Windows 10–Stand der Dinge

Der Mai fängt an, Microsofts Entwicklerkonferenz BUILD ist noch nicht vorbei und die aktuelle Windows 10 Vorabversion 10074, jetzt “Insider Preview” genannt, hat den Weg zu den Testern gefunden.

Man munkelt momentan von einer Veröffentlichung der fertigen Windows 10 Version für PCs gegen Ende Juli, insofern werden die aktuellen Vorabversionen langsam etwas vollständiger, stabiler und sehen nicht mehr ganz so “rau” aus. Zeit, noch mal einen Blick auf den aktuellen Stand zu werfen.

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Die aktuelle Build 10074 kommt für alle Tester und steht auch als ISO Image zum Download bereit. Wer sie anschauen will, installiert sie am besten auf einem eigenständigen Test-PC oder in einer virtuellen Maschine. Wer wagemutig ist, kann auch ein vorhandenes Windows 7 oder 8.1 System upgraden. Man sollte aber immer noch damit rechnen, dass nicht immer alles rund läuft und im Ernstfall doch noch mal eine Neuinstallation notwendig wird.

Desktop und Startmenü passen etwas besser zueinander und mehr und mehr Einstellungen finden sich nicht mehr verstreut über Systemsteuerung und Einstellungen-App, sondern landen in der Einstellungen-App.

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Die Lokalisierung ist noch nicht durchgehend. Gerade Bereiche, in denen noch kräftig gearbeitet wird, sind auch bei der deutschen Installation oft nur in Englisch verfügbar oder wirken, als wären sie automatisch übersetzt worden.

Die Sprachassistentin “Cortana” zeigt sich auch in den deutschen Versionen und hört auf Stimme oder lässt sich per Tastatur und Maus nutzen. Sie sucht und erinnert, löst Rechenaufgaben und erzählt Witze. Teilweise ist das Spielkrams. Aber auch wer eine Nachrichtenübersicht nach eigenem Interesse bekommen möchte, wird bei Cortana fündig.

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Die mitgelieferten Preview Versionen der Apps wie Mail, Kalender, Music und Video sind allesamt schon aufs neue Design umgestellt und laufen problemlos nicht nur im Vollbild, wie Apps unter Windows 8, sondern lassen sich ganz herkömmlich in einer Fensteransicht aufrufen.

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Die Apps zeigen dabei je nach Bildschirmauflösung und Fenstergröße mehr oder weniger Informationen an. So blendet z.B. die Mail-App automatisch die Ordnerliste ein oder aus, andere Apps zeigen ihre Menüs bei kleinen Fenstern nur als Symbolleiste an, bei größeren dann mit Text.

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Obwohl das System sicherlich momentan noch einigen Debug-Code und diverse Funktionen beinhaltet, die zu Diagnosezwecken dienen, ist die Performance an sich überraschend gut und der Bedarf an Arbeitsspeicher ähnlich gut, wie bei Windows 8.1. Der freie Festplattenspeicher nach einer frischen Installation überrascht sogar positiv. Das Testsystem hat neben der Windows 10 Insider Preview auch eine komplette Office 2016 Preview und einen Adobe Reader DC installiert und begnügt sich inkl. Auslagerungsdatei mit kaum über 15 GB. Das dürfte insbesondere die Nutzer von Tablets mit geringem Speicherplatz freuen.

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Die Performance der Apps ist teilweise noch etwas durchwachsen. Da ist auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial. Allerdings werden System und Apps ja auch nach der Veröffentlichung noch ständig weiterentwickelt werden. Man sollte da also – auch bei fehlenden Features in den Apps – noch nicht zu viel Gewicht darauf legen.

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Auch nehme ich an, dass sich die Desktopsymbole vom Design her noch ändern werden. Während man das Papierkorb-Symbol zwischen den Previews umgestaltet hat, blieben die anderen Symbole seit einigen Previews gleich – passen somit aber nicht so recht zusammen. Allgemein hat das momentane Symboldesign noch einiges an Kritik bekommen – meines Erachtens zu recht. Da wird sich also vermutlich noch was tun.

Ob der Explorer in der Ansicht “Schnellzugriff” oder “Mein PC” startet, kann man in den Ordneroptionen einstellen. Die Standardansicht ist “Schnellzugriff”, aber bisherige Windows Nutzer werden vermutlich auf die “Mein PC” Ansicht umstellen, die der früheren Explorer Ansicht gleicht.

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Microsofts neuer Browser heißt bisher noch “Project Spartan”, soll aber in Zukunft “Microsoft Edge” heißen. Bekanntgegeben wurde dies schon, in der aktuellen Build ist dies aber noch nicht umgesetzt. Ob Spartan oder Edge, etwas spartanisch sieht der Browser momentan noch aus. Microsoft vermeldet tolle Benchmark-Ergebnisse, allerdings ist das Programm als solches momentan noch etwas behäbig. Drei Tabs öffnen, darin gleichzeitig je eine Seite laden lassen, die ordentlich Javascript und Flash nutzt, macht weiterhin wenig Spaß. Ist ein Tab ausgelastet, ist der Browser an sich ausgelastet. Da ist meines Erachtens noch viel Arbeit notwendig.

Die Funktionen für Notizen direkt in Webseiten sind lustig, aber einen sinnvollen Zweck sehe ich da momentan noch nicht. Es sei denn, man muss vor diversen Leuten eine Webseite präsentieren. Der Lesemodus ist als solches ja auch nicht neu. Ob der als interessantes Feature Leute begeistern wird, muss sich zeigen.

Spartan1Spartan

Die nächsten Previews werden sicherlich noch mehr als nur Verfeinerungen an Design und Lokalisierung sowie Fehlerbehebungen bringen, bis dann mal der “Feature Freeze” erreicht wird, ab dem keine funktionellen Änderungen mehr anstehen. Schauen wir mal, wie lange wir uns bis zur nächsten Preview gedulden dürfen.

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2 Antworten zu Windows 10–Stand der Dinge

  1. Albrecht Schultze schreibt:

    Hallo Ingo,
    Wir sind ein gemeinnütziger Verein und haben eine sehr renommierte Kleinkunstbühne, genannt teatr dach Kleinkunstbühne e.V.
    Da wir seit 25 Jahren existieren und überregional bekannt sind, hielte in es für an der Zeit, einen wikipedia Eintrag zu machen. Könnten Sie das initiieren?
    Siehe auch http://www.teatr- dach.de

    Mit freundlichen Grüßen

    Albrecht Schultze
    Inhaber der Bühne, Intendant und Regisseur

    • Ingo schreibt:

      Ich rätsele jetzt die ganze Zeit, wie Sie da gerade auf mich kommen. Willkürlich irgendjemanden im Netz angeschrieben? 😉 Ich habe nun wirklich rein gar nichts mit Wikipedia zu tun und kann Ihnen dort nicht weiterhelfen. Nachdem Sie es ja geschafft haben, eine Webseite einzurichten, bin ich zuversichtlich, dass Sie auch einen Eintrag in der Wikipedia eingerichtet bekommen.

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