Windows 10 Upgrade–jetzt aber flott!

Der letzte Monat, in dem man seine vorhandenen Windows 7 und 8.x Rechner kostenlos auf Windows 10 upgraden kann, bricht bald an. Und damit sollten sich alle noch nicht zum Upgrade Entschlossenen noch einmal Gedanken machen. Dieser Artikel soll dazu ein wenig nachhelfen.

Also, warum jetzt upgraden? Nur weil Microsoft ständig drauf hinweist? Manch einer war ja durch die Upgrade Hinweise selber schon so genervt, so dass einige Leute schon meinten, nur deswegen nicht upgraden zu wollen. Und das große Thema Datenschutz steht auch bei vielen immer noch als Problem im Raum.

Warum upgraden?

Windows 10 ist das modernste und sicherste momentan verfügbare Windows. Das alleine sollte schon für jeden Windows Nutzer an sich ein guter Grund sein. Microsoft hat viele kleine und große Features nutzerfreundlicher gestaltet, das System deutlich modernisiert, verschlankt, schneller gemacht und neue Sicherheitsfunktionen hinzugefügt.

Das neue Startmenü kann mit Apps oder Programmen versehen und ganz frei nach Wunsch angeordnet werden. Mehr im Touch-Stil, mehr im herkömmlichen Stil, mit großen Kacheln oder kleinen Symbolen.

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Selbst die mitgelieferten Apps und Programme machen im Vergleich zu Windows 7 oder 8.1 mittlerweile richtig was her. Die Fotos App taugt als Viewer, bietet automatische Sammlungen und Slideshows, die Apps für Mail und Kalender reichen für viele Normalnutzer mittlerweile vollkommen für den Alltag aus und selbst Microsofts Edge Browser ist mittlerweile mit Erweiterungen benutzbar geworden. Innerhalb des einen Jahres seit dem Erscheinen hat Microsoft hier deutliche Fortschritte gemacht.

Windows 10 lässt sich zudem einfacher updaten, bekommt neue Features nicht erst nach Jahren, sondern mit den Build-Upgrades zwischendurch und ist damit immer auf dem aktuellen Stand. Auch muss nicht ständig eine Masse von einzelnen Updates eingespielt werden, sondern die monatlichen Updates sind kumulativ. Ein einzelnes Updatepaket jeden Monat und das System selber ist auf dem aktuellen Stand. Egal auf welchem Stand es vorher war.

Die ganz überwiegende Mehrzahl der vorhandenen Software läuft weiterhin, selbiges gilt für Peripheriegeräte. Sobald mindestens Treiber für Windows 7 vorhanden sind, ist die Einbindung normalerweise kein Problem.

Gerade sehr aktuelle Hardware ist ein guter Grund, gleich auf Windows 10 zu setzen. NVMe SSDs, UEFI, USB 3.1, alles kein Spaß mit alten Windows Versionen.

Was upgraden?

Windows 10 hat keine größeren Systemanforderungen als Windows 7 sie schon hatte – nur die CPU muss mittlerweile das NX Bit (Execute Disable) unterstützen. Ansonsten sind 2 GB Ram, knapp 20 GB Plattenplatz und eine DirectX 9 fähige Grafikkarte ausreichend. Das wars. Das ist dann Hardware, wie sie 2007 aktuell war.

Im Netz finden sich immer schnell die großen Skeptiker, die vom Upgrade abraten, sobald der Hersteller nicht offiziell Windows 10 supportet. Das ist stark übertrieben. Einerseits interessieren sich die meisten Hersteller sowieso nicht für den Support neuer Systeme auf bereits verkaufter Hardware, andererseits sind – wie schon erwähnt – ja auch Windows 7 oder 8.x Treiber passend.

Also konkret: im Grundsatz lässt sich fast jegliches Gerät aus den letzten acht bis neun Jahren auf Windows 10 bringen.

Von mir empfohlenes Minimum für einen normalen Desktop/Laptop:

– Dualcore CPU, Intel Core 2 Duo oder AMD Athlon X2
– 4 GB Ram
– Onboard Grafik ab i945 oder Grafikkarte ab Nvidia Geforce 7000 oder AMD Radeon HD3000
– eine SSD ist kein Muss, beschleunigt aber erheblich

Bei Tablets, die mit Windows 7 oder 8.x verkauft wurden, sind auch nur 2 GB Ram kein Problem, da hier ja normalerweise in der Hauptsache die modernen Apps genutzt werden.

Es gibt einige ältere Notebooks mit umschaltbaren Grafiklösungen, die problematisch sind. Hier kann sich ein Upgrade trotzdem lohnen. Nur muss man hier im BIOS Setup des Gerätes eine der beiden Grafiklösungen deaktivieren. Beispiele für solche Geräte sind Lenovos Thinkpad T500/W500 Serien. Hier lässt sich problemlos auf eine der Grafiklösungen im BIOS umschalten und danach läuft alles wunderbar.

Ist eine Deaktivierung bzw. Umschaltung im BIOS nicht möglich und funktioniert die Grafik nicht, kann dies auf speziell diesen Geräten ein K.O.-Kriterium sein. Es hilft in diesem Fall nur das Ausprobieren. Zum Glück sind solche Problemfälle eher selten.

Kosten, Lizenzen und neue Hardware

Das Upgrade ist kostenlos. Es gibt kein Abo. Es kommen nach Ende des kostenlosen Upgrades keine Fallstricke. Windows 10 lässt sich auf dem upgegradeten Gerät weiterhin kostenlos nutzen, neu installieren und wird mit neuen Updates versorgt.

Mit der im Juli erscheinenden Version 1607 von Windows 10 (“Anniversary Update”) wird es möglich sein, die Aktivierung ans eigene Microsoft Konto zu knüpfen. Damit ist dann auch der Austausch z.B. eines Mainboards und die Reaktivierung des Systems auf dem neuen Mainboard möglich.

Man wird nicht enteignet, es gibt keinen Ablauf irgendwelcher Lizenzen. Es gibt absolut keinen Grund für Panik!

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Datenschutz und Cloud

Microsoft hat sehr umfassende Datenschutzbestimmungen, bei denen sich ein riesiges Dokument auf alle Produkte und Dienste des Unternehmens bezieht. Dabei den Überblick zu behalten, ist vielfach nicht ganz einfach. Und so glauben immer noch Leute, Microsoft würde den Benutzer komplett ausspionieren bis hin zu Tastendrücken und Schreibverhalten und seine Daten werweißwo speichern und weitergeben.

Wer eine normale Windows 10 Installation nutzt und keine Insider Preview, der muss allerdings überhaupt keine Angst vor Überwachung haben. Weder wird man gezwungen, Dokumente in die Cloud zu stellen, noch wird ständig irgendwas aufgezeichnet.

Auch gibt sich Microsoft nirgendwo das Recht, die lokale Festplatte des Nutzers auf Daten zu durchsuchen, wie an mancher Stelle schon zu lesen war.

Wer von sich aus freiwillig Daten auf Microsofts Onedrive stellt, gibt Microsoft natürlich das Recht, diese Daten zu verarbeiten (aka “zu speichern”) und wer Microsofts digitale Assistentin Cortana nutzen will, der muss natürlich gewisse Zugriffe erlauben, damit Cortana auch funktionieren kann. Ohne Zugriff auf z.B. den Kalender kann eine digitale Assistentin nun einmal keine Termine eintragen oder dran erinnern.

Allerdings muss man immer wieder erwähnen, dass es eben kein Zwang ist, diese Funktionen zu nutzen. Wem seine Daten heilig sind, der gibt gleich bei Installation oder Upgrade an, die Funktionen nicht nutzen zu wollen, die Datenaustausch zur Funktion benötigen.

Wie upgraden?

Die ganze Zeit schreibe ich von einem Upgrade, dabei meine ich eigentlich technisch gar kein Upgrade. Winking smile

Der beste Weg hin zu Windows 10 ist im Normalfall eine Neuinstallation. Das ist zwar ein harter Schnitt und etwas Arbeit, aber nur so hat man eine frische Basis ohne Altlasten. Das Upgrade installiert zwar auch ein neues System, übernimmt dann aber diverse Einstellungen, Programme und damit auch viele Dinge, die möglicherweise im neuen System stören könnten. Und aus Erfahrung stören sie auch tatsächlich.

Gerade alte Windows 7 Vorinstallationen von manchen PC-Herstellern, auf denen über die Jahre hunderte Programme installiert und deinstalliert und diverse Tuning-Tipps ausprobiert wurden, sind da Quelle allen möglichen Übels.

Sinnvollerweise lädt man also bei Microsoft das Media Creation Tool herunter, erstellt damit eine DVD oder einen USB Stick mit dem Installationsmedium, bootet den PC und installiert frisch.

Ich gehe sogar so weit und lösche die Partitionen der Platte, auf der neu installiert wird, damit eventuell früher falsch angelegte Partitionen nicht stören können. Unbenannt

Damit partitioniert das Windows 10 Setup einmal so, wie es aktuell von Microsoft für sinnvoll erachtet wird.

Nach der Installation kommen viele Treiber über Windows Update, so denn eine Internetverbindung besteht. Für weitere Geräte helfen die Webseiten der Gerätehersteller weiter.

Was vermeiden?

Aus Gewohnheit installieren viele vermutlich zuerst wieder ihre altbekannte Sicherheitssoftware und alle möglichen Tools, um Windows zu “tunen” oder sonstwie einzustellen. Bitte verzichtet darauf!

Der Windows Defender ist als Virenscanner weit besser als sein Ruf oder irgendwelche Labortests es darstellen können. Belasst es zuerst mal dabei. Die Adware-Erkennung im Defender zu aktivieren ist aber eine gute Idee. Wie das geht, habe ich hier beschrieben.

Nutzt statt Bereinigungstools die Windows-Datenträgerbereinigung.

Verzichtet auf Registry-Cleaner. Die Registry muss grundsätzlich nicht bereinigt werden!

Macht einen Bogen um automatische Treiber-Updater-Tools. Die Programme selber stammen nahezu durchweg von dubiosen Herstellern, beziehen ihre Treiber aus ebenso dubiosen Quellen und installieren oft unpassende Treiber oder verwirren mit angeblich verfügbaren Updates, die sich auf andere Geräte beziehen.

Zusammengefasst

Man kann und sollte sich als Windows Nutzer auf Windows 10 einlassen. Das System läuft gut, das kostenlose Upgrade-Angebot ist gut und mit dem Juli Upgrade kommt schon wieder ein Schwung Neuerungen und Verbesserungen dazu.

Nutzt das System, schaut euch Änderungen und neue Features an und ihr werdet feststellen, dass man sich auch an Dinge, die anders als früher sind, schnell gewöhnt. Die Sache ist es wert.

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Windows auf dem Smartphone–tot oder totgeredet?

Frage: Ist Windows Phone tot?

Antwort Ja, definitiv. Der Nachfolger heißt “Windows 10 Mobile”, also ist Windows Phone tot. Winking smile

Okay, einen Artikel so anzufangen, ist vielleicht ein wenig ketzerisch und an sich ist Windows Phone auch nicht tot, denn es gibt weiterhin Support für WP 8.1.

Aber ein großes Problem von Microsoft scheint momentan zu sein, dass viele weiter zwischen Windows auf dem PC und Windows auf dem Smartphone unterscheiden und “Windows Phone” getrennt vom Rest betrachten. Aber der Reihe nach.

Abwärts

In den letzten Wochen und Monaten konnte man in den Verkaufszahlen von Smartphones einen Trend betrachten, der für Windows Smartphones deutlich nach unten zeigte. Die Verkaufszahlen von Geräten mit Windows sind weltweit vollkommen in den Keller gegangen. Sah man letztes Jahr noch teilweise zweistellige Prozentzahlen, muss man mittlerweile schon fast um die einstelligen Zahlen fürchten.

Die aktuell verfügbaren vier Lumia Modelle werden wohl nur in homöopathischen Dosen verkauft und Erfolge sieht man bei den Zahlen quasi nirgendwo mehr.

Diverse Webseiten und Blogger nehmen diese Zahlen genüsslich auseinander und bringen natürlich auch jede News darüber, wenn irgendein Unternehmen seine Windows App einstellt – egal welche Relevanz dieses Unternehmen nun hatte.

Die hämischen Kommentare von Apple Usern wirken daneben noch eher belustigend, geht der iOS Marktanteil doch selber grad deutlich nach unten – allerdings natürlich immer noch auf einem anderen Level. Googles Android kannibalisiert den Markt unaufhaltsam.

Was passiert denn da gerade mit Windows auf dem Smartphone? Microsoft hat zwei Dinge bekanntgegeben. Einerseits, dass in diesem Jahr Smartphones keine Priorität haben und andererseits, dass man natürlich Windows 10 Mobile weiterentwickelt.

Nun ist das keine Beerdigung, aber die Prioritäten so zu setzen, klingt schon etwas seltsam, für ein Unternehmen, dass ständig das Mantra “mobile first, cloud first” vor sich her trägt. Man sollte also an sich schon erwarten, dass hier das eigene System eine gewisse Priorität darstellen würde.

Die Software-Zukunft

Und genau da kommen wir zum interessanten Punkt, den ich oben angerissen hatte: es gibt ja nun mittlerweile kein eigenständiges System “Windows Phone” mehr. Was aktuell weiterentwickelt wird, ist einfach nur “Windows 10”. Die Entwicklung läuft nicht etwa getrennt ab, sondern es wird ein System entwickelt, was auf Displays mit 4” genauso läuft wie auf Displays mit 80”.

Es gibt wenig Gründe, warum Microsoft hier spontan bestimmte Geräte ausschließen sollte. Die Entwicklungskosten dürften nicht signifikant sinken, wenn man keine Mobile Version mehr anbieten würde. Insofern liegt die Priorität weiter bei Windows 10 als Plattform – und das schließt natürlich mobile Geräte ein.

Die Apps sind ebenfalls universal. Eine App, die für Windows 10 entwickelt wird, läuft auf Windows 10 – egal ob 4” oder 80”. Und zumindest auf PC, Notebook und Convertibles gibt es momentan rund 300 Mio. Windows 10 Nutzer. Dafür sollte sich auch App-Entwicklung lohnen. Eine Windows 10 Mobile Version abzuschaffen würde auch hier nichts bringen, denn warum sollten Firmen eine App entwickeln, die dann doch nur auf herkömmlichen PCs liefe?

Wen hat man als User denn nun verloren und wohin will man?

Microsoft will Windows 10 – insbesondere die Mobile Variante – mehr als System für Business-User etablieren und hat dank des großen Android Erfolgs die Privat-User momentan eher abgeschrieben. Der Privatuser will einfach nur Apps und zwar Massen davon, immer die allerneuesten und das sofort. Das sieht im Business-Umfeld anders aus. Und genau darauf stützt man sich nun.

Verwaltbarkeit, die Anbindung an die (eigenen) Business-Anwendungen, das sind die Themen, die dort gerade auf der Agenda stehen. Man ist groß bei Themen wie Office oder den Cloud Anwendungen und es ist dem Unternehmen relativ egal, mit welchen Endgeräten der Nutzer drauf zugreift.

Den Privatuser und die Entwickler, die dafür Apps entwickeln, konnte man bisher kaum erreichen und nicht nachhaltig begeistern, also versucht man es jetzt auch nicht mehr wirklich.

Die Hardware-Zukunft

Man hat es mit den Surface Geräten vorgemacht: wenige Geräte, die allgemein zeigen, was mit der Plattform Windows alles möglich ist und die den sonstigen Herstellern als Ideengeber dienen. Und schon begründet man eine neue Geräteklasse und hat damit tatsächlich Erfolg.

In diese Richtung werden sicherlich auch die Smartphones gehen. Als einzelner Hersteller kam Microsoft auch mit dutzenden Smartphone Modellen nicht gegen die Android Übermacht an, egal wie gut oder günstig die Geräte waren. Man wird in Zukunft also auch eher den Weg gehen, nur ein kleines Portfolio an eigenen Geräten zu produzieren, wobei dies auch eher High-End-Geräte sein dürften. Und der Rest wird dann auch den weiteren Herstellern überlassen.

Ob das funktionieren wird, wird sich zeigen. Momentan sieht es noch nicht danach aus. Wie viele neue Windows 10 Mobile Geräte sind von anderen Herstellern als Microsoft verfügbar oder angekündigt? HP und Acer fallen da momentan ein, ein paar kleine Hersteller noch und dann kommt lange nichts. Würde ein “Surface Phone” dies jetzt merklich ändern? Würden wirklich Leute alleine wegen traumhafter Hardware auf Windows auf dem Smartphone setzen?

Das Risiko

Meines Erachtens geht Microsoft da zur Zeit ein extrem großes Risiko ein. Man erwartet, dass man das Business-Umfeld weiter als eigene Domäne halten kann, selbst wenn man den Normalanwender als Kunden verliert. Das klappt meiner Meinung nach nicht.

Wie sind Android und iOS denn in den Markt gekommen? Über den Normalanwender. Wer drängt ins Business? Apple vehement und Google kaum weniger. Und was kauft der Business-User? Das, was er als Normalanwender kennt.

Und warum sollte der Android Anwender dann die Microsoft Business Apps nutzen? Immer mehr Leute nutzen dann gleich das, was Google an Cloud Funktionen bietet. In den meisten Ländern wird das Thema Datenschutz lange nicht so hoch gehängt wie in Deutschland.

Man hat in den letzten Jahren einige interessante Features bei Smartphones auf den Markt gebracht, die schnell von der Konkurrenz übernommen wurden. Überall dort, wo die Lumia Handys führend waren, hat die Konkurrenz nachgezogen und oft überholt. Alleinstellungsmerkmale blieben nur wenige.

Man hing allerdings auch bei vielen Dingen lange hinterher. Dinge, die auf anderen Plattformen selbstverständlich sind, kamen erst verzögert oder bisher gar nicht. Ob sich die “Auszeit”, in der Microsoft die Smartphones nicht als Priorität setzt, da gut macht?

Dass man nicht das Sicherheits-Fiasko wie bei Android haben muss und trotzdem die Leute nicht völlig in einen golden Käfig zwingt wie bei Apple, hebt die Plattform zwar angenehm ab. Allerdings fühlen sich die Apple User in ihrem goldenen Käfig ja ganz wohl und die meisten Android User interessieren sich nicht die Bohne für ihre Sicherheit. Wo soll man dagegen punkten?

Fazit

Windows auf dem Smartphone ist nicht tot. Es wird momentan mehr totgeredet. Allerdings ist es möglich, dass das System zum “Zombie” in der Nische wird. Und Zombies existieren halt nur so lange, bis ihnen jemand den Kopf abschlägt.

Zwei Dinge halten Windows 10 Mobile momentan am Leben: Universal Apps und der Wille Microsofts.

Die Vorteile einer Universal App muss Microsoft den Entwicklern aber noch deutlich schmackhafter machen, denn viele Entwickler scheinen immer noch nicht verstanden zu haben, dass man mit einer App die komplette Plattform erreichen kann. Hier wird auf die mobilen Verkaufszahlen geschaut und nicht auf die Verbreitung der Plattform insgesamt. In den USA haben dies einige große Firmen verstanden und neue UWP Apps für Windows herausgebracht.

Und Microsoft hat beispielsweise bei der Xbox gezeigt, dass man einen langen Atem hat, wenn sich Erfolg nicht sofort einstellt. Das sollte man allerdings nicht durch Aussagen konterkarieren, die etwas anderes andeuten könnten.

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Windows 10 Mobile ist da–für viele aber nicht für alle

Lange hat es gedauert, aber seit gestern wird Windows 10 Mobile offiziell auch für viele Geräte verteilt, die mit Windows Phone 8.1 auf den Markt kamen.

Microsoft ist zur Zeit bei der Verteilung etwas zurückhaltend und liefert Windows 10 Mobile nicht einfach per Windows Update an alle unterstützten Geräte aus. Stattdessen kann der geneigte User über eine App aus dem Store überprüfen, ob das Upgrade schon fürs eigene Gerät zur Verfügung steht.

Für welche Geräte gibt es Windows 10 Mobile aktuell?

Für alle Geräte, die von Haus damit ausgeliefert werden, also:

Lumia 550, 650, 950 und 950 XL

Für folgende älteren Geräte:

Lumia 1520, 930, 640, 640XL, 730, 735, 830, 532, 535, 540, 635 (1GB), 636 (1GB), 638 (1GB), 430, 435
BLU Win HD w510u, BLU Win HD LTE x150q
MCJ Madosma Q501

Einige der Geräte gab es übrigens nie in Deutschland, also nicht wundern. Das MCJ Gerät ist z.B. eines der wenigen Windows Phones in Japan.

Es heißt bei Microsoft, dass diese Liste vorläufig ist und weitere Geräte dazu kommen können! Ich interpretiere das mal vorsichtig hoffnungsvoll, denn zumindest Lumia 1020 und 1320 hätte ich hier schon noch erwartet. Und das BLU Win HD LTE, welches sich in der Liste findet, ist bisher nur die US Version X150q. Das in Deutschland hauptsächlich über Amazon verkaufte Modell X150e ist m.W. bis auf die LTE Frequenzen baugleich, aber fehlt halt noch.

Dass Geräte mit 512 MB Ram und weniger als 8 GB Flash rausfallen würden, war schon zu ahnen. Es dürfte jetzt aber definitiv sicher sein.

Dass auch Geräte mit 1 oder 2 GB aus den älteren Generationen nicht auftauchen, tut aber schon weh. Das von Joe Belfiore gegebene Versprechen, alle WP8 Lumias würden ein Upgrade auf Windows 10 Mobile bekommen, darf man dann wohl als gebrochen ansehen.

Wie läuft das jetzt mit dem Upgrade?

Eigentlich ganz einfach: man lädt sich die Upgrade Advisor App aus dem Microsoft Store herunter, öffnet sie und startet die Prüfung.

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Es wird einerseits getestet, ob genügend Platz auf dem Flash Speicher verfügbar ist und natürlich die Verfügbarkeit des Upgrades selbst überprüft. Hierbei gibt es drei Möglichkeiten:

– das Upgrade ist verfügbar und kann sofort gestartet werden
– das Upgrade ist für das Gerät an sich möglich, aber noch nicht verfügbar
– das Modell ist leider nicht in der Liste der upgradefähigen Modelle

Die zweite Variante kann z.B. auftauchen, wenn ein Gerät zwar an sich kompatibel ist, der Netzbetreiber aber noch nicht genickt hat. Und beim Upgrade auf 10 haben die Netzbetreiber leider noch ein Wörtchen mitzureden – danach zum Glück bei weiteren Windows 10 Updates nicht mehr.

In diesem Beispielbild ist das Gerät nicht kompatibel. Computer says no! Weiter unten finden sich noch Hinweise für diesen Fall.

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Was mache ich nach dem Upgrade?

Windows Update besuchen! Kein Witz, bitte zuerst einmal in den Einstellungen unter “Update und Sicherheit” das Handyupdate aufrufen. Microsoft verteilt für das Upgrade die Build 10586.107 – die aktuelle Build ist allerdings 10586.164 und die wollen wir zuerst mal. Es kann also sein, dass noch mal ein Update notwendig wird.

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Ist das erledigt, wird unter den Infos in den Systemeinstellungen auch die aktuelle Build angezeigt.

Als nächstes sollte man den Store aufsuchen und dann zuerst mal die Liste der App-Updates im Store abarbeiten. Das kann je nach Modell eine ganze Menge sein. Falls es hierbei Probleme gibt, kann man einfach über “Alle anhalten” den Download stoppen und in der Liste schauen, ob die Store App selber auch aktualisiert werden soll. Falls ja, ist zuerst dieses Update zu starten und nachdem sich der Store aktualisiert hat noch einmal nach Store Updates zu suchen.

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Ich habe ein Gerät, welches nicht kompatibel ist, was mache ich?

Auch hier gibts drei Möglichkeiten: nichts tun, abwarten oder über die Insider Preview gehen.

Nichts tun ist hier zuerst einmal ein einfacher Punkt, denn Windows Phone 8.1 ist ja weiterhin unterstützt und wird – falls es mal Sicherheitslücken geben sollte –auch Sicherheitsupdates bekommen. Wer also mit dem Gerät jetzt zufrieden ist so wie es ist, kann es natürlich weiter so nutzen.

Abwarten ist angesagt für diejenigen mit Geräten, wie ich sie oben schon genannt hatte. Es besteht die Möglichkeit und Hoffnung, dass Microsoft die Liste der kompatiblen Geräte noch erweitert.

Die Insider Preview wäre die letzte Möglichkeit. Im Store findet sich weiterhin die “Windows Insider” App, bei welcher man den “Release Preview” Ring aktivieren kann. Man bekommt dann ebenfalls ganz normal die gleiche Windows 10 Mobile Build 10586.164 wie alle anderen auch – nur wird die Sache für Microsoft dann als “unsupported” angesehen.

Okay, es gäbe noch die vierte Möglichkeit: den Kauf eines unterstützten Gerätes. Winking smile

Ich habe ein Insider Preview Gerät, was mache ich?

Alle Insider Preview Geräte sind mindestens auf der Build 10586.164 – der aktuellen Release-Build. In diesem Fall ist also gar nichts zu tun. Wer im Fast-Ring ist, also ganz frische OS Builds testen möchte und ein offiziell für Windows 10 Mobile unterstütztes Gerät hat, ist jetzt schon auf einer 14xxx Build oder wird diese demnächst bekommen.

Wer das nicht will, startet die Insider Preview App und schaltet auf den “Release Preview” Ring zurück oder steigt aus dem Insider Programm aus. Die “Release Preview” Ring Nutzer bekommen als erstes die OS Updates, die kurze Zeit später an alle verteilt werden. Das dürfte also eine vergleichsweise stabile Sache sein – während die “Fast Ring” Nutzer da ja auch gerne mal sehr frühe Versionen testen dürfen.

Windows 10 Mobile ist ja schick, aber es läuft bei mir nicht richtig!

Wie auch beim Desktop-PC ist das Problem meist nicht das System selber, sondern das Upgrade. Manchmal werden da Altlasten übernommen, die für Probleme sorgen.

Wer nach dem Upgrade Probleme hat, die sich trotz aktueller Build und allen Store Updates nicht beheben lassen, der hat zwei Möglichkeiten:

– Backup machen, Gerät zurücksetzen, Backup zurückspielen oder
– das Gerät zurücksetzen, alles neu einstellen.

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Wer das Upgrade von 8.1 auf frühe Insider Previews durchgeführt hat und seitdem immer schön upgegradet hat, dem würde ich das Zurücksetzen ans Herz legen. Gerade die älteren Previews haben da sicherlich einiges am System veranstaltet, was man jetzt mal gerade ziehen möchte und das geht nur mit dem kompletten Reset.

Ein Zurücksetzen über das Windows Device Recovery Tool ist übrigens nicht notwendig. Es reicht in den Windows 10 Einstellungen unter Info die Funktion zum Zurücksetzen zu betätigen.

Kommunikation ist alles – nur nicht bei Microsoft

Microsoft kann einfach keine Kommunikation! Man hat Windows 10 Mobile an sich nur einmal verschoben, aber da man insgesamt viel geschwiegen hat, kochte die Gerüchteküche hoch und ständig wurden als Gerücht wieder Termine genannt, die dann natürlich nicht gehalten worden sind. Das fiel auf Microsoft zurück, denn viele Nutzer hatten das Gefühl, Microsoft würde ständig den Release verschieben. Das hätte man anders machen müssen.

Auch gab es einen Tag (!) vor dem jetzt tatsächlichen Release noch Meetings, in denen Microsoft selbst unter NDA (“Non disclosure agreement”) stehenden MVPs weder den Termin noch die unterstützten und nicht unterstützten Geräte nennen wollte. Das sorgt für Kopfschütteln. Nicht nur bei den anwesenden MVPs.

Fazit

Grundsätzlich lohnt sich das Upgrade auf den offiziell unterstützten Geräten. Es bringt mehr Funktionen und vor allem die Möglichkeit, Universal Apps zu nutzen. Diese sind dank Verfügbarkeit auf allen Windows 10 Plattformen wohl Microsofts Strohhalm, an den man sich in Sachen App Verfügbarkeit klammert.

Endlich lässt sich die Geräteverschlüsselung einfach vom Nutzer in den Einstellungen aktivieren. Die Apps für Kalender und Mail sind in Sachen Bedienung und Aussehen ein großer Schritt nach vorne. Die neue Karten App mit Offline-Karten und Navi Funktion ist der früheren HERE Drive+ Lösung unter Windows Phone 8.1 mindestens ebenbürtig und die Einstellungen haben sich endlich von der ewig langen Liste verabschiedet.

Dass man die Nutzer von alten Geräten ausschließt, ist m.E. aber ein Fehler. Es hätte hier in der Upgrade Advisor App zusätzlich zu “ja” und “nein” noch ein “ja, aber” geben müssen. Also die Möglichkeit zum Upgrade mit dem Hinweis, dass auf dem jeweiligen Gerät wegen fehlender Leistung oder sonstigen Hardware-Gegebenheiten Windows 10 möglicherweise nicht ideal laufen kann. Denn dass Windows 10 Mobile generell auch auf älterer Hardware läuft, haben die Insider Previews ja gezeigt.

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Wenn das Notebook nach Luft schnappt…

Dass heute PC-Hardware relativ lange genutzt werden kann, ist an sich ein gutes Zeichen. Die Geräte sind haltbar und auch relativ “alte Schätzchen” können noch mit aktueller Software verwendet werden. An manchen Stellen zeigt sich dann aber doch das Alter. Genauer gesagt hört man es meist, wenn der Lüfter immer öfter aufdreht, obwohl er das früher bei selbigen Aufgaben viel seltener tat. Alternativ werden die Geräte irgendwann langsamer, weil die CPU zwangsweise runtertaktet oder schalten gar wegen Überhitzung ab.

Grund sind in den meisten Fällen Staub und eingetrocknete Wärmeleitpaste, die die Wärmeabfuhr stören. Mit ein wenig Arbeit kann man hier Abhilfe schaffen, solange man sich zutraut, in den Eingeweiden des Gerätes zu schrauben.

Vorweg sollte man sich folgende Dinge besorgen:

– einen kleinen Kreuzschraubendreher, meistens vom Typ PH1
– Wärmeleitpaste
– einen gut ausgeleuchteten Arbeitsplatz

Wir arbeiten hier mit statisch sensitiven Bauteilen, insofern kann ein Erdungs-Armband für Arbeiten damit nicht verkehrt sein. Es reicht für den Heimbastler allerdings normalerweise auch, zwischendurch immer mal wieder z.B. einen Heizkörper anzufassen.

Um herauszufinden, wie das Notebook nun zerlegt werden muss, gibt es zwei Varianten. Entweder stellt der Hersteller ein entsprechendes Handbuch bereit oder man muss mit etwas Gespür anfangen, die hoffentlich passenden Schrauben zu entfernen. Wer kein solches Service-Manual vom Hersteller findet und nicht probieren möchte, sollte hier aussteigen. Die Chance etwas zu beschädigen ist doch relativ groß.

Mein Testgerät in diesem Fall ist ein Lenovo R61 von 2007 – normalerweise eines der leisesten Notebooks, die ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe. Allerdings war die Temperatur der CPU mittlerweile bei etwas Last locker bei 90°C und der Lüfter hatte gut zu tun. Lenovo gehört zu den Herstellern, die für alle Modelle vorbildlich ein Handbuch online stellen, insofern ist das Zerlegen hier fast wie bei einem Lego Bausatz.

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In den Handbüchern wird oft erwähnt, dass Schrauben nur einmal zu verwenden sind. Die Schrauben haben an der Spitze einen kleinen Klecks Nylon-Beschichtung, der verhindern soll, dass die Schraube sich von alleine löst. Diese wird beim Lösen unwirksam gemacht. Da wir aber nicht in der Raumfahrt oder in einem Atomkraftwerk schrauben, ignorieren wir das einfach und nutzen die Schrauben weiter.

Manche Hersteller verwenden für ihre Geräte alle möglichen, ungekennzeichneten Schraubentypen. Es hilft hier, die Schrauben auf einem A4 Blatt abzulegen und genau zu kennzeichnen, an welcher Stelle sie verbaut waren. Gute Hersteller verwenden möglichst wenig verschiedene Schrauben und dokumentieren die Verwendung.

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Sind die Gehäuseteile entfernt, zeigt sich je nach Modell ein mehr oder weniger schöner Blick auf die Kühleinheit, bestehend aus Lüfter, Kühlkörpern und einer dazwischen verlegten “Heatpipe” zum Wärmetransport. Das Gebilde ist empfindlich gegen Verbiegen, ein wenig Vorsicht ist also angebracht.

Nach dem Entfernen sieht man dann auch schnell den Salat…

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Aus der Wärmeleitpaste ist ein trockener, krümeliger Kniest geworden. Am einfachsten entfernen lässt er sich mit einem Stück Toilettenpapier. Das CPU Die, die Fläche, auf der der Kühlkörper auf der CPU aufliegt, sollte vollkommen glatt und glänzend sein. In hartnäckigen Fällen kann eine kleine Menge Isopropanol-Alkohol helfen – auf dem Papier, nicht direkt auf der CPU!

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Auch der Kühlkörper selber muss von den Resten der Wärmeleitpaste befreit werden. Oben sieht man außerdem noch ein Wärmeleitpad – in diesem Fall für den Chipsatz. Diese Pads werden normalerweise nur dort verwendet, wo Chips nicht ganz so stark Hitze entwickeln, wie eine CPU. Solange sie noch gut aussehen, wie in diesem Fall, kann man sie einfach weiter verwenden.

Außerdem sollte man jetzt Lüfter und Kühlkörper ordentlich auspusten. Wer dazu Druckluft oder einen Kompressor verwendet, sollte unbedingt vorher das Lüfterrad blockieren, z.B. indem man eine aufgebogene Büroklammer durchsteckt. Die Lager mögen keine zu hohen Drehzahlen!

Die Geschichte der Wärmeleitpaste ist eine Geschichte voller Missverständnisse! Winking smile

Wärmeleitpaste ist ein schlechter Wärmeleiter! Klingt seltsam, sollte man aber im Hinterkopf behalten. Sie leitet deutlich schlechter die Wärme, als dies eine direkte Verbindung zwischen CPU Die und Kupferkühlkörper tut. Sie leitet allerdings besser Wärme als Luft das kann. Luft isoliert stattdessen. Und das ist dann auch der einzige Zweck, den sie vollbringt: sie soll Luft aus winzigen Unebenheiten des Kupfer-Kühlkörpers verdrängen.

Damit wird auch schon klar, dass Wärmeleitpaste nur dann gut funktioniert, wenn sie so hauchdünn aufgetragen ist, dass sie eigentlich nur kaum mehr sichtbare Unebenheiten im Material auffüllt, die Wärmeleitung zwischen Kupfer und Die aber nicht behindert.

In der Realität ist das so perfekt quasi nicht hinzubekommen. Wichtig ist nur, dass man nicht zu viel Wärmeleitpaste verwendet. Bei einer CPU wie dem Core 2 Duo reicht eine kaum reiskorngroße Menge vollkommen aus. Eine Verteilung per Scheckkarte o.ä. ist sinnlos, die Paste verteilt sich nach dem Aufsetzen des Kühlkörpers alleine und überschüssige Mengen (von denen es ja hoffentlich nicht viele geben wird) werden zur Seite rausgedrückt.

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Die Schrauben des Kühlkörpers werden vorsichtig über Kreuz angezogen. Das sorgt automatisch dafür, dass die Wärmeleitpaste nicht an einer einzelnen Stelle versammelt wird.

Apropos Festschrauben: bitte alle Schrauben vorsichtig anziehen. Insbesondere diejenigen, die einfach nur in Plastik geschraubt werden, sollten vorsichtig angezogen werden. Die Schrauben am CPU Kühlkörper greifen meist in Metall, können also ein wenig fester angezogen werden, aber auch hier gilt: wir schrauben an einem Notebook, nicht an einem Kreuzfahrtschiff.

Es folgt der Zusammenbau und der Funktionstest. Hilfreich dabei können der Packer 7-Zip und die Software HWMonitor sein. 7-Zip ist einerseits ein sinnvolles Programm zum Packen und Entpacken, hat allerdings auch eine eingebaute Benchmark-Funktion, die alle Kerne der CPU auf Dampf bringt. Alternativ kann man hierfür auch das Programm Prime95 verwenden. HWMonitor zeigt an, wie warm es denn wird.

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Und das Ergebnis überzeugt! Unter Volllast erreicht die CPU etwa 70°C, also rund 20K weniger als vorher. Im Leerlauf pendelt sich die Temperatur irgendwo zwischen 36 und 40°C ein und der Lüfter kann aus bleiben. Das ist nicht nur gut für die Ohren, es spart auch ein wenig Akku ein.

Manchmal hilft so eine Aktion auch, Schlampereien des Herstellers aufzudecken. In einem anderen Notebook musste ich vor einiger Zeit tatsächlich mal folgendes entdecken:

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Der Hersteller hatte dort einfach mal die Schutzfolie auf dem Wärmeleitpad gelassen und auf diese Schutzfolie noch Wärmeleitpaste geschmiert. Dass bei dem Gerät der Lüfter ständig auf vollen Touren lief, wundert sicherlich niemanden.

Die Anleitung lässt sich natürlich auch auf einen normalen PC übertragen. Hier ist die Schrauberei meist einfacher. Auf dem CPU Die verteilt man dann stattdessen eine etwa erbsengroße Menge Wärmeleitpaste.

Falls nach dem Zusammenbau Probleme auftauchen sollten, sind folgende Punkte zu kontrollieren:

– sind alle Kabel wieder sauber angeschlossen, die evtl. zwischendurch entfernt wurden?
– sitzt der Kühlkörper sauber? Im Ernstfall noch mal entfernen, Wärmeleitpaste wieder runter, frisch drauf und nochmals aufsetzen

Danach steht der Arbeite mit dem “alten Schätzchen” für einige weitere Jahre nichts im Wege!

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Support für Skylake CPUs unter Windows 7 und 8.1

Ein Blog Eintrag auf den Microsoft Seiten scheint momentan diverse Leute nachhaltig zu verwirren. Dies sorgt dafür, dass eine Verbesserung des Supports für Windows 7 als Einschränkung wahrgenommen wird.

Für jedes Windows gibt es seit einigen Jahren einen definierten Support-Zeitraum von zehn Jahren. Die ersten fünf Jahre ist das System im “Mainstream Support”, d.h. es werden Fehler und Sicherheitslücken behoben und es werden gegebenenfalls Funktionen nachgereicht, damit das System auf aktueller Hardware gut läuft.

Nach diesen fünf Jahren kommt die “Extended Support” Phase. In dieser werden normalerweise nur noch sicherheitsrelevante Updates geliefert. Sonstige Funktionsupdates sind in dieser Phase nicht mehr geplant.

Windows 7 mit SP1 ist seit einem Jahr aus der Mainstream-Support-Phase raus und bekommt ab sofort nur noch sicherheitsrelevante Updates, bis der Support im Januar 2020 endet. Windows 8.1 hat die Mainstream-Support Phase bis Januar 2018 und dann den erweiterten Support bis Januar 2023.

Intel hat nun Ende 2015 neue CPUs mit dem Codenamen “Skylake” herausgebracht, auch als sechste Core i Generation bezeichnet. Diese CPUs bringen neue Funktionen mit, die ältere Systeme logischerweise nicht kennen können. An sich hätte sich das Thema für Windows 7 jetzt schon längst erledigt gehabt, dann wie wir ja gerade festgestellt haben, ist Windows 7 schon aus der Mainstream-Support-Phase raus und somit kann man da keine Unterstützung mehr erwarten.

Nun kommen wir zu Microsofts o.g. Blog Eintrag. Dort wird jetzt klargestellt, dass auch Windows 7 noch für bestimmte Skylake Systeme unterstützt wird – und zwar bis Mitte 2017. Man erweitert also hier den Windows 7 Support, anstatt ihn einzuschränken. Man macht eine Support-Zusage für ein System, welches an sich aus dem Support raus ist. Das ist sinnvoll und man kann es nur begrüßen.

Trotzdem muss man an allen möglichen Stellen im Netz wütende Proteste lesen, da scheinbar die große Masse der Online-Magazine diese Erweiterung des Windows 7 Supports als Einschränkung und Verschlechterung verkaufen möchte.

“Clickbaiting” nimmt ja leider mehr und mehr zu, aber es wäre vermutlich sinnvoll, wenn man das nicht auch noch auf Basis von Unsinn machen würde. Dann gäbe es auch keinen ungerechtfertigten Shitstorm.

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Von Mäusen und Menschen und Werbebannern

Früher gab es den schönen Spruch “The internet is for porn”, welcher heute wohl in “Das Internet ist Werbung” umgedichtet werden muss. Die für viele Webseiten-Betreiber einzige Einnahmequelle im Internet ist Werbung, die in mehr oder weniger aufdringlicher Form auf der Seite untergebracht wird. Mit der Werbung und dazu noch mit dem Handel von Nutzerdaten finanzieren sich dann auch große Unternehmen wie Google und Facebook.

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In den letzten Jahren hat die Werbe-Durchdringung im Internet gefühlt immer weiter zugenommen. Fanden sich früher Banner über oder neben den eigentlichen Inhalten, überdecken mittlerweile oft animierte Video-Spots den Inhalt und müssen erst weggeklickt werden oder alleine beim Zeigen auf Texte springen einem Infos zu bestimmten Wörtern entgegen – in der Hoffnung auf das große oder zumindest das kleine Geld.

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Nimmt man bei solch einer Seite mal die reinen Werbe-Inhalte weg, zeigen sich plötzlich recht große, weiße Lücken.

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Nun ist Werbung ja an sich nicht schlecht. Sie ermöglicht es, dass wir Inhalte “kostenlos” lesen oder anschauen können und davon hat normalerweise jeder etwas. Zum Problem wird es an drei Stellen. Eine davon sieht man sehr gut am folgenden Screenshot.

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Erstens wird Werbung nämlich mehr und mehr übertrieben. Die eigentlichen Inhalte treten in den Hintergrund und die Werbung ersetzt den Inhalt. Wie man im obigen Screenshot von Focus Online sehen kann, sieht man nach dem Öffnen der Webseite schlicht überhaupt keinen Inhalt mehr. Null! Nada!

Und zweitens passiert es immer wieder, dass eben nicht nur für seriöse Firmen geworben wird, sondern unseriöse Inhalte beworben werden. Das geht los bei Werbung für zwielichtige Geldanlagen, geht über Potenzpillen aus seltsamen Quellen bis hin zu “Ihr PC ist verseucht!!!” Meldungen, die einen zum Kauf sinnloser Reparatur-Software animieren sollen. Wie man an meinem Artikel zu Reimage Repair sehen kann, kann auch so etwas eine teure Falle werden.

Teilweise wird mit Werbeanzeigen sogar direkt versucht, Schadsoftware auf PCs zu bringen. Die Skripte, die die Werbebanner nachladen, klopfen nebenbei auch gleich den PC auf mögliche Schwachstellen ab und versuchen, diese dann auszunutzen.

In allen drei Fällen wird das Blockieren solcher Werbung zum reinen Selbstschutz.

Folgende Werkzeuge zum Schutz vor der Werbeflut und missbräuchlichen Werbebannern sollen hier heute vorgestellt werden:

– die Erweiterungen “uBlock Origin” und “Ghostery” für Mozilla Firefox und Google Chrome
– die Tracking Protection Listen für den Internet Explorer

Allesamt sind dies Lösungen, die für den Normalnutzer ohne größere Probleme einzusetzen sind und vor allem ohne dass sie eine umständliche Konfiguration benötigen.

uBlock Origin für Firefox und Chrome

uBlock ist ein einfacher, wirkungsvoller Werbeblocker. Er kann in Firefox über diesen Link hinzugefügt werden. Chrome Nutzer rufen stattdessen diesen Link auf. Es werden automatisch verschiedene Listen bekannter Werbeserver abgefragt, so dass jetzt keine weitere Konfiguration notwendig ist.

Sobald eine Webseite nun neu geladen wird, sollte einem die deutlich schnellere Ladegeschwindigkeit sowie die erheblich bessere Übersicht auffallen.

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Über das uBlock Symbol, welches in der Symbolleiste von Chrome oder Firefox bei der Installation des Add-Ons hinzugefügt wird, lässt sich uBlock zeitweise oder für bestimmte Webseiten deaktivieren. Außerdem bekommt man ein wenig Statistik, wie viele Dinge auf der gerade geladenen Seite so ausgefiltert wurden.

Tracking Protection Listen in Internet Explorer

Die selben Listen, die uBlock und andere Adblocker-Add-Ons nutzen, können im Internet Explorer direkt eingebunden werden. Über diese Webseite findet sich eine Auswahl von Listen, von denen zumindest “EasyList Standard” und “German EasyList” eingebunden werden sollten.

Im IE können dann unter Einstellungen / Add-Ons die verwendeten Tracking-Schutz-Listen verwaltet werden. “Ihre angepasste Liste” muss dabei aktiviert sein, damit der Schutz insgesamt aktiv ist.

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Ghostery

Während “uBlock Origin” in der Hauptsache die Anzeige von Werbebannern unterdrückt, dient Ghostery dazu, die Verfolgung des Nutzers im Netz durch Werbe-Dienstleister zu erschweren. Hierfür ist allerdings eine gewisse Vorkonfiguration notwendig.

Die Installation erfolgt wieder aus den jeweiligen Downloadbereichen für Add-Ons der jeweiligen Browser. Also für Firefox User per Klick auf diesen Link und für Chrome User per Klick auf diesen Link. Nutzer vom Internet Explorer können Ghostery als Programm über diesen Link installieren.

Nach der Installation von Ghostery muss noch ausgewählt werden, was denn geblockt werden soll. Hierbei kann man zuerst einmal unter “Tracker” einfach “Alles auswählen” anklicken und auch die Frage mit Ja beantworten, ob auch neue Tracker automatisch geblockt werden sollen.

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Das Blockieren von Cookies sollte man zumindest im ersten Schritt unterlassen. Damit ist auch Ghostery konfiguriert.

Nach dem Laden einer neuen Webseite sieht man auch am Ghostery Symbol wieder, was dort geblockt wurde.

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Auch kann hier für jede Webseite und jeden Tracker einzeln ausgewählt werden, ob geblockt oder erlaubt werden soll.

Das Ergebnis zeigt sich dann bei der oben schon gezeigten Beispielseite so:

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Microsoft Edge und andere Browser

Ich habe mit Firefox, Chrome und IE die drei gebräuchlichsten Browser behandelt. Für weitere Browser existieren meist ähnliche Methoden, allerdings nutze ich diese Browser schlicht nicht.
Microsoft Edge kommt im Moment ohne jegliche Schnittstellen für Add-Ons oder Tracking-Protection-Listen. Die entsprechende Funktion soll wohl mit einem Update noch nachgerüstet werden. Bis dahin sollte man stark werbeverseuchte Webseiten nur mit einem der oben genannten drei Browser nutzen.

Ausnahmen über Whitelisten

Die Webseiten-Betreiber wollen leben und die Verwendung von Werbung zur Finanzierung ist ein legitimes Mittel dazu. Die komplette Filterung jeglicher Werbeanzeigen auf allen Webseiten kann somit ein sehr hartes Mittel sein, wenn man doch die Seiten nutzt und somit von ihren Inhalten profitieren möchte. Man sollte sich immer mal Gedanken machen, vertrauenswürdige Seiten von der Filterung auszunehmen – es zumindest zu versuchen.

Meine Versuche ohne Werbeblocker auszukommen endeten allerdings meistens relativ schnell mit dem nächsten automatisch loslaufenden Video-Banner oder dem nächsten Bild, welches sich erst einmal über den kompletten Inhalt legt und bei dem man ein Suchspiel betreiben darf, um es schließen zu können.

Adblocker-Blocker

Manche Webseiten weisen mittlerweile Besucher mit aktivem Adblocker darauf hin, dass der User doch bitte diesen deaktivieren möge. Hier kommen dann wieder die Überlegungen zur Aufnahme auf die Whitelist zum Tragen. Andere Seiten liefern Werbebanner über eigene Server aus, die nicht von den Listen der Adblocker erfasst werden. Da dies meist statische Banner mit geringem Störfaktor sind und hierüber auch keine Malware nachgeladen werden kann, dürfte dies unproblematisch sein.

Andere Seiten bieten mittlerweile einfach ein günstiges Abo für einen werbefreien Dienst an. Für Seiten, die man regelmäßig nutzt, kann auch dies eine Alternative sein. Als Beispiel sei hier Golem.de genannt.

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Ein gewisses Schundblatt hat hingegen in den letzten Monaten nicht nur Nutzer von Adblockern von seinen Angeboten gleich ganz ausgesperrt, sondern ist auch rechtlich gegen einen Anbieter eines Adblockers vorgegangen. Die dabei genannten Gründe sind teils hanebüchen. Würde selbiges Blatt einen Fernsehsender betreiben, würde man vermutlich demnächst den Klogang während der TV-Werbepause unter Strafe stellen wollen.

In solch einem Fall gibt es eine sehr einfache Problemlösung: diese Seiten besucht man schlicht und einfach nicht.

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Das Lumia 950–Unauffälliges Windows 10 Flaggschiff

Microsoft hat mit dem Lumia 950 und 950 XL jetzt die ersten Smartphones ausgeliefert, auf denen Windows 10 Mobile installiert ist. Da bietet es sich ja an, einen Blick drauf zu werfen. Das XL Modell stand mir leider bisher nicht zur Verfügung, aber das “kleine” 950 fand den Weg zu mir.

Das Lumia 950 ist ein 5,2” Gerät mit sechskernigem Qualcomm SoC, während das 950 XL mit 5,7” Display und acht Kernen aufwarten kann. Der Akku beim XL ist größer, damit wären dann allerdings die wichtigsten Unterschiede schon aufgezählt. Beide Geräte gibt es auch in einer Dual-SIM Version – das XL Dual-SIM allerdings bisher offiziell nicht in Deutschland.

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Als man die beiden Geräte entworfen hat, durften die Entwickler wohl aus dem Vollen schöpfen und vieles von dem, was bisher bei Smartphones immer wieder störend war, von Anfang an besser machen. Und so finden sich in einem Flaggschiff-Gerät sowohl ein wechselbarer Akku als auch ein Micro-SD Slot (z.Zt. freigegeben für Karten bis 200 GB). Beides nicht selbstverständlich – insbesondere nicht bei Flaggschiff-Geräten.

Dazu kommt ein AMOLED Display mit 2560×1440 Pixeln. Das ist nebenbei die selbe Auflösung, die mein 27” Monitor am Desktop-PC bietet, um das mal in Relation zu setzen. Bei 5,2” heißt das, wir haben 564 Pixel pro Zoll. Einzelne Pixel zu erkennen ist quasi unmöglich. Farbe und Helligkeit sind nahezu perfekt und auch beim Blick schräg von der Seite gibt es erst dann Farbverfälschungen, wenn man so schräg aufs Display schaut, dass man eh nichts mehr lesen kann. Schwarz ist tiefschwarz, wie man es von AMOLED Displays kennt.

Das Display unterstützt Display-Memory, bei Microsoft “Glance” bzw. “Blick” genannt. Hierbei können, während das Handy im Standby-Modus schläft, Benachrichtigungen auf dem Display angezeigt werden. Das Display verbraucht hierbei nur bei Änderungen des Bildschirminhaltes Strom. Ein einfacher Blick aufs Display reicht also schon, um zu schauen, ob Mails oder Nachrichten vorliegen, wie das Wetter ist oder wann der nächste Termin ansteht.

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Selbstverständlich findet sich die Möglichkeit, das Handy per Qi Ladestation drahtlos aufzuladen genauso, aber auch die Möglichkeit zur Schnellladung über den USB-C Port. Letzterer bindet auch externe Geräte an – sowohl direkt als auch über ein separates USB-C Dock.

In Sachen Funk gibt es neben Bluetooth 4.1 auch AC-WLAN mit MIMO, welches sich hier mit 866 Mbit/s zum Accesspoint im nächsten Stockwerk verbindet und LTE mit bis zu 300 Mbit/s. Die Verbindung zu T-Mobile wird hier dann auch tatsächlich mit 286 Mbit/s angegeben. Respekt!

Der 3000 mAh Akku ist bei meiner typischen Nutzung nach zwei Tagen leer. Das ist für ein Gerät dieser Leistungsklasse okay, wenn auch nicht überwältigend. Er lädt allerdings über das mitgelieferte USB-C Netzteil recht flott auf. Das Kabel ist an diesem übrigens fest angebracht. Ein zusätzliches USB-A auf USB-C Kabel wird allerdings mitgeliefert. Der Port spricht übrigens USB 3.1.

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Die Kamera mit Sechs-Linsen Zeiss Optik mit f/1,9 löst mit 20 Megapixeln auf, hat einen Dreifach-LED-Blitz, optischen Bildstabilisator und einen minimalen Fokusabstand von 10 cm. Im Video-Modus kann sie 4k Videos aufzeichnen. Eine 5 Megapixel “Selfie-Kamera” kommt noch dazu. Natürlich gibt es einen separaten Kamera-Auslöser, mit dem das Handy auch aufgeweckt werden kann.

Der 120 fps Zeitlupenmodus ist momentan noch nicht in der Kamera-App zu finden. Beim Lumia 930 ist dies aber bereits der Fall. Auch kann man dort in 60 fps Video aufzeichnen, während das 950 bisher nur die normalen 30 fps erlaubt. Schauen wir mal, was die kommenden Updates bringen werden.

Die Kamera selber startet quasi ohne Wartezeit. Hat man auf den Kamera-Knopf gedrückt, ist sie bereit. Nur bei starker Dunkelheit verhaspelt sich der Autofokus teilweise – ein Luxusproblem, andere Geräte machen dann schon gar keine Bilder mehr. Durch die hohe Lichtstärke des Objektivs und den Bildstabilisator gelingen auch in sehr dunkler Umgebung noch unverwackelte Bilder, selbst bei 1/5,6el Sekunden Belichtungszeit. Bei 800 ISO ist natürlich irgendwann der Bereich erreicht, an dem das Bild merklich rauscht.

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Als weitere Neuigkeit findet sich eine “Windows Hello” kompatible Infrarot-Kamera zur Iris-Erkennung im Gerät, mit der das Handy alleine durch einen Blick anstelle einer PIN entsperrt werden kann.

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Die Erkennung funktioniert nach kurzer Anlernphase überraschend gut, ist allerdings immer noch langsamer als die meisten Nutzer ihre PIN eintippen können. Somit ist dies momentan mehr ein Show-Effekt als eine sinnvolle Anwendung. Die Frage ist, inwiefern in Zukunft Anwendungen diese Funktion auch nutzen werden.

Der USB-C Port wurde ja schon erwähnt. Er taugt zum Verbinden von USB Geräten wie Speichersticks, Tastaturen oder Mäusen, führt aber auch ein Grafiksignal. Mit einem Adapter von USB-C auf HDMI lässt sich direkt ein Bildschirm verbinden.

Microsoft bietet allerdings auch ein USB-C Dock an, welches USB Ports für Tastatur und Maus und Displayport und HDMI für den externen Monitor mitbringt und zudem eine Buchse für die Stromversorgung.

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Damit bringt man dann Windows 10 Mobile auf den großen Bildschirm. Allerdings ist es nicht etwa so, dass einfach der Handy-Bildschirm geklont und dieser Inhalt dann vergrößert wird. Stattdessen wird der Monitor als eigenständiger Bildschirm angesteuert, d.h. man kann parallel das Handy weiter nutzen. Die normale Startoberfläche taucht am externen Bildschirm wie ein normales Windows 10 Startmenü auf und die mitgelieferten Apps starten wie an einem Windows 10 PC. Es sind schließlich auch die gleichen Apps. Somit laufen dann zum Beispiel Word oder Powerpoint Mobile, der Edge Browser oder die Mail-App wie auf PC oder Tablet.

Das Handy kann alternativ auch als Touchpad benutzt werden, um einen Mauscursor zu steuern – ganz ohne Tastatur. Werden Tastatureingaben nötig, wird dann eben eine Bildschirmtastatur eingeblendet.

Damit nicht genug, die ganze Sache funktioniert auch noch über WLAN zu einem Miracast-kompatiblen Empfänger! Im Test tat ein Amazon FireTV als Empfänger seinen Dienst. Und es steckt so viel Multitasking-Fähigkeit in Windows 10 Mobile, dass man parallel mit der Kamera des Handys den Fernseher fotografieren kann, auf dem selbiges Handy gerade via Continuum über WLAN seine Oberfläche samt Apps zeigt.

Eine Nutzung von Apps in mehreren Fenstern ist momentan noch nicht möglich. Aber das ganze Konzept ist für die Zukunft und mit weiter steigender Hardware-Leistung sicherlich in der Hinsicht ausbaufähig. Damit keine Verwirrung aufkommt: es handelt sich hier immer noch um einen ARM SoC und keine x86 CPU. Die Ausführung von Windows Desktop Anwendungen ist also nicht möglich.

In der Handhabung gibt sich das Lumia 950 schon recht problemlos, allerdings hatte ich bisher einen unerwarteten Neustart. Hoffentlich ein Einzelfall oder nur eine kleine Macke des frisch erschienenen Windows 10 Mobile, die mit einem der nächsten Updates abgestellt wird.

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Für die Apps gibt es momentan von Microsoft relativ häufig Updates und dabei werden immer wieder auch noch möglicherweise fehlende Funktionen nachgereicht. Die vorhin spontan sich selbst beendende Mail App wurde zumindest gerade mit einem Update bedacht. Hoffen wir, dass der spontane Ausstieg damit behoben wurde.

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Wo viel Licht ist, kann man natürlich auch versuchen, Schatten zu finden. In vielerlei Hinsicht ist Kritik natürlich immer von persönlichen Wünschen und Anforderungen abhängig. So habe ich z.B. keinerlei Probleme bei der Umstellung von Sensortasten bei meinen bisherigen Windows Phone Geräten zu den Bildschirmtasten des Lumia 950. Es soll Leute geben, die drüber fluchen.

Kritik zieht Microsoft sicherlich auch von manchen wegen des Designs auf sich. Das Lumia 950 ist sehr schlicht. Ein schwarzer oder weißer Barren, kein Metallrahmen oder -gehäuse, keine besonderen Design-Feinheiten. “Unauffällig” wäre die freundliche Umschreibung dafür. Ich habe auch schon unfreundlichere Beschreibungen gelesen. Durch den Wechsel der Rückenschale kann man dem natürlich entgegen wirken.

Größter Kritikpunkt dürfte zumindest momentan der Preis sein. Offiziell reden wir von einem Gerät für 599 EUR Listenpreis – beim 950 XL sogar 699 EUR. Der Straßenpreis liegt bisher kaum darunter. Das ist eine zumindest selbstbewusste Preisgestaltung. Denn dafür bekommt man zwar viele Funktionen und High-End-Ausstattung, aber kein Gerät, welches auch nach außen hin “ich hab grad viel, viel Geld für ein Smartphone hingelegt” zeigt.

Für wen ist das Lumia 950 nun interessant?
Windows Phone Nutzer, die auf den aktuellen Stand der Technik in Sachen Windows Smartphones wollen, kommen am Lumia 950 oder XL nicht vorbei.
Wer momentan Android oder iOS Geräte einsetzt, wird vermutlich wenig Gründe zum spontanen Wechsel finden. Die App-Vielfalt der beiden anderen Systeme hat Windows bisher immer noch nicht erreicht. Zu hoffen bleibt, dass sich das durch die Vereinheitlichung der Windows Plattform bessert.
Die Ausstattung selber kann mit den aktuellen Top-Geräten aus der Android und iOS Welt mithalten, die Besonderheiten wie Windows Hello oder Continuum reichen allerdings wohl ebenfalls nicht, um massiv Leute zum Wechseln zu animieren.

Microsofts einzige Chance ist, weiter kräftig an der Strategie zu arbeiten, mit der “Universal-App” Plattform zu punkten. Schon 120 Mio Windows 10 User am PC, die die selben Apps nutzen können, wie die Smartphone User und diese aus dem selben Store beziehen, das sollte eigentlich für App-Entwickler ein interessanter Markt sein. Kommt dieser Gedanke endlich auch bei den App-Entwicklern an, löst sich damit eines der größten Probleme, das viele Leute bisher vom Kauf eines Windows Smartphones abhielt.

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