Version freigegeben ist. Ansonsten klappen Sicherung oder Rücksicherung möglicherweise nicht stabil.

Worauf sichern?

Am gebräuchlichsten sind heute wohl externe USB Festplatten. Auch kann ein zentrales NAS genutzt werden, wobei NAS alleine keine ideale Lösung ist. Ein Blitzschlag würde schließlich auch das NAS grillen, ein Dieb möglicherweise das NAS gleich mit einpacken. Sinnvoll wäre aber z.B. eine Kombination aus beidem, also Hintergrund-Backups aufs NAS und eine Sicherung des NAS auf mehrere externe Platten.

Wer vorsichtig ist, legt immer eine der Platten räumlich getrennt. Ob bei Verwandten oder im Büro ist da egal – nur Verschlüsselung der Daten ist in so einem Fall dann Pflicht.

Verschlüsseln?

Idealerweise sollten Backups, die nicht im eigenen Haushalt gespeichert werden, grundsätzlich verschlüsselt sein. Hingegen sollte es zu Hause immer mindestens auch eine Sicherung geben, die unverschlüsselt ist. Auch ein vergessener Schlüssel kann ansonsten zum totalen Datenverlust führen. Die Daten sind dann halt sicher, aber man kommt nicht ran.

Lokale Platten lassen sich unter Windows Pro Versionen einfach per Bitlocker verschlüsseln. Rechtsklick aufs Laufwerk, Bitlocker aktivieren, Passwort vergeben und abwarten, bis die Verschlüsselung durch ist.

Für Sicherungen in die Cloud bieten sich Tools wie Boxcryptor an. Hiermit werden die Daten lokal verschlüsselt und dann erst hochgeladen.

Was ist mit kompletten Images vom System?

Das o.g. Acronis TrueImage, aber auch Programme wie Drive Snapshot speichern ein komplettes Abbild der Disk. Eine Wiederherstellung bringt also das System, alle Programme und Daten wieder auf den Stand, auf dem sie zum Zeitpunkt der Imageerstellung waren.

Auch Windows selber kennt eine Imagesicherung. Diese wird allerdings seit Windows 7 nicht mehr weiterentwickelt und zeigt sich teilweise etwas zickig, wenn es darum geht, Sicherungen sauber zurückzuspielen.

Das Erstellen von Images ist ein sinnvolles Verfahren, wenn man oft Software testet oder sehr aufwändige Software installiert hat, deren Neuinstallation dauert oder komplex ist.
Der Normalnutzer kann sich aber oft das Image-Backup sparen. Windows und die wichtigsten Anwendungen sind heutzutage schnell installiert und nur die Daten müssen dann von der Sicherung zurückgeholt werden. Der Vor- und Nachteil gleichzeitig ist dabei, dass man keine Altlasten mitschleppt und mit einem frischen System startet.

Wie machst du das denn mit den Backups?

Alle Daten liegen hier auf einem zentralen PC im Keller. Dieser sichert seinen Datenbestand nächtlich auf eine zweite Maschine. Alle wichtigen Daten werden wöchentlich per Windows Sicherung auf externe USB Platten gesichert, wobei vier Platten rotiert werden und eine davon in der Firma liegt. Damit finden sich auf jeder Platte mehrere Datenstände in unterschiedlichen Versionen und der Verlust wichtiger Daten dürfte ziemlich ausgeschlossen sein.

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Das Windows 10 November 2015 Update ist da.

Und manch einer wird darüber fluchen.

 Zwischenablage01

Microsoft hat immer mal wieder das große Talent, ein an sich gutes Produkt durch ärgerlichen Kleinkram in schlechtem Licht stehen zu lassen. Manchmal fasst man sich da als Außenstehender an den Kopf und fragt sich, warum an bestimmten Stellen nicht ein wenig weiter gedacht wurde.

Beim Launch von Windows 10 waren es die Einstellungen zur Privatsphäre. Ein paar Dialoge bei der Einrichtung des Systems ein wenig anders gestaltet, ein paar Optionen nicht standardmäßig gesetzt und der gesamte Launch hätte anders ausgesehen. So gab und gibt es endlose Diskussionen über angebliche Spionagefunktionen und vor allem das Übergehen des Benutzers als eigentlichem Herr über den PC.

Man sollte denken, dass davon auch eine Firma wie Microsoft lernen würde. Und tatsächlich ist man mit dem ersten großen Funktionsupdate, genannt Version 1511, ein paar der Kritikpunkte angegangen. Einige Funktionen wurden nachgerüstet, z.B. können nun Titelleisten wieder in Farbe dargestellt werden, das Design von Kontextmenüs wurde vereinheitlicht, die Apps im Startmenü bekommen Jump-Lists und unter der Haube wurde vieles verbessert und korrigiert. Grundsätzlich also ein lohnenswertes Update.

Dummerweise hat man gleich neue Kritikpunkte eingebaut, die teilweise zwar eigentlich Kleinkrams sind, in der Menge aber diverse Nutzer fürchterlich verärgern werden.

Das Herbst 2015 Update für Windows 10 kommt im Normalfall über Windows Update, wird automatisch heruntergeladen und wie ein normales Update angewendet. Es ist allerdings kein normales Update – sondern vielmehr ein Upgrade. Statt des Austausches von einigen Systemdateien, wird im Prinzip das gleiche Procedere durchgeführt, wie bei einem Upgrade von einem älteren Windows auf Windows 10.

Dies dauert zuerst einmal eine ganze Zeit, allerdings wäre das für die meisten Nutzer vermutlich noch nicht das große Problem gewesen. Allerdings fehlen hinterher diverse Einstellungen bzw. sind auf Standardwerte gesetzt.

In den Foren berichten einige Leute, dass Microosft Edge seine Favoriten ganz oder teilweise verliert. Dass Edge die wichtige Funktion der Erweiterungen immer noch fehlt, mag auch noch stören, aber Datenverlust bei der Migration, das kann es doch wirklich nicht sein! Ab sofort kann Edge immerhin Favoriten zu anderen Windows 10 Systemen synchronisieren.

Auf einmal ist Edge außerdem wieder Standardbrowser und Standard-PDF-Viewer. Muss das sein? Bei manchen Systemen wird das Hintergrundbild zurückgesetzt, der Taskmanager verliert immer seine Einstellungen, Treiber werden gegen andere Versionen ausgetauscht, die nicht immer so funktionieren, wie vorher. Apps, die man vorher deinstalliert hatte, sind plötzlich wieder da.

Ich habe keinen 3D-Drucker, ich brauche auch keinen – und damit ist für mich die 3D Builder App nutzlos. Muss ich diese jetzt nach jedem größeren Upgrade erneut deinstallieren?

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Und am Ende fragt man sich, warum das denn so sein muss. Genau das ist doch der Kleinkram, der nervt. Warum kann denn nicht einmal bei einem Upgrade von Windows 10 auf Windows 10 alles an Einstellungen erhalten bleiben?

Dann aktiviert Microsoft jetzt ein paar Funktionen, die es zwar an sich schon von Anfang an gab, die aber noch nicht genutzt wurden. Im Startmenü tauchen Vorschläge für zu installierende Apps auf. Mag manchen stören, kann man abschalten, wirkt aber unnötig aufdringlich. Reichen denn nicht die Vorschläge im Store?

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Viel schlimmer: es werden automatisch Apps installiert, die der PC Hersteller anbietet. Macht man eine Neuinstallation, um vorinstallierten Müll loszuwerden, kommt dieser hinterher automatisch wieder aufs frisch installierte System. So taucht auf einem älteren Acer Tablet hier plötzlich eine App “Acer Explorer” auf – völlig unnötige Werbung, einen sonstigen, sinnvollen Zweck hat die App nicht. Auf Lenovo Notebooks taucht der “Lenovo Companion” auf, eine App, die Garantieinfos anzeigt und einem Zubehör anbietet – allerdings nicht ohne dass man noch eine 100 MB große Hintergrundanwendung installiert. Immerhin ist diese optional.

Warum wird einem so etwas nicht im Store vorgeschlagen, sondern gleich mit installiert? Warum findet sich nicht im Store eine Kategorie “von Ihren Geräteherstellern vorgeschlagen” und da tauchen dann die Apps zu PC, Drucker und Co. auf und wenn man will, installiert man sie und wenn man nicht will, wird man nicht weiter davon belästigt?

Auch scheinen bestimmte Fehler in den Ereignisprotokollen immer noch gerne aufzutauchen. Auch wenn sie anscheinend keine Auswirkungen haben, wäre es doch vermutlich kein Problem, aus den vielen Diagnose-Daten, die Microsoft doch angeblich bekommt, dies auszulesen und zu korrigieren, oder?

Unbenannt

Anscheinend sind die Meldungen bei fast jedem Windows 10 System schon seit der Auslieferung zu finden. Halt auch Kleinkram, aber auch daran stören sich Nutzer.

In der Firma habe ich ein frisches Image mit Windows 10 Enterprise gebaut. Alle unerwünschten Bestandteile rausgeworfen, Konfiguration so, wie es für die Firma passt. Was passiert kurz nach der Neuinstallation? Es tauchen “Candy Crush Soda Saga” und “Wunderlist” als installierte Apps auf. Auf einem Enterprise System ohne Microsoft Konto! Ernsthaft, Microsoft? DAS versteht ihr unter “business ready”?

Und wie hats eigentlich folgende Funktion durch die Previews geschafft?

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Also eine Anwendung deinstallieren, was man ja eher selten durchführt, findet sich auf der ersten Ebene. Die Änderung der Symbolgröße, die man vermutlich auch nur einmal pro App braucht, findet sich in der ersten Menüebene. Der Start der Anwendung mit Adminrechten, was je nach Anwendung häufiger vorkommen kann, findet sich aber erst unter der zweiten Unterebene. Logik?

Ach ja, oben erwähnte ich ja die Vereinheitlichung der Designs von Kontextmenüs. Auf der anderen Seite bringt man jetzt aber neue Apps, deren Titelleisten immer schwarz sind, wenn die Apps den Fokus haben. Was soll das denn?

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Ich habe damit Apps mit grauem Titelbalken, der farbig umgestellt werden kann (z.B. Groove Music). Ich habe Apps, die das Design der App im Titelbalken weiterführen (z.B. Kontakte). Ich habe Apps mit schwarzer Titelzeile (z.B. Telefon). Und dann hab ich noch Desktop-Programme, die sich manchmal ans Standard-Design halten, manchmal aber eben auch nicht. Statt dass man hier vereinheitlicht, macht man das Gegenteil.

Alles für sich genommen kleine Ärgernisse, aber halt zusammen genau das, was Nutzer richtig ärgert und damit stellt man sich bei Microsoft selber ein Bein.

Insgesamt bleibt das Herbst 2015 Update für Windows 10 ein definitiv lohnenswertes Update. Das sollte hier noch einmal betont werden! Es bringt neue Funktionen, rundet vieles an Windows 10 ab und dürfte auch diverse Probleme beseitigen. Der Weg dahin ist allerdings steiniger als nötig und Microsoft wird sich mit dem vielen, ärgerlichen Kleinkram drumherum keine Freunde machen.

Irgendwann im Jahr 2016 soll das nächste, größere Funktionsupdate, Codename “Redstone”, den Weg zu den Usern finden. Optimisten sollten jetzt hoffen, dass man dann wenigstens etwas abliefert, was nicht unnötig die Nutzer verärgern wird.

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