Microsoft Lizenzen aus dem Supermarkt?

Aktuell wird in den Medien berichtet, dass die Supermarktkette
EDEKA Lizenzen für verschiedene Microsoft Produkte anbietet, beispielsweise für
verschiedene Windows- oder Office-Versionen. Man kauft bei EDEKA eine Guthabenkarte, die man dann beim Online-Händler Lizengo einlösen kann. Dieser stellt einem dann einen Key und den Download der Software bereit.
 
Die Preise dieser Angebote bewegen sich deutlich unter den normalen Preisen, die Microsoft selber oder viele andere Händler für Lizenzen
der Produkte aufrufen, allerdings leicht über den Preisen dubioser Key-Anbieter
im Internet.

Berichtet hatten über diese Lizenzen unter anderem die Zeitschrift c’t auf ihrer Webseite als auch Martin „Dr. Windows“ Geuß . In beiden Fällen ist man eher zurückhaltend, was die Beurteilung der Legalität der verkauften Produkte angeht.

Bei Heise weist man deutlich drauf hin, den Kassenbon aufzubewahren, um zumindest den Kauf nachweisen zu können und ggfs. gegenüber EDEKA oder Lizengo einen plötzlich nicht mehr funktionierenden Key reklamieren zu können.
Martin Geuß rät deutlich davon ab, einen solchen Key zu kaufen.

Der Händler Lizengo schreibt auf seiner Webseite über die Preise „Wir kaufen bei vielen Distributoren hohe Stückzahlen von neuen Produktschlüsseln auf, welche nicht verwendet oder installiert wurden.“ Gegenüber c’t teilte man wohl auch mit, dass es sich um Überbestände von Microsoft Kunden handeln würde.

Ein seltsamer Beigeschmack verbleibt dabei auf jeden Fall. So verkauft Lizengo u.a. auch Softwarepakete, die man gar nicht einzeln ohne einen entsprechenden Volumenlizenzvertrag bekommt. Ein Office ProPlus oder ein Exchange 2019 bekommt man schlicht nicht einzeln als normaler Kunde.

Die Quelle der Keys bleibt zudem im Dunklen. Es handelt sich immerhin um digitale Waren. Es gibt keinen Grund, sich so etwas als Distributor „aufs Lager“ zu legen und auch Firmen kaufen nicht mal eben ein paar tausend Windows 10 Home Lizenzen auf Vorrat, um sie dann nachher mit großem Verlust an einen Online-Händler abzugeben.

Es handelt sich zudem nicht um alte Produkte wie Windows 7, sondern um aktuelle
Produkte. Und dass so viele IT-Distributoren in die Insolvenz geschliddert
wären, deren Lagerbestände hier verkauft werden könnten, ist ebenfalls nicht
der Fall.

Die Herkunft der Keys bleibt somit unklar. Die angeblich zu viel gekauften Produkte sind als Quelle allerdings nicht glaubwürdig. Wer sich
solch einen Key zulegt, muss davon ausgehen, dass dieser früher oder später
nicht mehr funktioniert. Ansprechpartner ist dann EDEKA, die sicherlich direkt
auf Lizengo verweisen würden.

Und am Ende kommt natürlich auch noch dazu, dass ein Product-Key
alleine nicht unbedingt eine Lizenz darstellt. Im Ernstfall besitzt man einen
Key, aber hat damit trotzdem nicht das Nutzungsrecht an der Software erworben.

Insofern kann von dem Kauf solcher verdächtig billiger Keys
schlicht nur abgeraten werden.

Eine offizielle, eindeutige Aussage von Microsoft zu der Thematik von Seiten Microsofts gibt es bisher leider nicht.

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