Panik und Hysterie brechen aus, WhatsApp wurde verkauft!

Man könnte meinen, der Teufel persönlich hätte die kleine, harmlose, offene und sichere Firma WhatsApp gekauft, um deren Kunden nun schlachten zu können, wenn man die Hysterie sieht, mit der plötzlich die Leute nach Alternativen für WhatsApp suchen.

Kaum ging die Meldung des Kaufs von WhatsApp durch Facebook quer durch die Presse, schlugen die Kommentatoren zu. Da wurde dann sofort die App deinstalliert, Facebook verflucht und zum großen Boykott aufgerufen. Man befürchtet, dass jetzt alle Daten überall landen, die totale Spionage, NSA, BKA und KGB haben nur drauf gewartet. Lustigerweise verkünden diverse Leute das auf ihren Facebook-Seiten oder in Kommentaren auf Facebook. Immerhin den Humorfaktor kann man der Sache also noch abgewinnen.

Was ist aber wirklich passiert? Die Firma WhatsApp, die es außer bei häufigen Sicherheitsproblemen recht gut schaffte, sich aus den Medien herauszuhalten, wurde von Facebook gekauft. Also vorher gabs eine US Firma und jetzt ist es immer noch eine US Firma. Vorher hat man sich bei Whatsapp kaum um Datenschutz gekümmert, jetzt wird sich im schlimmsten Fall nichts bessern. Schlechter gehts eh schon nicht. Das Geschäftsmodell war vorher undurchsichtig, da kann sich auch nichts mehr verschlechtern. Trotzdem haben dort Menschen insgesamt 450 Millionen Konten registriert, und von diesen Menschen hatte niemand mit dem undurchsichtigen Geschäftsmodell und der versteckten Firma Sorgen.

Facebook ist schon seit längerem den Datenschützern ein Dorn im Auge und ist dank Börsengang und bekanntem Chef in vielerlei Hinsicht zumindest vom Firmenkonstrukt her recht gut durchleuchtet. Man handelt mit Daten der Nutzer, auch das ist bekannt. Man sagt das auch eigentlich recht öffentlich. Trotzdem ist WhatsApp bisher gut gewesen und durch den Facebook Kauf plötzlich böse. Muss man das verstehen?

Normalerweise wird von den Hysterikern auch nicht der totale Verzicht auf Smartphones und Messenger verkündet, sondern der Umstieg auf ein anderes Produkt. Damit wäre dann ja wieder alles perfekt. Nun, auch die Alternativen kochen nur mit Wasser und wollen Geld verdienen. Mit einer App für wenig oder kein Geld alleine geht das nicht. Also ist wieder klar, dass der Kunde selber und mit ihm seine Daten die Ware sind.

In den letzten Stunden habe ich von Telegram und Threema, von WeChat, ChatOn, iMessage und anderen gehört. Teilweise stecken da ja auch gute Ideen drin, aber alles hängt am Ende wieder am Vertrauen zum Hersteller und der Verfügbarkeit.
Telegram bietet einen Quellcode an, aber ist in der App, die man dann ja binär installiert, evtl. noch mehr drin? Der Hersteller kommt aus Russland – da schauen also nur lupenreine Demokraten des Geheimdienstes in die Daten. Threema kostet Geld, ist nur für die zwei großen Plattformen verfügbar (eine Änderung ist wohl auch nicht geplant) und inwiefern man damit wirklich sicher ist, kann mangels Quellcode niemand beurteilen. Der Hersteller sitzt auch nicht in der EU, sondern der Schweiz. Das Adressbuch landet sowohl bei Telegram als auch bei Threema zuerst mal auf den Servern des Herstellers. Bei Facebook gabs da noch einen Aufschrei.
WeChat ist in China beheimatet, das wäre dann im Vergleich mit den USA die Pest/Cholera Frage. iMessage ist für genau eine Plattform verfügbar. Und so geht das weiter. Keine der Alternativen ist insgesamt besser. Und alle haben den Nachteil der geringeren Verbreitung bzw. Verfügbarkeit. Und keiner könnte man wirklich wichtige Dinge anvertrauen.

Wer bisher keine Probleme damit hatte über Whatsapp zu chatten, der braucht auch in Zukunft keine zu haben. Warum auch? Geheime Dinge tauscht man darüber nicht aus,  dass die Daten beim Hersteller ausgewertet werden, sollte jedem lange klar sein und dass die Geheimdienste darauf ebenfalls Zugriff haben, seit Edward Snowden ebenfalls. Der Rest ist nur ein hysterischer Sturm im Wasserglas.

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Eine Antwort zu Panik und Hysterie brechen aus, WhatsApp wurde verkauft!

  1. SteffKo schreibt:

    Hallo,
    ich finde Die App sehr gut und hilft mir bei zwei Kindern in der Teenagerphase kostengünstig im Kontakt zu bleiben. Und wie sie angemerkt haben sind meine Mitteilungen nicht so wichtig das ich etwas zu verbergen habe. Da meine Kontaktdaten eh schon überall ( durch das Fratzenbuch ) bekannt sind werde ich die App weiternutzen.

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