Advanced Format und seine Folgen

Ich habe letztens in einem PC die alte 200 GB PATA Festplatte gegen eine moderne 1 TB SATA Platte getauscht. Alleine durch höhere Datendichte der Platter der neuen Platte sollte dies schon einen ordentlichen Performanceschub ergeben. Das vorhandene Windows XP System wurde auf die neue Platte geklont und der Rechner startete wieder einwandfrei. Nur…irgendwie wahnsinnig zäh.

Ein kurzer Test mit dem Lesebenchmark von HD-Tune brachte eigentlich keine besonders schlechten Werte zu Tage. Maximal las die Platte mit über 100 MB/s und auch die Zugriffszeiten bewegten sich im Rahmen. Also was lief hier daneben?

Die Festplatte selber wurde in einem externen Gehäuse gekauft, da sie so preiswerter zu haben war, als einzeln. Nach dem Zerlegen des externen Gehäuses kam dann eine Western Digital CaviarGreen WD10EARS mit 64 MB Cache zum Vorschein. Für die billigste, zu findende 1 TB Platte wohl kein schlechter Kauf. Eine kurze Suche führt dann zur Lösung der Performanceprobleme.

Im Gegensatz zur WD10EADS nutzt die WD10EARS intern keine 512 Byte Blöcke mehr, sondern 4096 Byte Blöcke. WD nennt das Advanced Format. Nutzen dabei ist die Verringerung von Verwaltungsdaten und somit mehr Kapazität bei gleich bleibender Datendichte. Soweit ja kein Thema, nur kennt Windows XP davon nichts.

XP mit seinen mittlerweile neun Jahren auf dem Buckel legt die erste Partition auf der Festplatte so unpassend ausgerichtet an, dass es auf den neuen 4k Festplatten zu massiven Performance-Einbrüchen kommt. Übrigens passiert dies auch, wenn man mit vielen alternativen Partitionierern arbeitet, die von dieser Problematik keine Ahnung haben. Ab Windows Vista wurde das Verfahren geändert und somit hat Vista und 7 keine Probleme – so man auch die eingebauten Funktionen zur Partitionierung nutzt.

Für die WD Platte gibt es beim Hersteller ein kostenloses Tool zum Download, welches automatisch die Anpassung vornimmt und die Lage der Partitionen so abändert, damit sie passend zu den Blockgrenzen liegt. Dieses Tool stammt von Acronis und schaffte es dann, die Daten problemlos anzuordnen. Der Performanceunterschied war sofort mehr als deutlich zu merken. Wer übrigens vor der Partitionierung schon das Problem erkennt, kann auf der Platte auch einen Jumper setzen, womit dann die korrekte Ausrichtung für XP erzwungen wird. Sinnvoller ist vermutlich der Einsatz des WD Align Tools, falls man XP nicht mehr ewig nutzen will.

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