Dienst getan?

Der heutige Morgen begann mit einem seltsamen Zufall. Gerade gestern Abend hatte ich beim heimischen Keller-Server nach längerer Zeit die Konfigurations-Software des RAID Controllers aktualisiert und dabei auch kurz nach dem SMART Status der fünf Festplatten geschaut. Alles prima!

Heute kommt morgens ein infernalisches Piepen aus dem Keller. Der Blick auf die Software zeigt: eine Festplatte wurde aus dem RAID geworfen. Ein Timeout-Fehler wird angezeigt, also zuerst mal nicht unbedingt ein Festplattenfehler. Der Diagnosetest mit HDAT2 zeigt aber schnell: da ist doch was kaputt. 35 Sektoren werden als “unstable” gemeldet und jetzt endlich zeigt auch der SMART Status nicht mehr an, dass alles okay wäre.

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Ich hatte vor Jahren mehrere Festplattenausfälle in Serie und habe seitdem alle wichtigen Daten einerseits nur noch auf Platten liegen, die via RAID5 redundant ausgelegt sind und andererseits auch ein funktionierendes Backup. Ironischerweise ist seitdem nie mehr eine Festplatte hier einfach so gestorben. Insofern war dies also eine Premiere.

Die Statistik liest sich recht interessant. So wurde die Platte am 2. September 2008 hergestellt und hat seit dem Einbau 19880 Betriebsstunden auf den Zähler bekommen (rund 828 Tage), dabei aber nur 40 Powercycle-Vorgänge mitgemacht.

Rechnet man vom heutigen Datum 828 Tage zurück, landet man am 16. November 2008. Passt vom Kaufdatum also perfekt – das Ding ist einfach nur gelaufen. Ein wenig skeptisch werde ich bei diesen Daten nur, wenn ich dran denke, dass noch vier weitere Platten des selben Alters im System werkeln und mindestens für eine vom Controller schon eine recht hohe Anzahl von “Aborted Commands” anzeigt…

Mit genau dieser Modellserie gibt es übrigens Probleme, die scheinbar nur an Linux Systemen auftauchen und dafür sorgen, dass die Platte ständig die Köpfe parkt, weswegen die Mechanik schneller verschleißt. Nachdem der Server hier auf Windows Basis werkelt, war nicht zu erwarten, dass die Problematik hier auftaucht. Und tatsächlich, pro Tag sind rund drei Load/Unload Cycles durchgeführt worden, im ganzen Leben also etwas über 60.000. Laut Spezifikation sind 300.000 Zyklen möglich. In diesem Fall also kein Auslöser des Defektes.

WD tauscht die Platte auf Garantie und irgendwann in den nächsten Tagen dürfte der UPS Fahrer mit einem Päckchen vor der Tür stehen. Hoffentlich tauscht man durch das selbe Modell aus – die 4k Problematik wollte ich eigentlich noch vermeiden.

Für die alte Platte heißt es jetzt also einfach nur: ja, Dienst getan!

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