Windows Server 2012–ein Upgrade

Microsoft hat nicht nur Windows 8 fertiggestellt, sondern quasi gleichzeitig auch den dazugehörigen Windows Server 2012. Wie auch beim Client fällt beim neuen Server zuerst die Kacheloptik auf, die nun auch auf dem Server Einzug gehalten hat.

Anders als beim Windows 8 Client ist dies allerdings eigentlich völlig unerheblich. Die Serverversionen lassen sich ganz wunderbar per Remote Server Administration Tools von einem Client aus konfigurieren oder per Powershell, so dass man die Kacheln an sich gar nicht zu Gesicht bekommen muss.

In einem professionellen Umfeld wird man irgendwann mal anfangen, Server 2012 zu evaluieren. In meinem kleinen Testumfeld beginnt die Evaluierung jetzt und die Testsysteme werden Stück für Stück aktualisiert. Normalerweise bin ich kein Fan von Upgrades, sondern installiere bei Systemwechseln eine Maschine neu. Firmen kaufen dazu neue Hardware, aber so weit will ich es hier gar nicht kommen lassen. Was läuft, wird einfach direkt per Upgrade aktualisiert. Schauen wir mal, was läuft…

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Basis ist ein kleines Testnetz mit drei physikalischen Maschinen: DC, Fileserver und Hyper-V Server. Auf dem Hyper-V Server laufen in virtuellen Maschinen ein Applikationsserver, ein Exchange 2010 und ein zweiter DC. Alle Server laufen auf Windows Server 2008 R2. Die Systeme sind eigene Test-Hardware, d.h. keine professionellen Server großer Hersteller, sondern in der Hauptsache Eigenbauten aus normaler PC-Hardware mit ein paar professionelleren Komponenten (Hardware-RAID Controller von Adaptec bzw. HP).

Gleich vorab: Finger weg von Exchange! Momentan wird Exchange 2010 nicht auf Server 2012 unterstützt. Die Unterstützung soll mit dem kommenden Servicepack 3 für Exchange nachgereicht werden.

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Teil 1 – der virtuelle DC

Beginnen möchte ich mit dem virtuellen DC. Schlichtweg dessen, weil ich zuerst schauen möchte, wie sich das AD verhält. Was nützt mir ein erfolgreich aktualisierter Fileserver, wenn hinterher die Domäne stirbt?

Installiert man einen Server 2012 neu und stuft ihn zum DC in einer vorhandenen Domäne hoch, wird automatisch und ohne Nachfrage das AD Schema erweitert. Macht man ein Upgrade eines vorhandenen DC, muss wie bisher auch adprep /forestprep und adprep /domainprep von der Server 2012 DVD vorab ausgeführt werden.

Ich habe das ISO Image via Hyper-V ins virtuelle Laufwerk gemountet, Setup gestartet und nach Eingabe des Keys und Abnicken von EULA und der Auswahl, dass ich tatsächlich ein Upgrade machen möchte, startet dieses.

Eigentlich hätte ich jetzt mehr schreiben wollen, aber nach einigen Neustarts begrüßt mich der Anmeldebildschirm und nach der Anmeldung läuft mein DC. Die Geschwindigkeit des Upgrades ist nicht so schnell wie eine Neuinstallation, aber ernsthafte VM Server haben auch etwas mehr als die hier vorhandene Hardware-Ausstattung. Der Rest verlief geradezu langweilig. Upgrade starten, warten, fertig.

Das System aktiviert sich ohne weitere Nachfrage automatisch sofort. Ein kurzer Blick in die Eventlogs zeigt nur einen Fehler: die Netzwerkkarte kann mit dem Hyper-V Host nicht im aktuellsten Protokoll kommunizieren. Welch Wunder, der Host ist ja auch noch nicht aktualisiert.

Teil 2 – der Hyper-V Host

Mit physikalischer Hardware, VMs und ein paar mehr Diensten sollte das Upgrade beim Hyper-V Host schon etwas umfangreicher werden. Und tatsächlich, der Kompatiblitätscheck vor der Installation bringt auch gleich die Warnung, dass das Microsoft iSCSI Target installiert sei, dessen Konfiguration nicht übernommen werden würde. iSCSI Targets müssten nach dem Upgrade neu eingerichtet werden. Die iSCSI Target Funktionalität ist mittlerweile als eigenes Feature verfügbar, insofern ist dies nicht verwunderlich, aber vielleicht etwas unschön gelöst.

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Die Installation startet auch hier und nach einigen Neustarts und einer Stunde Wartezeit begrüßt mich der Login-Bildschirm. Treiber, Einstellungen, IP Adressen, selbst die Konfiguration von IPv6 Optionen wurde sauber übernommen. Und die iSCSI Targets sind da. Allerdings weiterhin über die alte iSCSI Target Konsole, nicht über den neuen Server-Manager. Hier ist also noch Nacharbeit fällig.

Bei den Treibern wurden einige Treiber übernommen, z.B. der für den alten ICP 5085BR RAID Controller. Einige wurden durch eigene Versionen ersetzt, z.B. die Treiber für Realtek und Marvell Netzwerkkarte. Realtek bietet schon einen aktuelleren Treiber für Windows 8 auf der Webseite an, somit wurde dieser auch gleich installiert. Statt dem AMD Grafikkartentreiber wurde der Microsoft Basic Display Treiber installiert. Das reicht an sich aus, allerdings dürfte mit dem originalen AMD Treiber noch der Stromverbrauch etwas nach unten gehen, weswegen dieser bei Gelegenheit noch installiert wird.

Auch der Server unterstützt jetzt natürlich USB 3.0, und die passenden Treiber sind auch gleich installiert worden. Die UPS Monitor Software für die Online USV läuft genauso wie der Adaptec Storage Manager für das Management des RAID Controllers.

Mehr folgt die Tage im nächsten Teil. Dann gehts an den Fileserver samt Datensicherung sowie den physikalischen DC.

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2 Antworten zu Windows Server 2012–ein Upgrade

  1. Heinrich Brandt schreibt:

    Wie ist dein erster Eindruck von Windows Server 2012? Wir brauchen demnächst ein Storage-System und überlegen dabei gleich die Windows Storage Server 2012 Version zu nehmen, die ja quasi das gleiche nur mit Hardware-Bundle und etwas anderer Lizensierung ist. Habe halt gesehen, dass die Storage Server jetzt alle mit Windows Storage Server 2012 ausgeliefert werden.

    • Ingo schreibt:

      Bisher ist der Eindruck gut. Nachdem hier meist remote administriert wird, merke ich wenig von den Änderungen der Oberfläche. Die Performance war bisher einwandfrei, ich habe allerdings keine aufwändigen Tests im Vergleich zu 2008 R2 gemacht. Beim Filezugriff im Testbetrieb kam mir das System schneller vor, allerdings nutze ich dort bisher auch noch ganz normales Hardware-RAID und keine Storage Spaces. Die Test-Maschine für den Storage Server steht hier schon, es fehlt nur immer wieder die Zeit…

      PS: ich habe den Link zu dem Hardware-Anbieter entfernt. Hat mit der Storage Server Software ja nicht viel zu tun und sah doch etwas zu sehr nach Werbung aus…

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