Test: ODYS Vario Pro 12–Convertible mit Stift–Teil 1

An sich sollte dieser Test schon über die Weihnachtstage erscheinen, allerdings sorgten dann leider ein paar technische Probleme für eine gewisse Verzögerung. Dazu später mehr.

Ich hatte die Chance, das ODYS Vario Pro 12 auf Herz und Nieren zu testen und werde diesen und die folgenden Blog Artikel dazu nutzen, das Gerät vorzustellen.

Zum Start geht es in Teil 1 ums Gerät selber, Ausstattung und Details. Dazu folgen in den nächsten Tagen dann noch zwei Artikel mit ein paar Blicken auf die Software und Benutzung von Stift und anderen Windows Funktionen sowie einige Benchmarks. Dann dürfen auch noch einige andere Geräte als Vergleich herhalten.

Die Hardware

ODYS ist als Hersteller bisher eher durch preiswerte Tablets mit Windows Betriebssystem bekannt. Mit dem Vario Pro 12 startet man hier das erste Gerät, was eher als Notebook durchgeht.

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Das ODYS Vario Pro 12 ist ein 2-in-1 Notebook mit 360° Scharnier, Touchdisplay und mitgeliefertem Stift. Es lässt sich somit per Tastatur, Touchpad, Display oder halt per Stift bedienen. Per Maus natürlich auch, wenn man denn eine anschließen möchte.

Auch hier setzt man wie bei den Tablets nicht in der High-End Klasse an, sondern bringt ein preislich schon eher im unteren Bereich angesiedeltes Gerät. Für unter 300 EUR ist das Vario Pro 12 seit kurzem auf dem Markt.

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Positiv fällt zuerst schon das Gehäuse auf. Der Gehäusedeckel und der Bereich um die Tastatur sind aus Metall, der Boden des Gerätes ist aus Kunststoff. Alle passt gut zusammen, Spaltmaße und und Stabilität stimmen. Was man nicht findet ist ein Lüfter. Den braucht das Gerät zum Glück nicht.

Über das 360° Gelenk lässt sich die Tastatur nach hinten klappen. Damit wird das Vario Pro zum Tablet. Die Funktion der Tastatur wird automatisch deaktiviert und Windows schaltet auf Wunsch ebenso automatisch in den Tablet-Modus. Auch mit dem Scharnier nach oben im “Zelt” Modus lässt es sich betreiben. Hat man einmal den normalen “Notebook” Modus verlassen, dreht auch der Bildschirminhalt brav in alle Richtungen mit.

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Anders als an vielen Tablets und selbst manchen Notebooks finden sich am Vario Pro 12 zwei normal große USB Ports, einer davon als USB 3.0 Port, sowie ein MicroHDMI Anschluss für einen Bildschirm und ein MicroSD Kartenleser. Der rechte USB Port wird beim Laden leider vom abgewinkelten Netzteilstecker verdeckt. Will man bei Betrieb am Strom einen USB Stecker einstecken, kommt man dem Kabel in die Quere.

Das mitgelieferte 15 Watt Steckernetzteil ist zwar kompakt, das Kabel zum Vario Pro 12 selber ist allerdings arg knapp gehalten. Auf dem Schreibtisch arbeiten mit einer Steckdosenleiste auf dem Fußboden? Keine Chance!

Und es gibt natürlich die 3,5mm Klinkenbuchse für Kopfhörer. Diese liefert ordentlichen Sound für Filme oder Musik, was der integrierte Lautsprecher eher nicht schafft. Der ist zwar ausreichend laut, aber mehr sollte man nicht erwarten. Zwischendurch tauchte hier auch noch ein störendes Zischeln auf, welches sich durch CPU Last und/oder WLAN Last verstärken ließ.

Das Display selber verfügt über eine Diagonale von 11,6” und löst mit 1366×768 Pixeln auf. In der Preisklasse ist die vergleichsweise geringe Auflösung wohl eine Einschränkung, die man hinnehmen muss. Immerhin gehen Farben und Blickwinkelstabilität in Ordnung. Draußen sollte man sich allerdings einen schattigen Platz suchen. Das Display spiegelt und die Helligkeit kommt gegen kräftigen Sonnenschein nicht an. Die Webcam oberhalb des Displays eignet sich für Skype und Co., allerdings kennt sie kein Windows Hello. Wie bei Notebooks üblich gibt es nur eine Webcam.

Für eine vollständige Notebook-Tastatur war leider kein Platz, so dass sich manche Tasten nur per Fn-Taste aufrufen lassen. Auch entspricht die Form der breiten Enter-Taste eher dem US Layout. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn öfter mal erwischt man die # Taste statt Enter. Bedruckt sind die Tasten aber mit deutschem Layout.

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Dummerweise funktionieren so einige Tastenkombinationen nicht. Einfg ist als zusätzliche Funktion auf der Entf Taste und somit über “Fn+Entf” zu erreichen. Will man nun aber Strg+Einfg drücken und drückt “Fn+Strg+Entf”, wird die Fn-Taste ignoriert. Selbiges gilt für andere Tasten mit Doppelbelegung auch. Shift+Pos1 oder Strg+Ende lässt sich somit auf dem Vario Pro 12 mit der internen Tastatur nicht nutzen. Der Vielschreiber wird da nicht begeistert sein.

Update 17.01.: Das o.g. Fehlverhalten der Tastatur wird mit einem Firmware-Update des entsprechenden Controllers korrigiert, welches über den Hersteller erhältlich ist. Mit aktualisierter Firmware klappen die genannten Tastenkombinationen nun sauber. 

Tastenhub und Anschlag sind gerade noch okay, allerdings auch wieder für die Vielschreiber kein Vergnügen. Dafür ist der Hub dann doch etwas zu kurz. Mit guten mobilen Tastaturen wie denen von Lenovos Thinkpads oder dem Surface Book von Microsoft kann sich die Vario Pro Tastatur nicht messen. Wir müssen da halt wieder in Richtung des Verkaufspreises schielen und auf die Kompaktheit des Gerätes. Das relativiert die Sache dann etwas.

Das Touchpad ist da eher positiv zu nennen. Es ist eines der von Microsoft in Zukunft geforderten Präzisionstouchpads und verfügt über Mehrfinger- und Gestenbedienung, worüber sich gut arbeiten ließ. Und das mit einem Windows Standardtreiber.

Wichtig für die Arbeit wären dann aber noch ein paar andere Komponenten, die die “inneren Werte” ausmachen. Wie oben schon erwähnt verfügt das ODYS Gerät über keinen Lüfter. Allerdings ist kein schneller Core m verbaut, sondern man beschränkt sich hier auf  Hardware, wie man sie auch typischerweise in Tablets vorfindet.

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Ein Intel Atom x5-Z8350 Cherrytrail SoC mit 1,44 GHz nominalem Takt sorgt für Berechnungen und Grafik. Bis auf 1,92 GHz können die Kerne übertakten und ganze vier davon sind vorhanden.

Die integrierte Intel HD Grafik reicht für FullHD Videos, kennt DirectX 12 aber kein VP9 und kann auch mit H.265 nichts anfangen. Es dürfte schwierig werden, ruckelfrei Inhalte mit diesen Codecs abzuspielen. Bleibt man beim gewohnten und zur Zeit verbreiteten H.264, laufen aber Videos ruckelfrei und ohne große CPU Last.

Die Daten liegen auf einer eMMC namens BWBD3R von Samsung mit 32 GB Kapazität. Die ist für eine eMMC vergleichsweise zügig, aber dazu später bei den Benchmarks mehr. Nicht ganz so zügig ist der WLAN Adapter. Realteks RTL8723BS funkt nur auf 802.11n im 2,4 GHz Band mit einem Stream und auch dort nur mit eher mäßigem Empfang und mieser Performance. Mehr als 150 Mbit/s sind somit nicht drin, dafür aber immerhin noch Bluetooth. Der eher schwache Empfang könnte mit den Gehäuseteilen aus Metall zu tun haben.

Bleibt noch der Akku. Der hat 9200 mAh laut Hersteller. Allerdings hat man bei der Programmierung der Akku Firmware ein wenig Murks gebaut. Während man die 9200 mAh “Full Charge Capacity” angezeigt bekommt, meldet sich der Akku bei der “designed Capacity” mit nur 4300 mAh. Der Akku meldet also, er sei mehr als doppelt so voll als vom Hersteller vorgesehen. Auswirkungen auf den normalen Betrieb hat dies so aber nicht, nur auf den Akku-Report von Windows.

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Der oben schon erwähnte Stift wird als “ActivePen” bezeichnet. Er verfügt über zwei seitliche Tasten, die nur dann funktionieren, wenn der Stift direkt weniger als ein paar Millimeter über dem Display gehalten wird. Eine Taste am Ende des Stiftes, wie bei den Surface Geräten, gibt es nicht.

Die seitliche Ausbuchtung dient dazu, den Stift am linken USB Port zu befestigen, wenn er nicht gebraucht wird. Ich halte diese Befestigung für eine komplette Fehlkonstruktion! Jegliche Bewegung am Stift überträgt sich damit auf den USB Port, die Hebelwirkung sorgt für den Rest. Eine magnetische Halterung wäre hier erheblich sinnvoller gewesen. Wer das Vario Pro 12 in eine Tasche steckt, sollte grundsätzlich dran denken, den Stift vorher abzunehmen – oder sich in Gedanken schon von einem USB Port verabschieden.

Damit hätten wir dann auch schon gleich den Lieferumfang des Gerätes genannt, neben Stift und Netzteil findet sich im stabilen Karton nämlich sonst nichts, von einer Garantiekarte und einer Kurzanleitung abgesehen.

Das war dann schon der erste Teil des Tests mit dem Blick auf die Hardware. Kommentare sind natürlich immer gerne gesehen.

Ach ja: wer genau hinschaut, erkennt vielleicht, dass die Fotos zwei verschiedene Geräte zeigen. Mein erstes Testgerät stammte noch aus der Vorab-Produktion und war somit noch nicht ganz final. Bei dem Gerät ließen sich fast gar keine Tasten zusammen mit der Fn-Taste nutzen. Das später erhaltene Gerät aus der normalen Produktion kennt das Problem nicht mehr.

Nachdem der Support über die noch bestehenden Tastenprobleme und das Sound-Störgeräusch sowie die seltsame Akku-Firmware informiert ist, warte ich noch etwas ab, ob dies noch behoben werden kann. Mehr dazu dann hoffentlich spätestens im dritten Teil.

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Hinweis in eigener Sache: das Gerät wurde im Rahmen der Microsoft Produkttester Aktion kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich denke, dass das den Test nicht weiter beeinflusst hat. Smile

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