Neuer Schwung für alte Kisten

Manch einer hat noch irgendwo ein “altes Schätzchen” in Form eines PCs oder Notebooks rumstehen. Viel zu gut, um es wegzuwerfen, aber doch irgendwie zu langsam, um es noch nutzen zu wollen. Oder?

Mit dem Tausch eines einzigen Teils kann man viele alte Rechner wieder flott machen. Dieses Teil ist die Festplatte. Der Tausch gegen eine moderne HDD oder besser gleich gegen eine SSD verleiht so manchem System auf die alten Tage noch mal Flügel.

Die Festplattenhersteller haben in den letzten Jahren in der Hauptsache dadurch die Performance neuer Platten steigern können, indem sie höhere Datendichte auf den Magnetschreiben ermöglicht haben. Das begrenzende Element bleibt die Mechanik und kann der Kopf der Platte alleine wegen dieser höheren Datendichte mehr Daten auf einmal lesen oder schreiben, steigert das natürlich die Performance.

Und dann gibts noch starke Konkurrenz durch Flash Speicher: Solid State Disks sind mittlerweile in vielen Bereichen zur Normalität geworden. Keine Mechanik, schnell, mittlerweile auch stabil, sind sie gerade für Notebooks ideal. Aber lohnt sich die Aufrüstung auch eines alten Notebooks?

Wer ein Notebook mit einer PATA Schnittstelle besitzt, war einige Jahre lang von aktuellen Entwicklungen abgeschnitten. Alle aktuellen Platten und SSDs verfügen über eine SATA Schnittstelle. Adapter zu PATA gibt es, aber diese passen normalerweise nicht mit ins Notebook. Und die wenigen, großen PATA Platten sind teuer und selten, die ebenso wenigen PATA SSDs ebenfalls. Letztere sind dann auch noch technisch meist auf einem veralteten Stand.

Seite einiger Zeit gibt es hier interessante Möglichkeiten. mSATA SSDs verfügen mittlerweile über ordentliche Kapazitäten zu fairen Preisen und sind relativ klein. Dazu gibt es tatsächlich originale Adapter, die eine solche mSATA SSD zu etwas verwandeln, was man an PATA Schnittstellen in Notebooks anschließen kann. So sieht das dann aus:

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Der Adapter Delock 62495, der sich z.B. hier beziehen lässt, bietet gleich ein passendes Gehäuse mit Gewindelöchern, so dass man das komplette Teil einfach gegen die Notebook-Platte tauschen kann. Eingebaut wurde eine 128 GB SSD der Transcend MSA340 Serie, wie sie hier zu finden ist.

Das Notebook, was mit dieser Kombination ausgestattet wurde, hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Ein Maxdata Pro8100is, knappe zehn Jahre alt und mit Pentium M 755 (2 GHz), 2 GB DDR1 SODIMM, 15” SXGA+ Display und einer ATI Radeon Mobility 9700 AGP mit 128 MB Grafikspeicher für damalige Verhältnisse top ausgestattet. Für Youtube Videos mit 720p noch ganz knapp zu gebrauchen, aber der Systemstart oder der Start von Programmen dauert ewig.

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Die ersten Erfahrungen nach dem Umbau sind dann, als hätte man ein anderes Gerät. Windows 7 startet super fix, Programme öffnen sich erheblich schneller, der Unterschied ist tatsächlich phänomenal. Der Start von Browser, Outlook oder anderen Programmen wird nicht mehr zum Geduldsspiel.

Ein Unterschied von “ich will nicht mehr warten” zu “kann man gut mit klarkommen”. Die SSD sorgt tatsächlich auch in dem uralten Notebook für erhebliche Beschleunigung, dabei kann sie gar nicht wirklich ausgenutzt werden.

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Die UDMA100-fähige PATA Schnittstelle kann theoretisch, wie der Name schon sagt, 100 MB/s übertragen. Die SSD schafft locker das Vierfache. Die Benchmarkwerte sind somit weit von dem entfernt, was in einem modernen Gerät möglich wäre. Vergleicht man aber speziell die Zugriffszeiten, sind die Werte Galaxien von der alten Festplatte entfernt – und genau das sorgt für den immensen Performance-Zuwachs.

Verwunderndes Detail: normalerweise sind SSD Features wie TRIM nur dann möglich, wenn die Schnittstelle AHCI unterstützt, was nur bei tatsächlichen SATA Schnittstellen der Fall ist. Trotzdem wird mir hier von allen Tools angezeigt, dass TRIM aktiv sei. Umso besser.

Alles, was nicht CPU- oder GPU-intensiv ist, lässt sich jetzt wieder in ordentlicher Performance nutzen und solange das alte Notebook weiter funktioniert, wird es auch weiter genutzt. Und die Kosten? Die mSATA SSD ist nichts, was man nicht irgendwo anderweitig verbauen könnte, wenn denn das alte Notebook doch mal die Flügel strecken sollte. Der Adapter ist mit ca. 20 EUR nicht umwerfend teuer. Insofern hat sich der Umbau und die Investition gelohnt.

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Eine Antwort zu Neuer Schwung für alte Kisten

  1. Winfried Sonntag schreibt:

    Hallo Ingo.

    Ich hab so etwas ähnliches mit einem Lenovo T60 hinter mir, allerdings mit Windows 8.1. Es sind jetzt 4 GB RAM eingebaut und eine 256 GB Samsung 840 Pro SSD.

    Hier die Daten der Platte mit CrystalDiskMark 3.0.3 mit der ‚alten‘ SATA:

    ———————————————————————–
    CrystalDiskMark 3.0.3 (C) 2007-2013 hiyohiyo
    Crystal Dew World : http://crystalmark.info/
    ———————————————————————–
    * MB/s = 1,000,000 byte/s [SATA/300 = 300,000,000 byte/s]

    Sequential Read : 23.488 MB/s
    Sequential Write : 24.476 MB/s
    Random Read 512KB : 17.500 MB/s
    Random Write 512KB : 17.556 MB/s
    Random Read 4KB (QD=1) : 0.314 MB/s [ 76.5 IOPS]
    Random Write 4KB (QD=1) : 0.553 MB/s [ 135.0 IOPS]
    Random Read 4KB (QD=32) : 0.311 MB/s [ 76.0 IOPS

    Und das die Daten mit der SSD:

    ———————————————————————–
    CrystalDiskMark 3.0.3 (C) 2007-2013 hiyohiyo
    Crystal Dew World : http://crystalmark.info/
    ———————————————————————–
    * MB/s = 1,000,000 byte/s [SATA/300 = 300,000,000 byte/s]

    Sequential Read : 137.015 MB/s
    Sequential Write : 131.121 MB/s
    Random Read 512KB : 132.115 MB/s
    Random Write 512KB : 124.337 MB/s
    Random Read 4KB (QD=1) : 15.656 MB/s [ 3822.2 IOPS]
    Random Write 4KB (QD=1) : 22.984 MB/s [ 5611.2 IOPS]
    Random Read 4KB (QD=32) : 45.962 MB/s [ 11221.2 IOPS]
    Random Write 4KB (QD=32) : 34.489 MB/s [ 8420.3 IOPS]

    Test : 1000 MB [C: 50.9% (34.0/66.9 GB)] (x5)
    Date : 2014/07/27 22:31:47
    OS : Windows 8.1 Enterprise N [6.3 Build 9600] (x86)

    Random Write 4KB (QD=32) : 0.553 MB/s [ 135.1 IOPS]

    Somit kann das alte Schätzchen noch ein paar Jahre ‚überleben‘ und im Fall des Falles lebt die SSD in einem aktuellen System gut weiter. 😉

    Servus
    Winfried

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